Ermittlungen behindert? New Mexico verklagt US-Justizministerium im Fall Epstein
Die Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaats New Mexico hat das US-Justizministerium wegen angeblicher Behinderungen bei ihren Ermittlungen zu Aktivitäten des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein verklagt. Sie wirft dem Ministerium vor, die Herausgabe ungeschwärzter Akten zu behindern – und damit die Ermittlungen zu Missbrauch, Menschenhandel und anderen Sexualdelikten in dem Bundesstaat zu erschweren. Das geht aus einer entsprechenden Mitteilung hervor.
Der oberste Staatsanwalt von New Mexico, Raúl Torrez, will mit der Klage die Herausgabe der unbearbeiteten Dokumente erzwingen. »Diese Akten und Dokumente sind von entscheidender Bedeutung für die laufenden Ermittlungen New Mexicos zu mutmaßlichen Straftaten auf Jeffrey Epsteins Zorro Ranch im Santa Fe County«, hieß es weiter.
Das US-Justizministerium äußerte sich zunächst nicht.
Drohnenaufnahme der sogenannten Zorro-Ranch in New Mexico (am 8. März)
Foto:
Rebecca Noble / REUTERS
Bereits zuvor hatte Torrez dem Ministerium vorgeworfen, die Zusammenarbeit zu verweigern. Ein Sprecher des Justizministeriums bezeichnete den Vorwurf gegenüber dem Nachrichtenportal »Axios« damals als »falsch«. Diese Akten ungeschwärzt weiterzugeben, würde gegen Gesetze verstoßen.
Im Zentrum der Ermittlungen: die »Zorro-Ranch«
Die Ermittlungen gegen Epstein in New Mexico waren ursprünglich 2019 auf Antrag der Staatsanwaltschaft des Southern Districts in New York eingestellt worden. Im Zentrum der Ermittlungen steht die »Zorro-Ranch« nahe der Ortschaft Stanley, Epstein kaufte sie 1993. Medienberichten zufolge soll es dort zu sexuellem Missbrauch und Menschenhandel gekommen sein.
Das Anwesen umfasst rund 3000 Hektar und liegt in einer dünn besiedelten, kargen Hochwüste südlich von Santa Fe, die nächsten Nachbarn meilenweit entfernt. Die Ranch gilt als eines der weniger bekannten früheren Epstein-Anwesen.
Nachdem das Justizministerium vor einigen Monaten Millionen von Epstein-Akten – allerdings teilweise geschwärzt – veröffentlicht hatte, hatte die Staatsanwaltschaft in New Mexico angekündigt, die Ermittlungen wieder aufnehmen zu wollen.
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Der Multimillionär Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem zahlreiche junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Unter seinen Klienten sollen viele einflussreiche Menschen gewesen sein.
Vor fast 20 Jahren kamen erste Vorwürfe vor Gericht, und Epstein bekannte sich in bestimmten Punkten schuldig. Jahre später wurde der Fall neu aufgerollt und der Multimillionär wieder festgenommen. Noch bevor ein mögliches weiteres Urteil gefällt werden konnte, starb der Finanzier am 10. August 2019 im Alter von 66 Jahren in seiner Gefängniszelle. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.
Eine Recherche der »New York Times« gibt Einblick in Epsteins letzte Wochen. Sie zeigt einen Mann, der über Donald Trump schimpft und mit den Haftbedingungen hadert. Mehr dazu hier .