Er hat den Adler immer auf der Brust: Frankfurter Younes Ebnoutalib steht erstmals im DFB-Aufgebot
Stand: 19.09.2026, 06:00 Uhr
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Fußball-Bundestrainer Jürgen Klopp ist bei seiner ersten Kader-Nominierung ganz neue Wege gegangen – und hat insgesamt 44 Spieler in zwei Aufgeboten für jeweils zwei Spiele berufen.
Das hat zur Folge, dass etliche neue Namen dabei sind. Elf Spieler hat der 59-Jährige eingeladen, die noch nie für das DFB-Team nominiert wurden. 16 Profis könnten unter ihm in den kommenden zwei Wochen ihr Debüt feiern. Wir stellen sie Stück für Stück vor. Das sind Klopps Neue: Teil eins mit Younes Ebnoutalib.
Es ist kaum vorstellbar, aber es ist noch keine zwei Jahre her, da lief der 23-Jährige für den FC Gießen in der Regionalliga Südwest auf. Er spielte für einen Klub, der mittlerweile in die Hessenliga abgestiegen ist, und erzielte Tore gegen den 1. Göppinger SV, den Bahlinger SC – und auch gegen den KSV Hessen Kassel. Beim 3:1-Erfolg der Gießener Ende August 2024 traf Ebnoutalib zum 2:0, kurz vor Schluss unterlief ihm das Eigentor zum Endstand.
Seitdem ging es für den in Frankfurt geborenen Angreifer rasend schnell. Im Winter verpflichtete ihn die SV Elversberg. Das erste halbe Jahr verlief eher enttäuschend. Es reichte nur für vier Kurzeinsätze in der zweiten Liga, zweimal musste Ebnoutalib in der zweiten Mannschaft in der fünftklassigen Saarlandliga ran.
Es folgte aber eine traumhafte Hinrunde der neuen Saison mit 17 Einsätzen und zwölf Toren. Eintracht Frankfurt wurde aufmerksam. Die Hessen hatten Hugo Ekitiké an Liverpool verloren, ein halbes Jahr zuvor schon Omar Marmoush an Manchester City. Die neue Sturmhoffnung Elye Wahi funktionierte nicht. Und so ließen sich die Frankfurter den verlorenen Sohn acht Millionen Euro kosten. Elversberg hatte ihn ein Jahr zuvor für 50.000 Euro aus Gießen geholt.
Für Ebnoutalib ging ein Traum in Erfüllung. Zurück in seine Heimat, zurück zu seinem Jugendverein. Der kraftvolle, schnelle, abschlussstarke Angreifer traf gleich bei seinem Debüt zum zwischenzeitlichen 2:2 gegen Dortmund – zog sich in der zweiten Partie gegen Stuttgart dann aber einen Innenbandriss im Knie zu. Als er wieder fit war, wurde er vom damaligen Trainer Albert Riera weitgehend ignoriert.
Dass ihm Starts liegen, bewies Ebnoutalib dann auch in dieser Saison. Am ersten Spieltag beim 3:3 seiner Eintracht gegen Union Berlin erzielte er alle drei Tore. Weil ein 1:4 gegen Augsburg folgte, stellte Trainer Adi Hütter um. Der Stürmer fiel dem neuen System zum Opfer.
Klopp nominierte ihn nun dennoch erstmals fürs DFB-Team – und verzichtete stattdessen auf Spieler wie Deniz Undav, Dzenan Pejcinovic oder Nicolo Tresoldi. Ein Grund dafür ist sicher auch Klopps Spielidee, bei der Pressing eine große Rolle spielt.
Den Adler wird Ebnoutalib, der auch für Marokko hätte spielen können, also nun doppelt tragen – im Verein und für die Nationalmannschaft. Und wenn es mit den Starts weiterhin so gut läuft, darf man sich auf sein Debüt freuen. (Maximilian Bülau)