Es wird eine neue Pandemie geben“: WHO-Chef nennt die größte Schwachstelle der Welt
Stand: 13.10.2026, 14:06 Uhr

Die Welt ist heute besser auf Pandemien vorbereitet als 2020. Doch ein zentraler Mechanismus zum Austausch von Krankheitserregern fehlt noch.
Nach der COVID-19-Pandemie, mit der wir uns noch heute auseinandersetzen müssen, haben Fachleute weiterhin vor dem Risiko einer neuen Pandemie gewarnt. Sie forderten die Länder weltweit auf, sich auf die nächste Pandemie vorzubereiten. Denn die Frage ist nicht, ob eine neue Pandemie kommt, sondern wann.
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Dieser Artikel von Daniele Particelli entstand in Kooperation mit Gazzetta dello Sport.
Dies bekräftigte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am 24. September 2026 vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Beim hochrangigen Treffen zur Pandemieprävention, -vorsorge und -bekämpfung sagte er: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Pandemie kommt.“ Seiner Einschätzung nach ist die Welt noch nicht ausreichend darauf vorbereitet.
Neue Initiativen und ein internationales Pandemieabkommen
In den Jahren nach der Pandemie hat die Weltgesundheitsorganisation zehn Initiativen in fünf zentralen Bereichen gestartet. Dazu gehören der Pandemiefonds, das WHO-Zentrum für Pandemie- und Epidemieaufklärung in Berlin, das Programm Covax, das Programm zum mRNA-Technologietransfer in Südafrika und das globale Korps für Gesundheitsnotfälle.
Die Mitgliedstaaten verabschiedeten außerdem ein Paket von Änderungen an den Internationalen Gesundheitsvorschriften, die im September 2025 in Kraft traten. Bei der Weltgesundheitsversammlung im Mai 2025 wurde zudem das WHO-Pandemieabkommen verabschiedet. Der Generaldirektor bezeichnete es als „historischen Meilenstein“ und als Beleg dafür, dass „der Multilateralismus weiterhin funktioniert und lebendiger denn je ist“.
Pandemievorsorge muss sich weiterentwickeln
„Man kann nie sagen, dass die Welt ausreichend vorbereitet ist“, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus abschließend. „Denn die Bedrohung entwickelt sich weiter, und das müssen wir ebenfalls tun.“ Seine zweite Amtszeit als Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation endet 2027.
Was noch zu tun ist
Nach Einschätzung des WHO-Generaldirektors muss der Schwerpunkt nun auf dem System für den Zugang zu Krankheitserregern und den Vorteilsausgleich (PABS) liegen, über das die Länder noch verhandeln.Ohne dieses System könne das Ratifizierungsverfahren für das Pandemieabkommen nicht beginnen und das Abkommen nicht als völkerrechtliche Regelung in Kraft treten, bekräftigte Ghebreyesus. „Weitere Verzögerungen werden alle Länder teuer zu stehen kommen, wenn die nächste Pandemie eintritt.“
Was PABS ist
PABS ist ein Mechanismus zur Regelung des schnellen weltweiten Austauschs. Ausgetauscht werden sollen Proben und genetische Informationen von Krankheitserregern mit Pandemiepotenzial. Im Gegenzug soll das System eine gerechte Verteilung der daraus entstehenden Vorteile gewährleisten – von Impfstoffen bis hin zu Medikamenten.
Besser vorbereitet als früher, aber weiterhin großer Handlungsbedarf
„Es war die schwerste globale Gesundheitskrise des vergangenen Jahrhunderts, die mehr als 20 Millionen zusätzliche Todesfälle verursacht hat“, erklärte Ghebreyesus. „Sie hat der Weltwirtschaft einen Verlust von mehr als 10 Billionen Dollar zugefügt.“ Im Vergleich zur Ausgangslage beim Auftreten von COVID-19 seien wir zweifellos etwas besser vorbereitet, auch dank der WHO.
Schnellere Forschung und gerechter Zugang zu Impfstoffen und Behandlungen
Das System würde es ermöglichen, Wissenschaftler weltweit sowie Pharmaunternehmen und Hersteller schneller in die Erforschung neuer Bedrohungen einzubeziehen. Die WHO würde die Unternehmen und Hersteller jedoch zur Einhaltung konkreter Solidaritätsregeln verpflichten. Dazu zählt insbesondere die kostenlose oder preisreduzierte Bereitstellung von medizinischen Gütern für Entwicklungsländer und Regionen mit begrenzten Produktionskapazitäten. Damit soll verhindert werden, dass reichere Länder die verfügbaren Mittel aufkaufen, wie es während der COVID-19-Pandemie geschah.