Eschweges Bürgermeister im Goldfischglas: Gesprächskreis mit Nicola-Alexander Ferl


Stand: 23.10.2026, 19:44 Uhr

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Bei der Übergabe der Wünsche an den Bürgermeister entstand zwischen (von links) Vera Hickethier, Julia Kapinus, Ulrike Persch, Nicolas-Alexander Ferl, Birgit Elbracht und Gudrun Lang die Idee, die am häufigsten genannten Themen miteinander zu diskutieren.

Bei der Übergabe der Wünsche an den Bürgermeister entstand zwischen (von links) Vera Hickethier, Julia Kapinus, Ulrike Persch, Nicolas-Alexander Ferl, Birgit Elbracht und Gudrun Lang die Idee, die am häufigsten genannten Themen miteinander zu diskutieren. © Privat/nh

Die Initiative „Komm lass uns reden“ organisiert einen Gesprächskreis mit Nicola-Alexander Ferl. Dafür wird die Fishbowl-Methode in Eschwege genutzt.

Eschwege – Diese Gesprächsmethodik hat die Initiative „Komm lass uns reden“ selbst noch nicht angewandt. Fishbowl heißt sie und soll dafür sorgen, dass an sich fremde Menschen besser miteinander ins Gespräch kommen. Das erste Mal wird sie jetzt zusammen mit Eschweges Bürgermeister Nicola-Alexander Ferl angewandt. Am nächsten Donnerstag (29. Oktober) wird er mit Fragen konfrontiert, die Eschwegern seit einiger Zeit auf den Nägeln brennen.

Fishbowl (Goldfischglas) – auch Innen-/Außenkreis-Methode genannt – ist eine Version der Diskussionsführung in großen Gruppen mit dem Ziel, möglichst viele Teilnehmer aktiv zu beteiligen und somit eine Vielzahl unterschiedlicher Ideen und Perspektiven berücksichtigen zu können. Die Methode hat ihren Namen in Anlehnung an die runde Sitzordnung: Sie gleicht einem Goldfischglas, um das die Teilnehmer im Kreis herumsitzen. „Es ist ein Experiment“, sagt Birgit Elbracht über die neue Art der Diskussionsführung. Man wolle keine klassische Frage-Antwort-Situation mit dem Bürgermeister, sondern einen Dialog.

Dass Eschweges Bürgermeister Teil dieses Formats ist, hat eine längere Vorgeschichte. Im vergangenen Herbst hatte die Initiative „Komm lass uns reden“ den Demokratiebus nach Eschwege geholt. In der Eschweger Innenstadt und an der Anne-Frank-Schule konnten Passanten ihre Idee zum Thema „Wenn ich Bürgermeister wäre, würde ich …“ formulieren. Die Forderungen wurden jetzt dem neu gewählten Bürgermeister Nicola-Alexander Ferl übergeben. „Darauf müsste man ja auch antworten“, sagte Ferl bei der Übergabe. Daraufhin entwickelte die Initiative dieses das Fishbowl-Format.

Initiative 2025 gebildet

„Komm lass uns reden” ist eine Initiative, die sich im Frühjahr 2025 aus Engagierten sowie dem Awo‑Begegnungszentrum Amikaro, der Evangelischen Familienbildungsstätte – Mehrgenerationenhaus Werra-Meißner und dem Wir Vielfaltszentrum des Werra-Meißner-Kreises in Eschwege gebildet hat. Das Engagement hat bislang hauptsächlich in Eschwege stattgefunden, soll aber auf den gesamten Landkreis ausgeweitet werden. Wichtig ist der Initiative, Gespräche miteinander anstatt übereinander zu führen, einander zuzuhören und unterschiedliche Sichtweisen zu akzeptieren. (ts)

Unter dem Motto „Eschwege im Gespräch“ sind Eschweger am 29. Oktober um 18 Uhr in den Rathaussaal eingeladen, sich an einer Diskussion über Verkehr und ÖPNV, über die Innenstadt sowie über Kinder und Jugend zu beteiligen. Der Ablauf nach der Fishbowl-Methode sieht folgendermaßen aus: Sieben Teilnehmer im Innenkreis (im „Goldfisch-Glas“) diskutieren ein Thema, während die übrigen Teilnehmer in einem Außenkreis die Diskussion beobachten und Ideen der Personen des Innenkreises notieren. Möchte ein Teilnehmer aus dem Außenkreis zur Diskussion beitragen, setzt er sich auf den „Gast-Stuhl“, der im Innenkreis als freier Stuhl zur Verfügung steht. Der Teilnehmer aus dem Außenkreis kann darauf Platz nehmen und mitdiskutieren, bis er alles gesagt hat oder bis ein weiterer Teilnehmer aus dem Außenkreis auf dem Gast-Stuhl Platz nehmen will. Immer im Innenkreis dabei: Bürgermeister Ferl.

Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen begrenzt. Wer mitmachen möchte, meldet sich unter [email protected]. „Wir würden uns freuen, wenn Menschen verschiedenen Alters und aller Gesellschaftsschichten miteinander ins Gespräch kommen“, sagt  Ulrike Persch. Moderiert wird das rund zweistündige, von der Partnerschaft für Demokratie unterstützte Gesprächsangebot durch Rukin Tatli. (Tobias Stück)