Filmteam dreht „Max und die Wilde 7" zum dritten Mal in Büdingen


Stand: 21.07.2026, 07:00 Uhr

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Die Lieferwagen im Schlosshof sind der äußere Hinweis auf die Dreharbeiten.

Die Lieferwagen im Schlosshof sind der äußere Hinweis auf die Dreharbeiten. © Oliver Potengowski

Bis Freitag liefen im Büdinger Schloss die Dreharbeiten für den Kinderkrimi „Max und die Wilde 7 – Die Drachenbande". Unter dem Dach wurde die Wohnung für Max eingerichtet – bei 30 Grad Außentemperatur.

Büdingen – „Büdingen ist wirklich in mehrfacher Hinsicht ein Geschenk“, freut sich Regisseur Winfried Oelsner. Zum dritten Mal ist er in der Stadt, um einen Kinderkrimi der Reihe „Max und die Wilde 7“ zu verfilmen, den er gemeinsam mit Lisa-Marie Dickreiter geschrieben hat. Neben der pittoresken Kulisse von Stadt und Schloss ist es vor allem die Zusammenarbeit mit den Schlossherren, die er und Produzent Tonio Kellner schätzen. „Wir haben das Glück, dass wir mit der Familie zu Ysenburg und vor allem Erbprinz Casimir sehr gute Gastgeber gefunden haben.“

In Einzelteilen wird der schwere Kamerawagen bis in den obersten Stock des Wachtbaus getragen und dort zusammen gebaut.

In Einzelteilen wird der schwere Kamerawagen bis in den obersten Stock des Wachtbaus getragen und dort schließlich zusammengebaut. © Oliver Potengowski

Auch für den dritten Teil der Kinderkrimi-Serie werden Räume des Schlosses zur fiktiven Seniorenresidenz Geroldseck, in der die Mutter der Titelfigur angestellt ist und gemeinsam mit Max wohnt. Die in dieser Mehrgenerationen-WG entstandenen Freundschaften bilden den Hintergrund der Erzählungen von Oelsner und Dickreiter. „Wir haben hier ein fantastisches Ambiente: die Bibliothek, lange Flure, viele Treppenhäuser – alles, was man sich als Kulisse nur wünschen kann“, ist der Regisseur vom Schloss als Drehort begeistert.

Stadtbummel

Anscheinend genossen auch die Darsteller den Aufenthalt in Büdingen. Alwara Höfels, die Max’ Mutter spielt, nutzte die Zeit zwischen ihren Szenen für einen Bummel durch die Vorstadt. Gerne ließ sie sich für Christine Brand beim Schuhkauf fotografieren.

„Uns wird hier sehr viel Grundvertrauen entgegengebracht“, sagt Oelsner und dankt der Familie Ysenburg. „Die Räume, die uns gefallen haben, durften wir benutzen“, bestätigt Kellner. Dabei sind sich beide bewusst, dass das Filmteam eine besondere Verantwortung hat. „Man bewegt sich in einem historischen Gebäude“, betont der Produzent. Parkettböden werden zusätzlich mit Teppichen abgedeckt, damit die Kamera- und Beleuchtungsausrüstung keine Druckstellen im Holz hinterlässt.

Für die authentische Kulisse der stilgerecht möblierten Räume im Schloss nimmt Oelsner auch Einschränkungen in Kauf. „Filmschaffende suchen normalerweise möglichst große Räume“, erläutert er. Das bietet mehr Möglichkeiten, mit der Tiefenschärfe der Bilder zu arbeiten. Dazu haben die vielen Mitglieder des Teams mehr Platz.

Obwohl in manchen Räumen des Schlosses Möbel beiseitegeräumt werden, bleiben die Platzverhältnisse beengt. „Wir hatten einen Spezialfall“, berichtet der Regisseur. Unter dem Dach war die Wohnung für Max und seine Mutter eingerichtet worden. Neben der Enge war auch das Wetter belastend. „Wenn Sie 30 Grad haben und die Sonne tagelang auf das Dach knallt, dann haben Sie da oben Sauna.“

Außenaufnahmen auf Burg Braunfels

Wenn der Film im Herbst nächsten Jahres in die Kinos kommt, werden Besucher, die das Büdinger Schloss kennen, sich vermutlich wundern. Die markante Außenansicht mit Turm und innerem Schlosshof und auch die beiden Wächter am Zugang werden nicht zu sehen sein. Denn die Außenaufnahmen der Seniorenresidenz Geroldseck entstehen in diesen Tagen auf Burg Braunfels bei Wetzlar.

Damit gelingt den Darstellern ein kleines Kunststück. Mit einem Schritt aus dem Burghof in die Räume von Schloss Büdingen überwinden sie eine Entfernung von über 80 Kilometern. „Es passiert oft bei Filmen, dass man verschiedene Motive als eins erzählt“, erläutert Oelsner. Dabei ist Sorgfalt gefordert – etwa beim Blick aus einem Fenster. Auch bei einer Szene, in der ein VW Käfer aus einer historischen Scheune fährt, muss vermieden werden, dass das Büdinger Schloss im Hintergrund zu sehen ist.

Für eine Szene verpflichtet Regisseur Winfried Oelsner kurzerhand Fabio Coletta als Komparsen, um einen Polizisten zu spielen.

Für eine Szene verpflichtet Regisseur Winfried Oelsner kurzerhand Fabio Coletta als Komparsen. © Oliver Potengowski

Weil auf Burg Braunfels außer den Burgherren auch die Mieter von Wohnungen leben und das Museum täglich für Besucher geöffnet ist, wären die Dreharbeiten dort aufwendiger als in Büdingen gewesen. „Geschlossene Räume sind immer besser“, stellt Kellner fest. „Wenn man mit Uschi Glas auf der Straße dreht, gibt es immer Menschen, die stehen bleiben.“

Im Unterschied zu den ersten beiden Teilen gibt es dieses Mal außer dem Schloss keine Drehorte in Büdingen. Weil die Produktion von der bayerischen Filmförderung unterstützt wurde, wurde auch im unterfränkischen Alzenau gedreht. Wegen der Beteiligung einer Schweizer Produktionsfirma sind außerdem Aufnahmen in Bern geplant.

In den Gesprächen mit Kellner und Oelsner wird deutlich, dass sie gerne in Büdingen arbeiten. Beide loben die Unterstützung, die sie auch spontan in der Region erfahren haben, um ihre Ideen umzusetzen.

Oelsner sieht zudem das Potenzial der Stadt für weitere Filme außer der Reihe „Max und die Wilde 7“. „Es ist interessant, dass Büdingen unheimlich viel zu bieten hat, aber relativ unbekannt ist“, wundert er sich. Doch gerade darin liege ein Vorteil. „Die Stadt ist unverbraucht.“