„Ihr seid feige Schweine!“: Ex-Eintracht-Trainer offenbart schlimmste Entlassung seiner Karriere


Stand: 08.10.2026, 14:07 Uhr

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Friedhelm Funkel trainierte von 2004 bis 2009 erfolgreich Eintracht Frankfurt. Rund zehn Jahre später erlebte er eine bittere Entlassung in Düsseldorf.

Frankfurt – Friedhelm Funkel gehört untrennbar zur jüngeren Geschichte von Eintracht Frankfurt. Von 2004 bis 2009 prägte der Rheinländer die Mannschaft, führte sie direkt nach dem Abstieg zurück in die Bundesliga und erreichte sogar das DFB-Pokalfinale. Nun blickt der 72-Jährige auf eine andere Station zurück – und erzählt von einem Karriere-Moment, der ihn bis heute besonders beschäftigt.

Friedhelm Funkel erlebte 2020 einen bitteren Rausschmiss bei Fortuna Düsseldorf.

Friedhelm Funkel erlebte 2020 einen bitteren Rausschmiss bei Fortuna Düsseldorf. © picture alliance/dpa | Tom Weller

In einem Gespräch mit dem Magazin 11Freunde bezeichnet Funkel die Trennung von Fortuna Düsseldorf im Januar 2020 als „schlimmste Entlassung meines Lebens“. Der Schritt traf ihn demnach völlig unvorbereitet: Am Vortag war er noch zum Trainer des Jahres der Stadt Düsseldorf gewählt worden. Nach einer Negativserie im Abstiegskampf zog die Fortuna dennoch die Reißleine.

Elf Jahre nach Eintracht Frankfurt: Funkel erlebte bittere Entlassung in Düsseldorf

Funkel kann die Entscheidung bis heute nicht nachvollziehen: „Weil ich sie nicht erwartet habe und sie noch heute für völlig unnötig halte. Und weil ich sie einfach nicht verstehen konnte.“ Demnach hätte er sich nicht eine Sekunde mit einem möglichen Abstieg beschäftigt. „Ich hatte null Gedanken daran verschwendet, dass ich freigestellt werde. Wir haben eine sehr erfolgreiche Zeit gehabt, alles stimmte. Ich war fest davon überzeugt: Wir schaffen den Klassenerhalt.“

Weiter schildert Funkel den emotionalen Ausnahmezustand im Moment seiner Entlassung. Ein Mitarbeiter habe ihn zum Vorstand gebeten, anschließend bestätigte Sportvorstand Lutz Pfannenstiel die Freistellung. Vorstandschef Robert Schäfer habe nach Funkels Darstellung geschwiegen. Daraufhin stieß der Trainer einen Stuhl um und rief den Verantwortlichen zu: „Ihr seid feige Schweine!“

Gerade aus Frankfurter Sicht ist die Einordnung wichtig: Funkels bitterstes Aus ereignete sich demnach nicht am Main. Bei der Eintracht endete seine fünfjährige Amtszeit zum 30. Juni 2009 im gegenseitigen Einvernehmen. Er stand in 194 Pflichtspielen an der Seitenlinie und ist damit bis heute der SGE-Coach mit den viertmeisten Spielen überhaupt.

Seine Zeit in Frankfurt war dennoch nicht frei von Spannungen. In der Saison 2008/09 wuchs im Umfeld des Vereins die Kritik, im Stadion gab es sogar „Funkel raus“-Rufe. Der Abschied verlief jedoch anders als in Düsseldorf ohne Wutausbruch. Funkel selbst spricht über Frankfurt heute mit großer Wärme. „Es war eine großartige Zeit“, sagte er rückblickend. Die Eintracht sei „ganz tief in meinem Herzen“. Der Klub würdigte ihn 2023 anlässlich seines 70. Geburtstags für sein Lebenswerk. (LuHa)