Ende eines Kultgetränks aus Hamburg: Punica verschwindet endgültig aus den Regalen


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Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Aber in diesem Fall haben Kunden und Kundinnen klar entschieden. Die bunten Saftflaschen von Punica gibt es künftig nicht mehr. Nur zwei Jahre nach dem überraschenden Comeback hat das Hamburger Unternehmen Columbus Drinks den Vertrieb eingestellt. Damit ist das Aus der einstigen Kultmarke wohl endgültig.

Fans des Retro-Geschmacks müssen sich beeilen. Schon seit Monaten liefert das Unternehmen nach einem Bericht des Branchenblatts „Lebensmittelzeitung“ keine neuen Produkte mehr. Demnach gibt es in Supermärkten nur letzte Reste der Flaschen in Geschmacksrichtungen wie „Fruchtig rot“ oder „Melon tropic“.

Kultmarke Punica: Comeback des fruchtigen Getränks ist gescheitert

Offenbar blieb die Nachfrage deutlich hinter den hochgesteckten Erwartungen. „Der Endkunde hat durch sein Kaufverhalten dem Handel den Grad seines Interesses signalisiert und der Handel hat daraufhin entschieden“, sagte Columbus-Chef Jörg Harder der „Lebensmittelzeitung“. Beim Start des Revivals im Frühjahr 2024 hatten die Hamburger gemeinsam mit dem US-amerikanischen Markeninhaber Tropicana noch Verkaufsziele von bis zu 50 Millionen Flaschen im Jahr angepeilt.

So sehen die aktuellen Punica-Flaschen aus: Anders als früher haben sie einen schmalen Flaschenhals.

So sehen die aktuellen Punica-Flaschen aus: Anders als früher haben sie einen schmalen Flaschenhals.© Columbus Drinks

„Punica-Oase“ war in den 1990er-Jahren Kult, jetzt nicht mehr

„Bei Punica geht es weniger um den Geschmack, als um das Gefühl der Marke“, hatte eine Columbus-Produktmanagerin damals auf Abendblatt-Anfrage gesagt. Das 1977 vom Hersteller Dittmeyer auf den Markt gebrachte Punica war über geschickte Fernsehwerbung mit der „Punica-Oase“ zu einer der bekanntesten Getränkemarken Deutschlands geworden. „Wer in den 80er- und 90er-Jahren Kind oder Jugendlicher war, ist damit aufgewachsen und verbindet mit Punica Erinnerungen an Grillfeste oder die besondere Belohnung von der Oma“, so die Managerin.

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In den frühen Neunzigerjahren hatte der Absatz bei bis zu 170 Millionen Litern gelegen. Aber in der Folge hatte Punica nach mehreren Eigentümerwechseln massiv an Strahlkraft verloren. 2022 hatte die US-Getränkefirma PepsiCo die Herstellung schon einmal komplett eingestellt.

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Obwohl die Markeninhaber Tropicana und Columbus Drinks den Fruchtsaftgehalt auf 31 und 32 Prozent erhöht, den Zuckeranteil gesenkt und künstliche Aromen und Süßstoffe komplett herausgenommen hatten, konnte das Punica-Revival nicht einmal ansatzweise an alte Zeiten anknüpfen. Den Angaben zufolge wurden 2025 nur 350.000 Flaschen verkauft.

Punica ist schon aus dem Sortiment des Anbieters gestrichen

Inzwischen taucht die Marke auf der Homepage von Columbus Drinks nicht mehr auf. Der Getränke-Vermarkter bezeichnet sich selbst als Spezialist für Lifestyle-Marken, darunter die Mineralwassermarken Voss und Fiji, Paloma Lemonade und einige Sorten des britischen Herstellers Fentimans. Auch Markeninhaber Tropicana hat offenbar das Interesse verloren. Laut Brancheninformationen sollen die noch vorhandenen Roh- und Packstoffe aufgrund von Mindesthaltbarkeitsdaten vernichtet werden.