Gebäude auf dem Schwalbacher Waldfriedhof: Fundament seit 50 Jahren falsch bemessen
Stand: 22.09.2026, 07:50 Uhr
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Das Funktionsgebäude auf dem Schwalbacher Waldfriedhof steht auf einem fehlerhaften Fundament – Erst 2027 soll die Stadtpolitik entscheiden.
Schwalbach – Schon 1973, sechs Jahre nach dem Bau, stellt man fest: Das Fundament ist falsch bemessen. Das erklärte Isabelle Spies zum Funktionsgebäude auf dem Schwalbacher Waldfriedhof. Demnach ist eigentlich seit mehr als 50 Jahren klar, dass das Gebäude auf wackligen Füßen steht. Aber eine Instandsetzung oder ein Neubau „ist nie angepackt worden“, sagte Spies. Erneut stellt sich die Frage, wie zum Beispiel 2018 schon: Neubau? Instandsetzung? Verfallenlassen?

Das Gebäude für Leichenschauen, Pfarreraufenthalt und die städtischen Mitarbeiter sorgt angesichts der vielen Risse in seinen Mauern für viele Falten auf den Stirnen der städtischen Parlamentarier. Die Mitglieder des Bauausschusses, der Bürgermeister und die städtische Architektin schauten es sich bei einer Ausschusssitzung an.
Klimawandel verschlimmert Bodenprobleme
Die Probleme sind vielschichtig. Zum einen ist da der Untergrund. Hier sorgt Wasser zwischen den Tonschichten immer wieder für Bewegung, erklärte Spies. Ohne tragfähiges Fundament ein Problem: Das Mauerwerk bekommt Risse. Und bei Extremwetterperioden nehme das Problem zu. Viel Hitze über lange Zeit oder ständiger Regen können den Untergrund in Bewegung bringen. Mit dem Klimawandel würden die Probleme daher nicht weniger, sagte Spies.

Unter Bürgermeister Alexander Immisch (SPD) waren zunächst mehrere Millionen Euro für einen Neubau im Haushalt eingestellt worden. Eine Summe, die viele Menschen angesichts der Schlichtheit des Gebäudes irritierte. Bei der Begehung klärte Spies jetzt auch auf, wie es zu dieser hohen Summe kam. In sie eingeflossen sind die Denkmalschutzauflagen, aber auch die Tatsache, dass man wohl den Gastank wie auch den Abwasserkanal hätte erneuern müssen.

Zuletzt war unter Immisch die Idee aufgekommen, das Funktionsgebäude stehenzulassen und ein neues, einfaches Gebäude in Leichtbauweise für die städtischen Mitarbeiter zu errichten. Aber passiert ist wohl seit dem Jahreswechsel von 2025 auf 2026 nichts mehr, wie Spies berichtete. Sie habe auf eine Entscheidung von Alexander Immisch gewartet, die nicht mehr kam.
Architektin der Stadt Schwalbach hat auf Entscheidung gewartet
Es sind drei Elemente im Bau, die das Gebäude besonders kennzeichneten und denkmalwürdig machten, berichtete Spies. Nämlich eine mit Glasbausteinen verzierte Wand im Inneren, die rechtwinklige Achse zwischen Verbindungsgang zur Kapelle und dem Funktionsgebäude sowie nicht zuletzt das „Seelenloch“. Im Flur, wo die Türen zu den Kühlkammern abgehen, befindet sich ein kreisförmiges Loch in der Decke. Die theologische Interpretation: Hier soll die Seele der Verstorbenen zum Himmel auffahren können.
Anfang 2027 soll es weitergehen mit möglichen Alternativen für das Gebäude auf dem Schwalbacher Waldfriedhof
Diese drei Elemente müssten sich wohl auch in einem Neubau des Gebäudes wiederfinden. Bürgermeister Thomas Milkowitsch (CDU) sagte, dass ihm sowohl der Blick auf die Kosten, wie auf die Sicherheit als auch der Denkmalschutz wichtig seien. „Aber die Stadt hat das Recht, dass etwas passiert.“ Mithilfe externer Gutachter müsse man die verschiedenen Varianten durchrechnen und dann entscheiden. Im ersten Quartal des Jahres 2027 soll es mit diesem Thema in der Stadtpolitik weitergehen, sagte Milkowitsch.