Gefährlicher Fund: Fischer zieht giftigen Kugelfisch aus der Adria


Publiziert19. September 2026, 19:03

KroatienFischer zieht giftigen Kugelfisch vor Urlaubsort aus Mittelmeer

Der Hasenkopf-Kugelfisch enthält ein Nervengift, das Lähmungen und Atemstillstand verursachen kann. Nun soll der Fund in Rijeka untersucht werden.

Alessia Rambaldi

Darum gehts

Eigentlich hatte es Dražen Puškaš am Dienstag beim Angeln vor Rijeka auf Blaufische und Tintenfische abgesehen. Nach rund 45 Minuten ohne Erfolg wechselte er den Köder – und zog kurz darauf einen giftigen Kugelfisch aus der Adria. Das berichtet «Novi List».

«Zuerst dachte ich, es sei ein Aal. Dann sah ich jedoch die grauen Flecken auf seinem Rücken. Normalerweise fasse ich Fische, die ich nicht kenne, nicht mit den Händen an. Deshalb hielt ich ihn mit einer Zange fest, um den Köder zu entfernen», erklärt der Angler.

Tier wird Naturkundemuseum übergeben

Eine Online-Suche brachte schliesslich Klarheit: Der erfahrene Angler hatte einen Hasenkopf-Kugelfisch gefangen. Die invasive Art enthält Tetrodotoxin – ein starkes Nervengift, das Lähmungen und Atemstillstand verursachen kann.

Puškaš wollte den Fisch deshalb nicht wieder ins Meer setzen. Schliesslich übergab er ihn dem Naturkundemuseum in Rijeka, wo das Tier untersucht werden soll. Zuvor teilte er seinen Fund in einer Anglergruppe auf Facebook.

Kugelfisch breitet sich im Mittelmeer aus

Beim Hasenkopf-Kugelfisch, der in der Wissenschaft auch Lagocephalus sceleratus genannt wird, handelt es sich um eine invasive Art. Ursprünglich war die Kugelfischart im Indischen und Pazifischen Ozean heimisch. Über den Suezkanal ist sie ins Mittelmeer eingewandert und breitet sich dort seit Jahren aus.

Auch in der Adria ist der Hasenkopf-Kugelfisch inzwischen mehrfach nachgewiesen worden, erstmals im Jahr 2012 in der Region Dubrovnik. Seither wurden auch Exemplare weiter im Norden entdeckt – nun auch bei Rijeka.

Was würdest du tun, wenn du beim Angeln einen unbekannten Fisch fängst?

Ich würde ihn nicht anfassen und mich zuerst informieren.

Ich würde eine Fachstelle kontaktieren.

Ich würde ihn wieder freilassen.

Keine Ahnung, ich angle nicht.

Etwas anderes.

Alessia Rambaldi

Alessia Rambaldi (ram) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Nach einem Praktikum im Ressort Bern wechselte sie im Mai 2025 an den Newsdesk.

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