Erneuter Boykott vom Tisch: Nächstes Land kündigt plötzliche Rückkehr zum Eurovision Song Contest 2027 an


Stand: 24.09.2026, 20:09 Uhr

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Die Niederlande kehren zum ESC 2027 in Burgas zurück – ein anderes EU-Land bleibt beim Boykott. Was hinter der Kehrtwende für das nächste Jahr steckt.

Burgas – Es war ein Hin und Her, das ESC-Fans in ganz Europa in Atem gehalten hat. Lange schien es nahezu sicher: Die Niederlande werden auch 2027 beim Eurovision Song Contest fehlen – genau wie schon in diesem Jahr, als das Land gemeinsam mit vier anderen Staaten den Wettbewerb in Wien boykottierte. Jetzt folgte die Kehrtwende.

m Hafen von Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste, wo 2027 der 71. Eurovision Song Contest stattfinden wird, weht eine Eurovision-Fahne.

Die Niederlande kehren zum ESC 2027 in Burgas zurück – ein anderes EU-Land bleibt beim Boykott. (Symbolbild) © dpa/AP | Valentina Petrova

Der Vorstand des öffentlich-rechtlichen Rundfunkverbands NPO kündigte in Hilversum an, dass die Niederlande beim ESC 2027 im bulgarischen Burgas dabei sein werden. Ein Gemeinschaftsprojekt des öffentlichen Rundfunks soll den niederländischen Beitrag stemmen – ein eigens gebildetes ESC-Team wählt den Künstler aus, der Nachrichtensender NOS überträgt Halbfinals und Finale. NPO springt damit für den bisherigen Verantwortlichen Avrotros ein.

Niederlande wechselt zum Eurovision Song Contest 2027 den Sender

Der Sender Avrotros hatte im August den Stecker gezogen. Generaldirektor Taco Zimmerman begründete die Entscheidung deutlich: Der ESC sei „zu einer Plattform für Spaltung geworden“, internationale Konflikte würden den Wettbewerb zunehmend kapern und seinen neutralen Charakter untergraben. Avrotros bezeichnete den ESC schlicht als „nicht mehr neutral“ – und verwies auf Israels weiterhin umstrittene Teilnahme sowie die humanitäre Lage im Gazastreifen.

Der Hintergrund: Seit dem Hamas-Terrorangriff vom 7. Oktober 2023 führt Israel eine großangelegte Militäroperation in Gaza durch. Eine seit Oktober 2025 geltende Waffenruhe ist fragil, die humanitäre Lage bleibt katastrophal. NPO entschied sich trotzdem für eine Rückkehr – und trennt damit die organisatorische Verantwortung von der politischen Haltung des bisherigen Senders.

EU-Land hält an seiner ESC-Absage fest

Während die Niederlande zurückkehren, hält Irland an seiner Absage fest. Der irische Sender RTÉ teilte laut dpa mit, seine Position bleibe „unverändert“ – mit Verweis auf den anhaltenden Verlust von Menschenleben in Gaza und die dortige humanitäre Krise. Irland gehörte in diesem Jahr zu den fünf Boykott-Ländern. Anders sieht es in Belgien aus.

Der flämische öffentlich-rechtliche Sender VRT bestätigte die Teilnahme am ESC 2027. Auch Belgien hatte seine Entscheidung lange wegen der israelischen Beteiligung und der Gewalt im Gazastreifen offengelassen. Der ESC 2027 findet am 15. Mai in Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste statt – zum ersten Mal richtet Bulgarien den Wettbewerb aus, nachdem Sängerin Dara ihn 2026 in Wien gewonnen hatte. (Quellen: dpa, NPO)