Gäste drehen nach der Pause auf: „Arrogant“: Tarforst verspielt 2:0-Führung


Gäste drehen nach der Pause auf „Arrogant“: Tarforst verspielt 2:0-Führung

TRIER-TARFORST · Fußball-Rheinlandliga: Vieles deutete bereits auf den nächsten Heimdreier des Aufsteigers hin. Wie sich die SG Schneifel dann aber noch mit 3:2 durchsetzte.

18.10.2026 , 00:48 Uhr

„Arrogant“: Tarforst verspielt 2:0-Führung

Foto: dpa/Jan Woitas

125 Zuschauer hatten trotz ungemütlichen Herbstwetters den Weg in die Tarforster Peki-Arena gefunden. Zur Pause sah alles nach einem ungefährdeten Heimsieg der Trierer aus, am Ende jubelten aber die Gäste aus der Schneifel dank zweier Treffer in der Schlussphase und feierten einen 3:2-Auswärtssieg.

Mit der ersten gefährlichen Toraktion ging der FSV Tarforst in Führung: Pascal Probst setzte sich auf der linken Seite durch, legte den Ball in die Mitte zu Leon Schmid, der trocken aus halblinker Position zum 1:0 abschloss. Direkt im Gegenzug hätten auch die Gäste beinahe jubeln dürfen. Nicolas Görres brachte die Kugel ebenfalls von der linken Seite in den Sechzehner, wo Pascal Krämer aus fünf Metern völlig freistehend mittig auf FSV-Torwart Felix Kloy zielte (14.).

Tarforst führt 2:0 und hat weitere Chancen

Für die vergebene Chance wurden die Vereinigten aus Stadtkyll, Auw, Hallschlag, Ormont, Feusdorf und Esch wenige Minuten später bestraft. Wieder war es Schmid (34.), der nach einer Balleroberung im Mittelfeld in den Lauf geschickt wurde und an Schneifel-Keeper Dennis Koziol vorbei zum 2:0 für die Trierer Höhenkicker traf. Zwei weitere gute Chancen zur Vorentscheidung vergaben im Anschluss Caspar Suder (44.), der mit einem Kopfball an Koziol scheiterte, und Dustin Knürr (52.), der aus 13 Metern etwas überhastet verzog.

„Wir hatten das Spiel eigentlich schon im Sack. Schneifel war zur Halbzeit tot. Wenn wir da das 3:0 machen, ist das Ding durch“, sagte FSV-Coach Moritz Hannappel.

Die SG Schneifel bekam im Verlauf der zweiten Hälfte aber mehr Zugriff und kämpfte sich in die Partie. Nach 70 Minuten war es wieder Görres, der sich über links durchsetzte und den Ball flach in die Mitte brachte. Jan-Philipp Schmitz behauptete das Spielgerät stark und traf nach einer Drehung aus wenigen Metern zum Anschlusstreffer. In der 86. Minute durften die Gäste dann erneut jubeln. Einen Freistoß aus rund 25 Metern setzte Dans Spruds sehenswert in den rechten Winkel.

Traumfreistoß für Schneifel-Trainer kein Zufall

„Der Freistoß ist für mich kein Zufall. Nach jedem Training übt Dans diese Freistöße immer wieder. Für ihn ist es Routine. Daher hat es mich ehrlicherweise nicht überrascht, dass der reingeht“, sagte Stephan Simon, Trainer der SGS.

Doch damit nicht genug: In der fünften Minute der Nachspielzeit führten die Schneifeler eine letzte Ecke aus, welche die Tarforster nicht klären konnten. Aus dem Gewühl heraus landete der Ball erneut bei Spruds, der aus kurzer Distanz mit dem Schlusspfiff zum Siegtreffer für die Gäste traf.

„Ich bin sehr stolz, weil sich die Mannschaft so ein Comeback über die letzten Wochen verdient hat. Wir sind zwar noch grün hinter den Ohren, die Jungs arbeiten jedoch hart und sind sehr lernwillig. Tarforst dominierte die erste Halbzeit, der zweite Durchgang geht dann an uns“, resümierte Simon. Frustriert zeigte sich sein Trainerkollege Hannappel: „Die zweite Halbzeit war eine Katastrophe. Der Auftritt war viel zu arrogant. Auch die Laufbereitschaft sowie der Wille, in die Zweikämpfe zu gehen, war gar nicht mehr zu sehen. Wir müssen diese Spiele, in denen wir etwas favorisiert sind, am Ende einfach anders über die Ziellinie bringen.“
FSV Trier-Tarforst – SG Schneifel 2:3 (2:0)
Tarforst: Kloy – Quint, Scheuring (70. Böhme), Suder, Weirich, Probst – Stüber, Müller-Adams – Knürr (61. Merling), Schmid (85. Niedenführ), Decker (82. Gouverneur)
Schneifel: Koziol – Lenerz (46. Stolz), Dans Spruds, Babendererde, Zapp (80. Elsen) – Backes, M. Schmitz (90. Stellmes), Ewertz (46. Nahrings), Krämer (76. Reusch), Görres – J. Schmitz
Schiedsrichter: Marc Schiry (Gornhausen)
Zuschauer: 125
Tore: 1:0 Leon Schmid (12.), 2:0 Leon Schmid (34.), 2:1 Jan-Philipp Schmitz (70.), 2:2 Dans Spruds (86.), 2:3 Dans Spruds (90.+5)