Feuerwehrauto, in dem es schon gebrannt hat, wird ersetzt – Kommandant: „Am liebsten wenig Touchscreen“


Stand: 07.08.2026, 08:00 Uhr

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Das Löschgruppenfahrzeug 16/12 der Moosburger Feuerwehr.

Hat schon 30 Jahre auf dem Buckel: Das Löschgruppenfahrzeug 16/12 soll ersetzt werden. © FW

Ein 30 Jahre alter Einsatz-Lkw der Moosburger Feuerwehr soll ausgemustert werden. Der Nachfolger kostet rund 600.000 Euro – und das ist bereits die billigere Variante.

Moosburg – Wäre es ein privater Pkw, könnte man jetzt das H-Kennzeichen für Oldtimer anschrauben. Doch die Rede ist von einem 30 Jahre alten MAN-Löschgruppenfahrzeug, das sich nach wie vor im Dienst der Moosburger Feuerwehr befindet und über zwei Jahrzehnte als erstausrückendes Fahrzeug im Stadtgebiet zu sämtlichen Einsätzen gelenkt wurde. Entsprechend hoch ist auch die Laufleistung des LF 16/12 mit dem Funkrufnamen Florian Moosburg 41/1. Wegen des Alters und einiger Mängel soll nun ein Ersatzfahrzeug beschafft werden. Vorher musste aber noch der Stadtrat seinen Segen geben.

Christian Braun, 1. Kommandant der Moosburger Wehr, schilderte im Gremium, es sei in dem Lkw unter anderem bereits zu einem Kabelbrand gekommen, außerdem seien die Halterungen für die Atemschutzgeräte reparaturanfällig. Fotos, die Braun dabei hatte, zeigten zudem von Rost zerfressene Karosserie hinter einem Kotflügel.

Verschmorte Kabel in Fahrzeug

Technische Mängel: Die Floriansjünger hatten es in ihrem Fahrzeug schon unter anderem mit einem Kabelbrand zu tun. © FW

Für das Löschgruppenfahrzeug LF10, das als Ersatz beschafft werden soll, werden laut Sitzungsunterlage rund 600.000 Euro fällig, wovon 130.000 die Regierung von Oberbayern übernehmen dürfte. Beim Verkauf des Altfahrzeugs, das dann üblicherweise ins Ausland geht, erwartet die Stadt rund 10.000 Euro Einnahmen. Wie Braun betonte, wäre laut Bedarfsanalyse eigentlich ein größeres LF20 als Ersatz empfohlen, „wir gehen aber freiwillig eins tiefer, uns reicht das deutlich günstigere LF10“. Das spare dem Steuerzahler gut 100.000 Euro. Ausgeschrieben werden muss das Fahrzeug europaweit, bis zur Auslieferung dürften laut Braun rund zwei Jahre vergehen. Bezüglich des Fabrikats präferiere die Moosburger Wehr MAN, „weil dann alle Pumpen und Fahrgestelle gleich sind“.

Grundsätzlich versuche man, so viel Geld wie möglich einzusparen. Gleichzeitig sei man aus eigenem Interesse dahinter, so einfache Technik wie möglich zu bekommen. „Überall, wo ein Kabel hinführt, kann auch was kaputtgehen“, sagte Braun. „Am liebsten ist uns wenig Touchscreen und stattdessen ein Schalter „Ein/Aus“.

Rost am Feuerwehrauto

Rostige Karosserie: Dem alten „Florian Moosburg 41/1“ merkt man an vielen Stellen sein fortgeschrittenes Alter an. © FW

Für Reinhard Lauterbach (FW) stand fest, dass „Ehrenamt Spaß machen muss“ und das gehe nur, wenn das Material und Werkzeug passe. Er unterstützte deshalb den Antrag, wollte allerdings wissen, ob man sich nicht der LF10-Sammelbeschaffung des Landesfeuerwehrverbands anschließen könne, die er mitbekommen habe. Christian Braun erklärte aber, dass es sich dabei nicht um das für Moosburg passende Fahrzeug handle.

Michael Stanglmaier (Grüne) hatte eine Verständnisfrage: „Es gibt ja wegen des Klimawandels immer mehr Einsätze im Katastrophenschutz. Inwieweit kann das Löschgruppenfahrzeug auch für andere Zwecke eingesetzt werden?“ Christian Braun konnte hier die erhoffte Antwort liefern: „Da kommt eine Flachwassersaugpumpe rein, eine große Schmutzwasserpumpe und ein Wassersauger – eben all die Sachen für Einsätze, die die Zukunft so bringt.“ Einige Lacher erntete er für den Nachtrag: „Ihr wählt den Notruf, und wir arbeiten das ab. Fertig.“

Nachdem noch weitere Stadtratsmitglieder ihre Unterstützung kundgetan und der Feuerwehr für ihr Engagement gedankt hatten, wurde die Ersatzbeschaffung einstimmig beschlossen.