Erste Anklage in England im Zusammenhang mit Völkermord in Ruanda
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Erste Anklage in England im Zusammenhang mit Völkermord in Ruanda
Ein 65-Jähriger wurde am Montag festgenommen. Ihm wird vorgeworfen Mord und Völkermord an Mitgliedern der Volksgruppe der Tutsi angeordnet zu haben
London – 32 Jahre nach dem Völkermord im ostafrikanischen Ruanda ist erstmals in Großbritannien Anklage gegen einen mutmaßlichen Täter erhoben worden. Ein 65-Jähriger sei am Montag festgenommen und wegen Beteiligung an dem Völkermord sowie an Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt worden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit.
"Ihm wird vorgeworfen, Mord und Völkermord an den Tutsi durch andere angeordnet und dazu angestiftet zu haben", erklärte der Staatsanwalt Frank Ferguson. Bei dem Völkermord in Ruanda waren zwischen April und Juli 1994 etwa 800.000 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Mitglieder der Volksgruppe der Tutsi, aber auch gemäßigte Hutu.
Der Angeklagte stammt aus Ruandas Hauptstadt Kigali und lebt in London. Er soll am Dienstag vor einem Gericht in der britischen Hauptstadt erscheinen. Der 65-Jährige ist inzwischen britischer Staatsbürger und war bereits 2006 und 2013 zusammen mit vier weiteren Beschuldigten aufgrund eines von der ruandischen Justiz ausgestellten Haftbefehls festgenommen worden. Die von dem ostafrikanischen Land verlangte Auslieferung der fünf Männer lehnten britische Gerichte aber ab. (APA, red, 21.9.2026)
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