Flughafen Samedan - Der einzige Flughafen, wo man in 5 Minuten auf der Skipiste ist
Schon der griechische Reeder Stavros Niarchos liess sich in den 1960er-Jahren die Morgenzeitungen per Privatjet aus Paris zum Flughafen Samedan liefern. Auch heute noch landen täglich Privatjets auf dem Rollfeld mitten im Oberengadin. Und doch sind Privatjets bei weitem nicht das einzige, was den Flughafen Samedan definiert.
Von 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr dürfen in den Sommermonaten Flugzeuge auf dem Flughafen starten und landen.
SRF / Max Fischer
Der Flughafen Samedan sorgt immer wieder für politische Diskussionen, ist aber kaum mehr aus dem Tal wegzudenken und in gewissen Bereichen systemrelevant. Vier Fakten über den teils umstrittenen Flugplatz mitten im Oberengadin.
Fakt 1: Mehr Helikopter als Jets
Privatjets machen laut Martin Binkert, Flughafenmanager am Flughafen Samedan, etwa 20 Prozent der Flugbewegungen im «Engadin Airport» aus. Die restlichen 80 Prozent dienen der öffentlichen Sicherheit, Hüttenversorgung und Rettungsflügen. Solche Rettungsflüge würden auch wegen der vermehrt zentralisierten medizinischen Infrastruktur in Spitälern immer wichtiger. «Schnelle Transportwege sind wichtig», sagt Binkert.
Transporte für Alphütten, Rettungstransporte oder wenn das Engadin im Winter von den regulären Zubringerwegen auf den Strassen oder Schienen abgeschnitten ist: Dann kommen Helikopter zum Einsatz um die Versorgung im Tal zu garantieren.
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Alleine die Rega, welche seit den 1970er-Jahren vor Ort im Engadin stationiert ist, verzeichnet jährlich fast 700 Einsätze vom Engadiner Flughafen aus.
Fakt 2: Wichtiger Wirtschaftstreiber
Mittlerweile stehen über 1000 Jobs in Verbindung mit dem Flughafen in Samedan. Eine Studie der Universität St. Gallen zeigt ausserdem, dass der Flugplatz jährlich rund 200 Millionen Franken Umsatz im Tal generiert: direkt als Arbeitgeber und indirekt als Tourismustreiber.
Einerseits tragen die ansässigen Aviatik-Unternehmungen mit über 70 Vollzeitstellen, die überwiegend von Einheimischen besetzt werden, einen Teil dazu bei. Andererseits ist es die Tourismusindustrie im Engadin, die direkt vom Standort des Flughafens profitiert, weil sie so im Wettbewerb mit anderen Destinationen ein zahlungskräftiges Publikum anlockt bzw. einfliegt.
«Es ist der einzige Flughafen, von dem man in fünf Minuten im Skigebiet ist», sagt Martin Binkert.
Fakt 3: Höchster Flughafen mit vielfältigem Klientel
Auf 1707 Meter über Meer gelegen, ist der «Engadin Airport» der höchstgelegene Flughafen in Europa. Das bringt für die Piloten aus aller Welt auch Herausforderungen mit sich: Die Höhe und die damit verbundene dünnere Luft führen dazu, dass die Triebwerke weniger Leistung erbringen.
«Das Gefährlichste sind die Wetterumschwünge und schlechte Sicht», sagt der Flughafenmanager. Für alle Piloten, die das Gelände und die lokale Geografie nicht kennen, kann es brenzlig werden. Darum hat der Flughafen für Piloten eine Einweisungspflicht. Das heisst, die Piloten werden für den An- und Abflug geschult.
Neben dem Rollfeld gestaffelt in einer Reihe stehen ausserdem zahlreiche Segelflieger, die hier regelmässig abheben. Die Bedingungen für Segelflüge im Tal sind gut.
«Vom Modellflugzeugpilot, der ein paar Franken im Sack hat, bis zum reichsten Menschen der Welt haben wir eine diverse Kundschaft hier», sagt Flughafenmanager Binkert. Es seien alle willkommen auf dem Flughafen.
Fakt 4: Begehrtes Ziel für Plane Spotter
Für Aviatik-Enthusiasten oder Plane Spotter ist der Flughafen Samedan ein Paradies. So nah an die Flugzeuge ran wie auf «airside» in Samedan, also auf dem abgesicherten Flughafengelände, kommt man selten. Der Flughafen gibt Plane Spottern die Möglichkeit, aufs Flughafengelände zu gehen. Dafür müssen die Enthusiastinnen und Enthusiasten aber einen Test absolvieren.