Bis zu 70 Prozent mehr Haarausfall: Neue Studie zeigt erschreckende Nebenwirkung von Wegovy und Mounjaro
Gefährliche Nebenwirkung: Abnehmspritze erhöht Haarausfall-Risiko um bis zu 70 Prozent
Stand: 24.07.2026, 07:39 Uhr
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Der Haarausfall tritt typischerweise etwa ein Jahr nach Beginn einer Behandlung auf, wie Forschungsergebnisse nahelegen.
Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Medikamente zur Gewichtsreduktion das Risiko für Haarausfall erhöhen. Menschen, die GLP‑1-Präparate wie Mounjaro und Wegovy einnehmen, hatten demnach ein bis zu 70 Prozent höheres Risiko für Haarausfall als Personen, die andere Diabetesmedikamente verwenden. Forschende der University of Pennsylvania analysierten mehr als 50.000 Gesundheitsakten und stellten fest, dass Personen unter Semaglutid (Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Alopezie aufwiesen.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.
Die Medikamente werden auch zur Behandlung von Menschen mit Typ‑2-Diabetes eingesetzt, und die Forschenden verglichen Diabetiker, die diese Präparate nutzten, mit Patienten, die andere Arten von Diabetesmitteln einnahmen, sogenannte SGLT‑2‑Hemmer oder DPP‑4‑Hemmer. Die Ergebnisse zeigten, dass Personen unter GLP‑1-Präparaten ein um 68 Prozent höheres Risiko für Haarausfall hatten als jene, die DPP‑4‑Hemmer verwendeten, und ein um 37 Prozent höheres Risiko als Nutzer von SGLT‑2‑Hemmern. Die Daten belegen, dass Haarausfall am häufigsten etwa ein Jahr nach Beginn der Gewichtsreduktions-Injektionen auftrat.

Der Zusammenhang wurde sowohl bei Männern als auch bei Frauen festgestellt, war bei Frauen jedoch ausgeprägter. Separate Daten der britischen Arzneimittelbehörde zeigen, dass es seit Anfang 2025 insgesamt 940 Meldungen zu Haarausfall im Zusammenhang mit Tirzepatid gab und 312 im Zusammenhang mit Semaglutid. Analysen legen nahe, dass es sich um eine Form der nicht vernarbenden Alopezie handelt, bei der die Haarfollikel intakt bleiben und das Potenzial für erneutes Haarwachstum besteht.
Erhöhtes Alopezie-Risiko und erste Sicherheitswarnungen
Die Forschenden schreiben in ihrer Studie, dass die US-amerikanische Food and Drug Administration Berichte über Haarausfall bei Anwendern der Gewichtsreduktionsmedikamente erhalte und „angegeben hat, dass sie dieses potenzielle Sicherheitssignal bewertet“. „Obwohl Haarausfall typischerweise nicht zu körperlichen Schäden führt, kann er erhebliche psychosoziale Folgen haben, die Selbstachtung, Lebensqualität und Therapietreue beeinträchtigen“, schreiben sie.
Der Grund, weshalb die Medikamente zu Haarausfall führen könnten, ist unbekannt, doch die Wissenschaftler halten es für den „wahrscheinlichsten Mechanismus“, dass die Betroffenen nicht genügend Nährstoffe über die Ernährung aufnehmen, um ein gesundes Haarwachstum zu unterstützen.
Starke Kalorienrestriktion könne „zu physiologischem Stress und Mikronährstoffmangel – etwa bei Eisen, Zink, Biotin – beitragen, was den Haarwachstumszyklus stören kann“, heißt es. Weitere mögliche Ursachen könnten die „metabolischen, hormonellen und immunologischen“ Effekte der Medikamente auf den Körper sein, die ebenfalls das Haarwachstum beeinflussen könnten. GLP‑1-Präparate verlangsamen zudem die Magenentleerung, was die Aufnahme oral verabreichter Medikamente, einschließlich Schilddrüsenhormon- oder Sexualhormontherapien, verändern kann.
Mögliche Ursachen und Einordnung des tatsächlichen Risikos
„Solche Veränderungen könnten das Haarwachstum über endokrine Mechanismen beeinflussen, insbesondere bei Personen mit zugrunde liegenden hormonellen Erkrankungen“, schreiben die Wissenschaftler. Das Team kommt zu dem Schluss: „Unsere Ergebnisse erweitern bisherige anekdotische Sicherheitssignale und liefern systematischere Evidenz, um das klinische Bewusstsein für diese potenzielle Nebenwirkung zu schärfen.“
Die Medizinerin Marie Spreckley, Adipositas-Forscherin an der University of Cambridge, die an der Studie nicht beteiligt war, sagte, es sei „wichtig, diese Ergebnisse im Kontext des absoluten Risikos zu interpretieren, das weiterhin niedrig blieb“. Sie erklärte, das erhöhte Risiko für Alopezie entspreche „etwa zwei bis drei zusätzlich klinisch erfassten Fällen von Haarausfall pro 1.000 Behandlungsjahre im Vergleich zu den alternativen Diabetesmedikamenten“.