„Die Ermittlungen laufen“: Finnland vermutet Verletzung seines Luftraums durch Russland


Stand: 21.08.2026, 07:28 Uhr

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Ein russisches Flugzeug soll in Finnlands Luftraum eingedrungen sein. Es ist nicht der erste Vorfall: Auch andere NATO‑Staaten meldeten russische Provokation.

Helsinki – Im April 2023 trat Finnland der NATO bei und gab – als Reaktion auf den russischen Einmarsch in der Ukraine – seine jahrzehntelange Neutralität auf. Der Staat wollte als Mitglied des Militärbündnisses geschützt sein, wenn passiert, was erneut vermutet wird: Am Donnerstagnachmittag soll ein russisches Flugzeug in den finnischen Luftraum eingedrungen sein. Das Flugzeug habe den westlichen Teil des Finnischen Meerbusens verletzt, heißt es aus Helsinki.

MiG-29-Kampfjet

Ein MiG-29-Kampfjet der russischen Luftwaffe (rechts im Bild). (Symbolfoto) © Sergei Chirikov / EPA / picture alliance

 „Jeder Verdacht auf eine territoriale Verletzung wird ernst genommen“, sagte Verteidigungsminister Antti Häkkänen laut einer Mitteilung. „Die Ermittlungen laufen.“ Es wurde bereits eine Untersuchung eingeleitet, erklärte das finnische Verteidigungsministerium weiter. Demnach ermittelt die finnische Grenzschutzbehörde. Um welchen Flugzeugtyp es sich gehandelt hat, ist derzeit noch nicht bekannt oder öffentlich gemacht worden.  

Russland schon mehrfach in NATO-Luftraum eingedrungen

In Finnland hat es bereits mehrfach ähnliche Vorfälle gegeben. Im Mai und Juni sollen mutmaßliche russische Militärflugzeuge in den finnischen Luftraum eingedrungen sein, einmal vor der Halbinsel Porkkala und einmal östlich der Hauptstadt Helsinki. In der Folge hatte Helsinki den russischen Geschäftsträger einbestellt. Der NATO‑Staat Finnland teilt eine mehr als 1.300 Kilometer lange Grenze mit Russland.

Provokationen durch Russland gegenüber einem NATO-Staat sind nicht selten. Erst Anfang August hatte die polnische Luftwaffe innerhalb einer Woche ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen. „Heute Morgen kam es erneut zum Abfang eines russischen Aufklärungsflugzeugs vom Typ Il-20M“, schrieb Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz auf X. Man habe das Aufklärungsflugzeug jedoch „56 km nordwestlich von Koszalin“ abfangen können: „Russland führt erneut provokative Aktionen in der Nähe der Grenzen von NATO-Mitgliedstaaten durch und stellt damit die Wachsamkeit und Einsatzbereitschaft der Verteidigungssysteme des Bündnisses auf die Probe.“

Wegen Vorfällen wie diesen verurteilten die NATO‑Verbündeten jüngste Verletzungen des Luftraums, insbesondere in Polen und Rumänien. Russland trage die volle Verantwortung für die Luftraumverletzungen, teilte die NATO nach einer Sitzung der ständigen Vertreter der Bündnisstaaten mit. Diese Vorfälle seien gefährlich und inakzeptabel und zeigten, dass Russland zunehmend bereit sei, Risiken einzugehen. (Quellen: AFP, dpa, eigene Recherche) (ktho)