„Extrem entspannt und gesellig“: Neue Sauna eröffnet mitten in München


Stand: 12.09.2026, 12:15 Uhr

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Max Rottenaicher zieht eine Sauna im Viertel Bahnwärter Thiel auf.

Max Rottenaicher zieht eine Sauna im Viertel Bahnwärter Thiel auf. © Markus Götzfried

Im Bahnwärter Thiel im Schlachthofviertel können Gäste seit Ende August für 18,90 Euro pro Slot schwitzen. Personal gibt es keines – den Aufguss machen die Nutzer selbst.

Stämmiger Rumpf, borstiges Fell, Schwimmhäute: Die Capybaras, die Wasserschweine aus Südamerika, gelten als Wellness-Freaks, weil sie gerne in heißen Quellen abtauchen. Nun werden sie zum Wappentier für ein besonderes Projekt: eine Sauna, die mitten im alternativen Kulturzentrum Bahnwärter Thiel im Schlachthofviertel entstanden ist. Ihr Name: Kapi-Sauna – in Erinnerung an Capybaras.

Schwitzen im Münchner Schlachthofviertel: Neue Sauna eröffnet mitten in München

Vor allem zwei Eigenschaften an dem größten lebenden Nagetier, das einem Murmeltier ähnelt, gefallen dem Münchner Max Rottenaicher: „Das Capybara ist extrem entspannt und gesellig“, sagt der 38-Jährige. Die Idee hatten Rottenaicher und sein Geschäftspartner Martin Dietrich bei einem Besuch in Bratislava. „Dort sind wir auf ein ähnliches Projekt gestoßen“, erinnert sich Rottenaicher.

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Er ist passionierter Saunagänger und tief in der Münchner Nacht- und Kulturszene verwurzelt. Rottenaicher war DJ und Veranstalter in verschiedenen Locations. Durch seine Kontakte, auch zu Daniel Hahn, dem Gründer und Geschäftsführer von Bahnwärter Thiel, ergab sich die Gelegenheit, inmitten des Kreativareals mit seinen ausrangierten Tram- und U-Bahnwägen und bemalten Containern eine Sauna zu eröffnen. In der Nachbarschaft im Atelierpark befinden sich Ateliers, Bistros, Läden und Werkstätten. Relaxen an einem urbanen Ort. „Ich finde den Kontrast gut.“

Eine Social-Sauna mit Self-Service m

Die Kapi-Sauna befindet sich in einem 20 Quadratmeter großen Container. Daneben gibt es einen zweiten Container, der als Umkleide dient. Ausgestattet mit einem Hauch Luxus: Fußbodenheizung, Holzverkleidung, Fliesen. Ansonsten bleibt das Design schlicht. Dazwischen gibt es einen abgeschirmten Außenbereich mit Duschen. „In der Kapi-Sauna sollen die Leute runterkommen und gemeinsam schwitzen.“

Die Geschichte eines besonderen Viertels

Das Kulturviertel Bahnwärter Thiel und der gleichnamige Techno-Club sind nach dem gleichnamigen Roman von Gerhart Hauptmann aus dem Jahr 1888 benannt. Die Erzählung, die auf einer wahren Begebenheit beruht, zählt zu den bedeutendsten Werken des Naturalismus und thematisiert die Bedrohung durch die Industrialisierung und den sozialen Druck auf den Einzelnen in der Gesellschaft. Das Kulturzentrum, das vor elf Jahren im Münchner Schlachthofviertel zunächst als Zwischenlösung entstand, setzt auf Gemeinschaft und Vielfalt. In ausrangierten Eisen- und U-Bahn-Waggons sowie in alten Containern ist ein lebendiger Ort für Kultur, alternative Szenen und Zusammengehörigkeit entstanden, in dem jeder willkommen ist.

Eine Social-Sauna mit Self-Service. Und so funktioniert’s: Auf der Homepage (https://kapisauna.de) können Kunden einen Slot von je 90 Minuten für 18,90 Euro buchen. „Dann trifft man dort mit Fremden zusammen.“ Und es gilt eine Textilpflicht. Heißt: Badehose und Bikini anlassen. Alternativ können Freundesgruppen mit maximal zehn Personen die ganze Sauna für sich reservieren, das kostet 149 Euro pro Slot. Nach der Buchung bekommen Gäste einen Zugangs-Code, mit dem sie die Tür öffnen. Personal ist nicht vor Ort. Den Aufguss dürfen Nutzer selbst machen. Nur manchmal soll es Events geben. Es herrschen stets 80 bis 90 Grad. Die Eröffnung hat Ende August stattgefunden, also mitten im Sommer. „So können wir noch Erfahrungen vor der Hauptsaison sammeln.“ Ganz entspannt im Sinne des Wasserschweins.