Hamburg: Mann ausgeraubt und in Audi gezerrt
Gericht
Er hing halb aus dem Fenster! Vier Männer sollen Opfer in Audi verschleppt haben – Anklage!
Im April wurde ein Mann von Unbekannten ausgeraubt und in ein Auto gezerrt. Ein Poller am Hansaplatz stoppte die Fahrt. Nun kommt es zum Prozess.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat gegen vier Männer im Alter von 20 bis 31 Jahren Anklage wegen schweren Raubes in Tateinheit mit Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung erhoben. In der Nacht zum 2. April sollen sie gegen 1.10 Uhr an der Rostocker Straße gemeinsam einen Mann überfallen haben. Sie sollen ihn attackiert, geschlagen und auf ihn eingetreten haben. Außerdem sollen sie Gas- oder Pfefferspray eingesetzt haben.
Bei dem Überfall sollen sie dem Mann Smartphone, eine Geldbörse mit etwa 50 Euro, eine Jacke im Wert von rund 300 Euro und einen Schuh abgenommen haben. Die Sachen wollten sie laut Anklage für sich behalten. Dann soll einer der Männer versucht haben, das Opfer mit Klebeband zu fesseln.
Einer der Angeklagten soll ein Tierabwehrspray, einen Schlagring und ein Cuttermesser griffbereit bei sich getragen haben. Die übrigen Angeklagten sollen von den Waffen gewusst haben.
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Mit Gewalt zerrten die Männer laut Anklage den Mann in einen Audi A5 mit laufendem Motor, an dessen Steuer der 23-jährige Angeklagte saß. Als er einen Streifenwagen bemerkte, soll er mit durchdrehenden Reifen in Richtung Hansaplatz davongerast sein. Deshalb wird ihm zudem ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen vorgeworfen.
Opfer ragt während der Flucht aus dem Fenster
Besonders dramatisch: Das Opfer hing laut Anklage während der Fahrt mit seinem Oberkörper aus dem Fenster und versuchte, auf sich aufmerksam zu machen. Trotz hoher Beschleunigung gelang es den Beamten jedoch nicht, den Audi einzuholen. Erst ein Poller stoppte die Flucht vor dem Hansaplatz. Die vier Männer sollen aus dem Wagen geflüchtet sein, wurden aber kurz darauf gestellt.
Der Mann soll bei dem Angriff mehrere Hämatome und Schwellungen im Gesicht erlitten haben. Außerdem wurde seine Schulter ausgekugelt und gebrochen. Zeitweise soll er sogar bewusstlos gewesen sein.
Am Mittwoch beginnt der Prozess vor dem Landgericht Hamburg. Da zwei der Angeklagten zum Tatzeitpunkt noch Heranwachsende waren, kann die Öffentlichkeit unter bestimmten Voraussetzungen ausgeschlossen werden.