Ein Angriff auf alle: Saudi-Arabien ruft Verbündete gegen die Huthis – und der Ölhandel zittert
Eskalation im Nahen Osten: Saudi-Arabien bekommt Rückendeckung gegen Huthi-Miliz
Stand: 25.09.2026, 22:11 Uhr
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Die Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien bedrohen den Ölhandel. International sammeln sich Unterstützer und es gibt Gespräche über den Mekka-Verteidigungspakt.
Janbu – Die Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien sind eine ernst zu nehmende Bedrohung für den weltweiten Ölhandel. Angesichts der eskalierenden Angriffe der islamistischen Miliz hat Saudi-Arabien Unterstützung von mehreren Verbündeten erhalten. Sowohl Frankreich als auch Großbritannien haben Unterstützung angekündigt. Zusätzlich haben sich die Außenminister von Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei am Donnerstag (24. September) getroffen, um ein „Dringlichkeitstreffen“ ihrer Militärchefs unter dem „Mecca Joint Defence Agreement“ zu diskutieren. Nach dem Abkommen gilt ein Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle.

Die mit dem Iran verbündeten Huthis haben zuletzt ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt. Am Donnerstag behauptete die Miliz, Aramco-Anlagen in Janbu und ein „sensibles Ziel“ in der Hauptstadt Riad getroffen zu haben. Saudi-Arabien gab laut Al Jazeera an, sechs ballistische Raketen abgefangen zu haben. Schäden wurden nicht bestätigt. In Janbu endet die Ost-West-Pipeline, die Rohöl von den Förderstätten am Persischen Golf ans Rote Meer transportiert. Damit ermöglicht es die Pipeline, die seit Beginn des Iran-Krieges blockierte Straße von Hormus zu umgehen. Die Huthi-Angriffe stellen damit nicht nur eine Bedrohung für Saudi-Arabien dar.
Saudi-Arabien unter Huthi-Beschuss: Frankreich und Großbritannien helfen
Zusätzlich zu ihren Angriffen auf die Pipeline bedrohen die Huthi-Angriffe im Roten Meer den Ölhandel. Die Miliz kontrolliert den Hafen Mocha im Jemen und mehrere Inseln im Roten Meer. Damit drohen die Huthis, die Straße von Bab al-Mandab zu blockieren. Die Meerenge verbindet das Rote Meer und den Suezkanal mit dem Indischen Ozean und ist nach der Blockade der Straße von Hormus zu einem bedeutenden Nadelöhr des weltweiten Handels geworden. Durch Bab al-Mandab fließen Al Jazeera zufolge rund zwölf Prozent des globalen Ölhandels. Der Brent-Ölpreis stieg nach den jüngsten Angriffen kurzzeitig auf über 108 Dollar je Barrel.
Angesichts dieser Bedrohung hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag in einem Interview die Entsendung von Soldaten, Radaranlagen und Verteidigungssystemen nach Saudi-Arabien angekündigt. Ziel sei der Schutz des Ölhafens Janbu am Roten Meer. Frankreich wolle sich nicht selbst in den Konflikt involvieren, „sondern das Gelände schützen“. Macron begründete den Einsatz auch wirtschaftlich. Täglich könnten über Janbu fünf Millionen Barrel Rohöl verladen werden. Eine Entspannung der Lage würde sich direkt auf die Spritpreise auswirken, so der französische Präsident.
Auch die Außenminister Saudi-Arabiens, Pakistans und der Türkei haben sich am Donnerstag getroffen. Es bleibt jedoch unklar, ob der Mekka-Verteidigungspakt ausgelöst wird. Sowohl Pakistan als auch die Türkei sind als Vermittler im Nahen Osten aktiv. Auch Großbritannien hat sich bereit erklärt, Saudi-Arabien militärisch zu unterstützen. Italien sprach sich für ein Engagement der EU im Roten Meer aus. Das berichtete die Tagesschau.
Die Huthis, auch genannt Ansar Allah (Anhänger Gottes), kämpfen seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die von Saudi-Arabien unterstützte Regierung des Jemen. Dieser Konflikt ist vor dem Hintergrund der Kriege Israels gegen die mit dem Iran verbündete Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah im Libanon sowie des Iran-Kriegs erneut aufgeflammt. (Quellen: Al Jazeera, Tagesschau) (cdz)