Haben Blondinen tatsächlich mehr Spass?


Gängiges Klischee

Haben Blondinen wirklich mehr Spass?

Georgina Rodriguez (32), die Ronaldo-Verlobte, ist plötzlich blond und mit ihr flammt eine uralte Frage wieder auf: Haben Blondinen wirklich mehr Spass oder ist das nur ein hartnäckiges Klischee aus Filmen, Werbung und Popkultur?

Publiziert: 17:32 Uhr

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Aktualisiert: 17:48 Uhr

Darum gehts

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Valeska Jansen

Während Social Media die Verwandlung der sonst dunkelhaarigen Ikone feiert (offenbar hat es sich allerdings um eine platinfarbene Perücke gehandelt, denn einen Tag nach ihrer Erblondung erschien Rodriguez wieder mit ihrer gewohnt brünetten Mähne), lohnt sich ein genauerer Blick darauf, was eine neue Haarfarbe mit unserem Selbstbild – und mit den Reaktionen unserer Umwelt – machen kann.

Viele verbinden Rodriguez automatisch mit langen, braunen Haaren, einem perfekt inszenierten Schmollmund und viel nackter Haut vor der Kamera. Das Bild sitzt so fest, dass der Schockmoment fast vorprogrammiert ist, wenn plötzlich eine platinblonde Version in unserem Feed auftaucht. Spannend daran: Nicht nur Rodriguez wirkt dadurch anders – auch wir sehen sie anders. Eine Haarfarbe kann wie ein Filter sein, der darüber entscheidet, welche Eigenschaften wir jemandem zuschreiben: seriös oder verspielt, tough oder zugänglich, kühl oder «Girl next door».

Haarfarbe als Experiment

Wer selbst einmal die Seiten gewechselt hat, kennt das: Man bleibt innerlich derselbe Mensch und wird dennoch komplett anders gelesen. Plötzlich halten Fremde einen für zugänglicher, weicher, jünger oder eben auch naiver. Komplimente für die neue Haarfarbe hagelt es schneller, Smalltalk fällt leichter, Türen scheinen sich müheloser zu öffnen. Gleichzeitig bleibt ein schaler Beigeschmack: Mag man mich gerade wirklich als Person – oder nur als Projektionsfläche für das Blondinen-Klischee?

Genau hier beginnt die psychologisch spannende Zone. Eine hellere Haarfarbe kann sich wie ein kleines Experiment anfühlen: Wie weit bin ich bereit, mit Stereotypen zu spielen? Lasse ich mich von der Erwartung leiten, «leichter» oder «lustiger» zu sein, wenn ich blond bin? Oder nutze ich den Look als bewusstes Statement, um zu zeigen, dass Intelligenz, Kompetenz und Tiefgang nichts mit Pigmenten zu tun haben? Wer sich unsicher fühlt, gerät schnell in einen inneren Spagat: nach aussen unkompliziert und «fun», nach innen permanent auf der Hut, bloss nicht unterschätzt zu werden.

Ob Blondinen am Ende wirklich mehr Spass haben, hängt weniger von der Haarfarbe ab als von Selbstbewusstsein, Umfeld und der Bereitschaft, zu sich zu stehen – mit allen Licht- und Schattenseiten. Georgina Rodriguez wird vermutlich souveräner mit den gängigen Bildern spielen können als die meisten von uns. Ob sie bei Blond bleibt oder wieder zurück zur Brünetten-Ikone wechselt, wird sich zeigen. Die spannendere Frage ist ohnehin: Trauen wir uns, beim nächsten Haarfarben-Experiment nicht nur den Look zu ändern, sondern auch unsere eigenen Vorurteile gleich mit zu hinterfragen?

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