Elb-Schliff, Kaisergärten, Harreshausen: Was die Kandidaten antworten
Stand: 18.09.2026, 06:54 Uhr
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Vor der Bürgermeisterwahl in Babenhausen antworten Stadler und Zick auf Bürgerfragen zu Verkehr und Stadtentwicklung.
Babenhausen – Nicht alle Besucher der Podiumsdiskussion unserer Mediengruppe zur Bürgermeisterwahl am kommenden Sonntag konnten oder wollten ihre Fragen stellen. Im Nachgang haben uns einige erreicht, die wir an die beiden Kandidaten – Amtsinhaber Dominik Stadler (unabhängig) und Frank Zick (CDU) – weitergeleitet haben. Bis auf die erste Frage waren sie jeweils an beide Kandidaten gerichtet.
Welche konkreten Pläne haben Sie beziehungsweise wie würden Sie die Entwicklung der Kaisergärten unterstützen?
Zick: Die Kaisergärten müssen endlich von einem Neubaugebiet zu einem funktionierenden Teil der Stadt werden. Bei einem Projekt dieser Größenordnung lassen sich Verzögerungen nicht immer vermeiden. Sie dürfen aber nicht zum Dauerzustand werden. Für mich gehört dazu zunächst, die noch offenen Projekte konsequent voranzubringen. Die Kita muss fertiggestellt werden und die Nutzungsplanung für die Chapel darf nicht weiter liegen bleiben. Gleichzeitig müssen Investoren und private Bauherren von der Stadt zügig und verbindlich begleitet werden. Mir ist aber auch wichtig, die Menschen einzubeziehen, die bereits in den Kaisergärten leben. Denn zu einem neuen Stadtquartier gehören nicht nur Häuser, sondern auch funktionierende Infrastruktur, Begegnungsmöglichkeiten und ein Umfeld, in dem sich Familien und andere Bewohner dauerhaft wohlfühlen.
Gibt es alternative Pläne für das Kaisergärten-Neubaugebiet, sollte die Firma Fingerhaus keinen Erfolg bei der Vermarktung der Grundstücke haben?
Stadler: Aktuell gehe ich nicht davon aus, dass es bei Fingerhaus Probleme mit der Vermarktung geben wird. Mit Fingerhaus haben wir einen leistungsfähigen Bauträger an unserer Seite, der zuverlässig und in enger Abstimmung mit der Stadt an der weiteren Entwicklung arbeitet und dabei auch zukunftsweisende Ideen einbringt. Vor diesem Hintergrund gibt es derzeit keinen Plan B, der beispielsweise eine erneute Weiterveräußerung der Flächen vorsieht. Unser Fokus liegt vielmehr darauf, die geplante Entwicklung gemeinsam mit Fingerhaus erfolgreich voranzubringen.
Zick: Mir ist derzeit kein konkreter Alternativplan für diesen Fall bekannt. Wenn sich abzeichnet, dass die Vermarktung der Grundstücke nicht funktioniert, werde ich frühzeitig das Gespräch mit Fingerhaus und der Konversionsgesellschaft suchen, um gemeinsam zu prüfen, woran es liegt und welche Alternativen möglich sind. Entscheidend ist für mich: Wir dürfen nicht wieder jahrelang zuschauen, wenn erkennbar ist, dass eine Entwicklung nicht vorankommt.
Gibt es Überlegungen, wie eine gute soziale Durchmischung und ein stärkeres Miteinander unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in den Kaisergärten gefördert werden können?
Zick: Eine gute soziale Durchmischung lässt sich aus meiner Sicht nicht verordnen. Man kann aber die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen miteinander in Kontakt kommen und aus einem Neubaugebiet ein echter Teil unserer Stadt wird. Dazu braucht es Orte und Gelegenheiten zur Begegnung. Spielplätze und andere Aufenthaltsbereiche gehören ebenso dazu wie die Frage, wie die Chapel künftig genutzt werden kann. Gerade sie bietet aus meiner Sicht die Chance, einen zentralen Treffpunkt für die Menschen in den Kaisergärten zu schaffen. Wichtig ist mir außerdem, die Kaisergärten nicht als eigenes Viertel neben Babenhausen zu betrachten. Die Menschen, die dort leben, gehören zu unserer Stadt. Vereine, Veranstaltungen und bestehende Angebote können dabei helfen, neue und alte Babenhäuser zusammenzubringen.
