Goretzka-Nachfolger gefunden: FC Bayern macht Transfer nach wochenlanger Hängepartie offiziell
FC Bayern macht Transfer nach wochenlangem Schwebezustand offiziell
Stand: 10.08.2026, 17:50 Uhr
Der FC Bayern hat Bara Sapoko Ndiaye fest verpflichtet. Das 18-jährige Mittelfeld-Juwel trainierte und spielte bereits für den Rekordmeister – ohne gültigen Vertrag.
München – Wochen des Wartens, ein kurioser Schwebezustand und zähe Verhandlungen mit einer gambischen Partnerakademie: Nun hat der FC Bayern die Verpflichtung von Bara Sapoko Ndiaye offiziell gemacht. Der 18-jährige Mittelfeldspieler wechselt fest von den Gambinos Stars Africa an die Säbener Straße und unterschreibt beim deutschen Rekordmeister bis 2031. Für den Youngster selbst ist es mehr als ein Transfer: „Das ist heute ein sehr großer Tag für mich und meine ganze Familie“, sagte Ndiaye. „Für mich ging ein Traum in Erfüllung, ich bin sehr glücklich.“

Die Geschichte hinter dem Deal ist so ungewöhnlich wie der Spieler selbst. Ndiaye war in der Rückrunde der abgelaufenen Saison zunächst auf Leihbasis nach München gekommen und hatte in vier Bundesliga-Einsätzen – zweimal von Beginn an – bleibenden Eindruck hinterlassen. Trainer Vincent Kompany war von Anfang an ein glühender Befürworter einer festen Verpflichtung. Die Ndiaye-Leihe war offiziell abgelaufen zum Saisonende.
Bara Sapoko Ndiaye: Testspiele ohne Vertrag beim FC Bayern
Das eigentliche Kuriosum spielte sich in der Sommervorbereitung ab. Ndiaye reiste zur Asientour des FC Bayern mit – ohne gültigen Vertrag. Beim 2:1-Testspielsieg gegen den südkoreanischen Klub Jeju SK FC stand er sogar in der Startelf. Möglich machte das eine Sondergenehmigung. Sportvorstand Max Eberl erklärte die ungewöhnliche Situation.
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„Wir haben Noel Aseko verkauft, dadurch einen Kaderplatz frei, den soll Bara bekommen. Dieses Konstrukt mit den Gambinos Stars ist nicht ganz so einfach. Er ist aber hier und hat die Erlaubnis, die Asientour mitzumachen“, so Eberl. Auf der Asienreise legte er nach: „Es wird immer wahrscheinlicher und nicht mehr lange dauern.“
Sportdirektor Christoph Freund zog nach dem Testspiel beim SV Wehen Wiesbaden ebenfalls Vollzug in Aussicht: „Letzte Details sind noch zu klären, aber ich gehe davon aus, dass er mit uns in die Saison startet.“ Nun ist es so weit – und Freund schwärmt in der offiziellen Pressemitteilung des Klubs über den nicht ganz neuen Neuzugang.
„Bara ist ein toller Charakter, der sich in sehr kurzer Zeit in einer völlig neuen Umgebung beim FC Bayern zurechtgefunden und schnell eine hohe Akzeptanz im Team erarbeitet hat. Persönlich freut es mich, dass wir mit Bara einen exzellenten Charakter für den Club gewinnen konnten, der auch ein sehr guter Botschafter für Red&Gold sein wird“, sagte Freund.
Die Ablösesumme soll laut übereinstimmenden Medienberichten bei rund vier Millionen Euro liegen. Beim Rekordmeister ist Ndiaye als Achter eingeplant und übernimmt den Kaderplatz von Leon Goretzka, dessen Vertrag im Sommer auslief. Eine Leihe zu einem anderen Klub für mehr Spielzeit ist derzeit nicht vorgesehen.
Ndiaye ist das erste Juwel das ganz oben beim FC Bayern ankommt
Ndiaye ist zudem der erste Spieler aus dem Red&Gold-Projekt – einem Joint Venture des FC Bayern mit dem Los Angeles Football Club – der den Sprung in den Profikader des FC Bayern schaffte. Ndiaye wurde bei den Gambinos Stars Africa ausgebildet, einer Fußball-Akademie in Gambia, mit der es ein Kooperationsprogramm gibt. Eberl hatte das bereits bei der Leihe im Januar eingeordnet: „Bara ist jetzt der Erste, der wirklich oben ankommt.“
Die wochenlange Hängepartie hat dem Ansehen des Youngsters keinen Abbruch getan. Ndiaye überzeugte in den Testspielen, traf beim 15:0 gegen den FC Rottach-Egern und schaffte es sogar in den WM-Kader Senegals, wo er beim Sechzehntelfinale gegen Belgien eingewechselt wurde. Nun darf er seinen Bayern-Traum in vollem Umfang leben – und möchte dabei Vorbild sein: „Ich möchte auch für andere junge Spieler wie meine Teamkollegen bei den Gambinos Stars ein Beispiel sein, dass man es zu einer der größten Mannschaften der Welt schaffen kann.“ (ck)