Patienten müssen nicht selbst zahlen: Ennepe-Ruhr-Kreis übernimmt Mehrkosten für Rettungswagen


Wer im Ennepe-Ruhr-Kreis einen Rettungswagen ruft, muss sich auch in Zukunft keine Gedanken über die Kosten des Einsatzes machen. Der Kreistag hat am Montagabend einer entsprechenden Vorlage zugestimmt. Der Ennepe-Ruhr-Kreis trägt jetzt die Mehrkosten für die Einsätze von Rettungswagen. Vor allem geht es dabei um die Fehl- bzw. Leerfahrten. Also die Fälle, in denen eine Rettungswagen kommt, die Patienten aber anschließend nicht ins Krankenhaus gefahren werden. Die Alternative wäre gewesen, die Patienten die Kosten selbst tragen zu lassen. Das wollte man auf jeden Fall vermeiden.

"Für uns war und ist entscheidend, dass niemand überlegen muss, ob er aus Sorge vor einem Gebührenbescheid über mehrere hundert Euro besser nicht die 112 wählt. Wer medizinische Hilfe braucht, muss wie bisher den Rettungsdienst rufen können, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, ob er am Ende dafür zur Kasse gebeten wird." Jan-Christoph Schaberick, Landrat

Der Kreis schließt sich mit seiner Entscheidung einer Übergangslösung an, auf die sich Landesregierung, kommunale Spitzenverbänden und Krankenkassen für 2026 verständigt hatten.

"Bei Rettungsdienstträgern, die dieser Lösung zustimmen, finanzieren die Krankenkassen 50 Prozent der Kosten des jeweiligen Einsatzes. Diese Beteiligung ist allerdings gedeckelt und gilt nur bis zu einer Fehleinsatzquote von 15 Prozent der Gesamtfahrten je Rettungsmittel", berichtet Schaberick. "Wir hätten uns mehr gewünscht. Nur mit der Zustimmung zu dieser Lösung können wir die Gebührenbescheide allerdings verhindern."

Krankenkassen tragen nur noch Festbetrag

Hintergrund der Entscheidung des Kreistages ist ein Streit mit den Krankenkassen über die Finanzierung. Diese erkennen seit dem vergangenen Jahr bestimmte Kosten nicht mehr an und zahlen nur noch einen Festbetrag für den jeweiligen Einsatz. Der deckt die Gesamtkosten nicht mehr ab. Für den Ennepe-Ruhr-Kreis bedeutet das konkret in diesem Jahr Mehrkosten von 4,7 Millionen Euro, rückwirkend für das vergangene Jahr 4,4 Millionen Euro.