Gefährlicher Smog: Krankenhäuser voll, Schulen schließen, Flüge fallen aus – aber die Formel 1 soll fahren


Gefährlicher Smog über Südostasien: „Den Menschen fällt das Atmen schwer“

Stand: 09.10.2026, 22:11 Uhr

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Eine Frau fährt mit Mund-Nasen-Schutz auf einem Fahrrad über eine Brücke im Smog.

Der Smog beeinträchtigt die Menschen in Südostasien – hier auf einer Brücke auf der indonesischen Insel Kalimantan. © REINA/AFP

Über einigen Ländern Südostasiens hat sich eine gefährliche Smogdecke ausgebreitet. Viele Schulen bleiben zu, in den Krankenhäusern ist die Lage teils dramatisch.

Kuala Lumpur/Jakarta – Seit Wochen wüten Wald- und Flächenbrände in Indonesien und legen eine dichte Smogdecke über weite Teile Südostasiens. Schulen schließen, Krankenhäuser füllen sich, Flüge fallen aus. Indigene Völker klagen sogar gegen die Regierung in Jakarta. Das Formel-1-Rennen in Singapur soll aber wie geplant stattfinden.

El Niño verschärft Krise: Gefährlicher Smog über Südostasien

Indonesien erlebt nach Einschätzung von Experten eine der schwersten Waldbrandsaisons seit Jahren. Maßgeblich verantwortlich dafür ist das diesmal besonders extrem ausfallende Wetterphänomen El Niño, das in der gesamten Region für ausgeprägte Trockenheit sorgt.

Das indonesische Forstministerium zählt derzeit Hunderte aktiver Brände – viele davon durch illegale Brandrodung verursacht. Besonders tückisch: Auf ausgetrockneten Torfflächen breiten sich die Feuer oft unterirdisch weiter aus und erzeugen tagelang oder sogar wochenlang dichten Rauch. Dieser zieht nicht nur über Indonesien selbst hinweg, sondern erreicht auch Malaysia sowie die Kleinstaaten Singapur und Brunei, wie wetter.com berichtet.

„Den Menschen fällt das Atmen schwer“: Krankenhaus-Mitarbeiterin schildert dramatische Lage

Die Folgen der Luftverschmutzung sind gravierend: In Malaysia ordneten die Behörden aus gesundheitlichen Gründen großflächig Schulschließungen an. In Teilen der Insel Sumatra wurden gefährliche Smogwerte gemessen, der Flugverkehr litt unter schlechter Sicht.

Eine Mitarbeiterin eines Krankenhauses in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur schilderte die dramatische Lage gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Die Luftqualität hat sich so stark verschlechtert, dass den Menschen das Atmen schwerfällt. Wir haben einen massiven Zustrom von Patienten mit akuten Atemwegsproblemen, starkem Husten und verschlimmertem Asthma.“

Gefährlicher Smog: Formel-1-Rennen in Singapur soll trotzdem stattfinden

Auch im Stadtstaat Singapur, wo dieses Wochenende der Formel-1-Grand-Prix stattfindet, wurden alarmierend hohe Schadstoffwerte verzeichnet. Der Motorsport-Weltverband FIA erklärte jedoch, der Smog stelle keine Bedrohung für das Rennen dar – sollte sich die Lage verschlechtern, könnten aber Aktivitäten im Freien eingeschränkt werden.

Politisch eskaliert die Krise ebenfalls: Ein Bündnis indigener Völker von der Insel Borneo hat eine Sammelklage gegen die indonesische Regierung von Präsident Prabowo Subianto eingereicht. Den Klägern zufolge handelt die Regierung grob fahrlässig im Umgang mit den Feuern und der Luftverschmutzung – sie fordern die Ausrufung des nationalen Notstands. (Quellen: Spiegel, wetter.com, dpa) (ph)