Erneuerung des Streckennetzes: U6-Sanierung im Berliner Norden verzögert sich bis Sommer 2027


Die Sanierung der U6-Strecke in Berlin-Reinickendorf zwischen den Haltestellen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel wird deutlich länger dauern als ursprünglich geplant. Statt wie ursprünglich vorgesehen im Frühjahr 2025 soll die Trasse erst zum Schulstart am 14. August 2027 wieder regulär befahren werden. Das teilte die BVG am Donnerstag mit.

Grund dafür sei laut der BVG der tatsächliche Zustand der rund 70 Jahre alten Infrastruktur. Ursprünglich war für die Sanierung, die im November 2022 losging, lediglich eine gezielte Instandsetzung einzelner Bauwerke geplant. Doch mit der Freilegung von Brücken, Bahnhöfen und des Bahndamms habe sich herausgestellt, dass eine umfassende Erneuerung des Streckenabschnitts erforderlich ist.

Kalter Winter führte zu Verzögerungen

Damit die U6 langfristig auf eine stabile und leistungsfähige Infrastruktur zurückgreifen kann, behebe die BVG noch zusätzlich erkannte Schäden. Dies beanspruche neue Planungen und mehr Zeit. Ebenso hätten sich der vergangene Winter und die damit einhergehenden witterungsbedingten Unterbrechungen von mehreren Wochen auf den Bauablauf ausgewirkt.

Inzwischen habe die BVG allerdings den gesamten Bauablauf gemeinsam mit allen beteiligten Unternehmen und Planern neu strukturiert, heißt es vom Unternehmen. Die eigentlichen Bauarbeiten befinden sich, so die Verkehrsbetriebe, inzwischen auf der Zielgeraden. Ein Großteil der Strecke sei bereits neu aufgebaut, auch die Arbeiten an den Bahnhöfen seien weitgehend abgeschlossen.

Ersatzverkehr wird für Gastronomie zur Belastungsprobe

In den kommenden Monaten sollen nun Strom- und Signalkabel verlegt, die Leit- und Sicherungstechnik aufgebaut und die letzten Gleise verbaut werden. Im Anschluss erfolgen diverse Testfahrten.

Der Bezirksverordnete Felix Schönebeck (CDU) kritisiert die erneute Verzögerung indessen deutlich: „Die Menschen in Tegel und Reinickendorf haben genug von Ersatzverkehr und Baustellen, für die Gastronomen und Geschäftsleute wird jeder Tag mehr zur Belastungsprobe und die Straßen ächzen unter dem zusätzlichen Verkehr. Der neue Zeitplan muss ohne Wenn und Aber eingehalten werden.“