Feuerwehrhaus-Bau verzögert sich: Gemeinde besitzt Grundstück rechtlich nicht
Stand: 22.08.2026, 12:00 Uhr
Kommentare

Der Neubau des Feuerwehrhauses in Attenkirchen verzögert sich weiter. Die Gemeinde ist nicht Eigentümerin des Grundstücks, auf dem gebaut werden soll.
Attenkirchen – Die Realisierung des zuletzt mit 4,6 Millionen Euro veranschlagten Neubaus des Feuerwehrhauses am Baugebiet „Oberes Straßfeld“ in Attenkirchen zieht sich. Heuer, so viel musste Bürgermeister Mathias Kern in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats auf Nachfrage mitteilen, wird sich nichts mehr auf der geplanten Baustelle tun.
Inhaltliche Fehler im Kaufvertrag
Rückblick: Im Dezember vergangenen Jahres machte Bürgermeister Mathias Kern während der Bürgerversammlung publik, dass kurz vor der Vertragsunterzeichnung des Kaufvertrages „inhaltliche Fehler“ festgestellt worden seien – wobei er beim Zustandekommen der Verträge noch gar nicht im Amt gewesen sei. Herausgestellt habe sich jedoch, dass das Grundstück, auf dem das Feuerwehrhaus entstehen soll, de facto nicht Eigentum der Gemeinde ist. „Uns gehört es rein rechtlich nicht“, sagte Kern über das Vorhaben im Baugebiet „Oberes Straßfeld“, in dem neben dem Feuerwehrhaus auch sechs Einfamilienhäuser und zwei Doppelhaushälften entstehen sollen.
Das waren schlechte Nachrichten für die örtliche Feuerwehr, deren altes Feuerwehrhaus an der Schulstraße aus allen Nähten platzt und längst nicht mehr den aktuellen Standards entspricht. Man sei aber guter Dinge, die Schwierigkeiten aus der Welt schaffen zu können, sagte Kern damals. Doch der Bau des neuen Feuerwehrhauses verzögerte sich weiter. Im März gab Kern dann vorsichtig Entwarnung. „Wir sind in guten Gesprächen“, erklärte der Gemeindechef.
Doch es geht noch immer nicht voran: Wie sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung herausgestellt hat, ist eine Lösung noch nicht abzusehen. Während der Einwohnerfragestunde räumte Kern ein, „dass in diesem Jahr keine Bagger rollen werden“. Das könne man ganz sicher so sagen. „Es wird sehr viel getippt oder auch geschrieben werden – da steht sehr viel Juristisches an“, ergänzte Kern zum aktuellen Stand der Dinge.
Es gibt auch positive Überraschungen
Auf FT-Nachfrage konkretisierte er die Problematik. Als Knackpunkt habe sich herausgestellt, dass mittlerweile eine Gesamterschließung des Baugebietes angestrebt werde. Dazu seien städtebauliche Verträge mit dem Grundstückseigentümer notwendig. Außerdem müsse der Kaufvertrag neu aufgestellt und noch mal unterschrieben werden. Auch eine Aktualisierung des Verkehrswertgutachtens sei noch vonnöten. „Es liegt nicht am Geld“, stellte Kern hierzu klar. Wenngleich die Kostenverteilung bei der Erschließung schon eine Rolle spiele, wie er im Gemeinderat zu bedenken gab.
Zielsetzung sei es jetzt, im nächsten halben Jahr die ganzen rechtlichen Verhandlungen abzuschließen. Erst danach könne damit begonnen werden, das Projekt in Angriff zu nehmen. Bisher gebe es nämlich keinen bekannt gemachten Bebauungs- und Flächennutzungsplan. Die öffentliche Auslegung stehe ebenfalls noch aus. Die Hoffnung, dass alles doch noch zur Zufriedenheit aller Beteiligten über die Bühne geht, hat Kern aber noch nicht aufgegeben. „Wir haben einen Vertragspartner, der das auch sehr gutwillig macht, das muss ich jetzt mal sagen. Also keine Vorwürfe“, stellte Kern im Gemeinderat fest. „Aber wir müssen das klären, und das ist halt sehr, sehr aufwendig.“
Gleichzeitig sprach er aber auch von positiven Überraschungen. In der Zwischenzeit seien erfreulicherweise auch die Förderungen gestiegen. Und auch was die Eigenleistung aus den Reihen der Feuerwehr und das Engagement örtlicher Firmen anbelangt, zeigt sich Kern zuversichtlich. Man setze auf eine Zusammenarbeit mit Unternehmen, die der Sache wohlgesonnen sind.
Es gehe darum, Kosten zu sparen – weil jeder Euro natürlich helfe, das Projekt und damit auch den Haushalt „zu schultern“, machte Kern im Rat deutlich.