Frankfurt Galaxy: MIt List gegen die Langweile


Was für ein Auf und Ab bei der Frankfurt Galaxy in dieser Saison: Der Einzug in die Play-offs stand bis zum letzten Spieltag der Regular Season auf der Kippe. Erst mit dem Sieg gegen die Prague Lions sicherten sich die Frankfurter den Einzug ins Halbfinale. Dort warten an diesem Samstag (18 Uhr) im Stadion am Bornheimer Hang die Munich Ravens auf sie.

Der frühere Außenseiter aus der bayerischen Hauptstadt hat sich mittlerweile zum Favoriten gemausert. Einer der Gründe für den Siegeszug der Ravens ist die Herangehensweise von Quarterback Russell Tabor. Seine Philosophie: „Langweilig kann sexy sein!“

Während es ihm nach eigener Aussage früher um spektakuläre Aktionen ging, konzentriert er sich mittlerweile auf simple Würfe und eine sichere Ballverteilung. Die Umstellung erfolgte auf Anregung des General Managers der Münchner, Sean Shelton. Der bezeichnet sich selbst als „der langweiligste Quarterback aller Zeiten“.

Kontrolle, Geduld, konsequente Fehlervermeidung: Das ist die Formel der Mannschaft von Head Coach Kendral Ellison. Tabor führt den Erfolg der Mannschaft aber auch auf die gelungene Zusammenarbeit aller Vereinsteile zurück.

Ravens verpassen Saisonkrönung

Bisher waren die Ravens in dieser Saison in allen neun Spielen ungeschlagen geblieben und hatten Anfang August die starke Mannschaft der Paris Musketeers 45:22 besiegt. Vergangenen Samstag hatten sie die Chance, ihre Spielzeit zu krönen. Mit einem Erfolg im Auswärtsspiel gegen Nordic Storm wären sie an die Tabellenspitze geklettert.

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In Kopenhagen traten sie aber nur mit ihrer zweiten Garde an. Weil die Play-off-Teilnahme bereits gesichert war, wollte Trainer Ellison vor allem das Verletzungsrisiko für seine Stammspieler minimieren. Die Dänen dagegen spielten in Bestbesetzung, um sich den ersten Tabellenplatz der EFA zu sichern. Bereits nach fünf Minuten stand es 14:0. Mit einem Zwischenstand von 42:0 ging es in die Pause.

Angeschlagen gegen eine der besten Offensiven der Liga

Die Galaktischen konnten es sich nicht leisten, mit einer B-Mannschaft in Prag anzutreten. Ihr Sieg war notwendig. Welche Chancen bieten sich der Galaxy nun im Halbfinale? München dürfte in Frankfurt das stärkste Team ins Rennen schicken. Der direkte Vergleich fällt bisher ernüchternd aus: Das Hinspiel gegen die Ravens verlor Frankfurt 26:45. Im Rückspiel in München war die Mannschaft von Head Coach Thomas Kösling chancenlos:  38 Punkte standen auf Seiten der Bayern, fünf auf Frankfurter.

Ravens-Quarterback Tabor zählt zudem zu den effizientesten Spielmachern der aktuellen Saison. Ende Juli hatte er über 2000 Passing Yards – das waren genauso viele, wie die Defensive der Galaxy zum gleichen Zeitpunkt in allen Spielen insgesamt zuließ.

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Doch die Frankfurter gehen nicht nur sportlich angeschlagen aus der Regular Season hervor. Ende Mai trennte sich die Franchise von Offensive Coordinator Brandon Corbin, der erst im März 2026 verpflichtet worden war. Der Grund waren Spannungen zwischen ihm und Quarterback Ethan Garbers. Dieser wurde dann Ende Juli entlassen, da die Galaxy Zweifel an seinen Führungsqualitäten hatte. Zudem haben die kürzlich lauter werdenden Forderungen der Fans nach einem neuen Head Coach für zusätzliche Unruhe gesorgt.

Auftritt in Prag macht Hoffnung

So wird das Duell mit den Münchner Football-Titanen am Samstag ein harter Brocken. Mut macht aber der Auftritt von Galaxy in Prag. Dort überzeugte sie vor allem offensiv. Der „Kicker“ sprach anschließend von einem Offensiv-Feuerwerk.

Eine wichtige Rolle spielte Quarterback Zach Calzada. Nachdem er in der Vorwoche gegen Nordic Storm bei seinem Debüt noch Schwierigkeiten  hatte, zeigte er gegen die Löwen eine deutlich bessere Leistung. Er hatte großen Anteil am Sieg. Und: Im ersten Duell mit den Ravens hatte Frankfurt nach der Pause dem Favoriten phasenweise Probleme bereitet.

Für das Halbfinale dürfte es deshalb darauf ankommen, ob die Offensive der Galaxy abermals ins Rollen kommt und die Münchner mit variablen Spielzügen vor schwierige Entscheidungen stellt. In Prag setzte Calzada wiederholt Täuschungen ein und brachte die gegnerische Defensive damit aus dem Konzept.

Das Laufspiel der beiden Running Backs Antony Marvyn Bouembe und Gerald Ameln könnte ebenfalls wichtig werden, um zu Punkten zu kommen. Am vergangenen Spieltag gelang es Ameln, bei einem Lauf mehrere Verteidiger aussteigen zu lassen und anschließend einen Touchdown zu erzielen.

Wichtige Spieler kehren zurück

Von Vorteil könnte auch die Rückkehr der beiden Stammspieler Adria Botella Moreno und Steven Nielsen sein, die verletzt waren. Beide standen in Prag wieder auf dem Feld. Gerade von Botella geht offensiv viel Gefahr aus. Vor seiner Zwangspause erzielte er im Spiel gegen die Raiders Tirol zwei Touchdowns.

Vor dem ersten Halbfinale der EFA am Samstag sind die Rollen also klar verteilt. Nur vor heimischen Publikum wird sich die Galaxy keine Blöße geben und noch mal alle Kräfte mobilisieren wollen, um die Titanen aus Bayern zu Fall zu bringen.