Stadler: Ja, das ist für die weitere Entwicklung der Kaisergärten ein wichtiges Thema. Eine zentrale Rolle soll dabei das Quartierszentrum in der Chapel übernehmen. Hier soll eine Begegnungsstätte entstehen, die den Bewohnerinnen und Bewohnern Möglichkeiten bietet, miteinander in Kontakt zu kommen und eine gemeinsame Identität im Quartier zu entwickeln. Begleitet werden soll dies durch regelmäßige Angebote der Stadt, aber auch durch Vereine und andere Organisationen. Darüber hinaus möchten wir gemeinsam mit den Bauträgern ein Konzept entwickeln, das eine bessere Vernetzung innerhalb des Quartiers zum Ziel hat. Dieses befindet sich allerdings noch in der Erarbeitung. Entscheidend wird aus meiner Sicht sein, nicht nur Wohnraum zu schaffen, sondern gleichzeitig Strukturen und Angebote zu entwickeln, die Begegnung ermöglichen und das Miteinander im Quartier fördern. Dieser Ansatz entspricht auch dem Gedanken, Bewohner stärker einzubeziehen.
Es betrifft Sicherheit und Lärmschutz im Aschaffenburger Weg in Harreshausen. Meiner Meinung ist das Einrichten einer Anliegerstraße unerlässlich. Auch die Sperrung der Unterführung könnte eine Lösung sein. Wie sehen Sie das
Problem?
Stadler: Die Situation im Aschaffenburger Weg wurde bereits mehrfach durch die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Babenhausen sowie die untere Verkehrsbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg überprüft. Dabei wurden sowohl die bestehende Beschilderung als auch die bestimmungsgemäße Nutzung der Straße betrachtet. Beanstandungen haben sich hierbei nicht ergeben. Unabhängig davon wurden in der Vergangenheit bereits Maßnahmen zur Reduzierung der gefahrenen Geschwindigkeiten umgesetzt. Hierzu zählen eine digitale Geschwindigkeitsanzeigetafel sowie Fahrbahnschwellen. Eine Sperrung der Unterführung ist derzeit nicht vorgesehen. Die Situation wird weiterhin beobachtet und bei Bedarf erneut bewertet.
Zick: Die Situation im Aschaffenburger Weg ist den zuständigen Stellen bereits seit Längerem bekannt und es wurden auch schon verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Eine weitere konkrete Maßnahme oder gar eine Sperrung der Unterführung zu versprechen, ohne den gesamten Vorgang zu kennen, halte ich für unseriös. Bestehende Verkehrsregeln müssen selbstverständlich eingehalten und bei Bedarf kontrolliert werden.
Warum ist das Elb-Schliff-Gelände noch nicht bebaut und welche Perspektive sehen Sie dort?
Zick: Das Elb-Schliff-Gelände befindet sich in privater Hand und für die Fläche besteht bereits Planungsrecht. Warum es bisher zu keiner Bebauung gekommen ist, kann letztlich nur der private Eigentümer beantworten. Der unmittelbare politische Handlungsspielraum ist deshalb begrenzt. Das bedeutet für mich aber nicht, dass sich ein Bürgermeister zurücklehnen sollte. Ich werde aktiv das Gespräch mit dem Eigentümer suchen, mich über den aktuellen Stand und mögliche Perspektiven informieren und im Rahmen der Möglichkeiten der Stadt unterstützen, wenn sich dort eine für Babenhausen sinnvolle gewerbliche Entwicklung abzeichnet. Genau das verstehe ich unter aktiver Wirtschaftsförderung.
Stadler: Das Elb-Schliff-Gelände befindet sich in Privatbesitz. In der Vergangenheit gab es bereits verschiedene Investoren, die Interesse an einer Entwicklung des Areals gezeigt haben. Viele der vorgestellten Ideen waren allerdings mit einer Nutzung im Bereich Logistik oder Distribution verbunden. Ein entsprechender Vorschlag fand zuletzt im November 2024 keine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung. Eine Entwicklung des Geländes durch die Stadt selbst kommt zum jetzigen Zeitpunkt aus finanziellen Gründen nicht in Betracht, da der aufgerufene Kaufpreis für die Stadt zu hoch ist. Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass von privater Seite ein tragfähiges Konzept für das Gelände entwickelt wird. Das Areal bietet aus meiner Sicht grundsätzlich Entwicklungspotenzial. Entscheidend ist aber, dass eine zukünftige Nutzung auch zu Babenhausen und zur Entwicklung unserer Stadt passt. Sobald ein Investor ein entsprechend tragfähiges Konzept vorlegt, muss dieses bewertet und anschließend den politischen Gremien zur weiteren Beratung und Entscheidung vorgelegt werden.