100.000 Dollar für die Kreditkarte? Neue Vorwürfe gegen Trump-Botschafterin Kimberly Guilfoyle
Neuer Geld-Skandal erschüttert Trump-Umfeld: Botschafterin soll Spender bedrängt haben
Stand: 09.10.2026, 22:12 Uhr
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Kimberly Guilfoyle soll einen Trump-Spender um 100.000 Dollar gebeten haben. Ihr Anwalt bestreitet die Echtheit der Nachrichten. Rubio weicht aus.
Athen – Eine angebliche Bitte um die Begleichung hoher Kreditkartenschulden bringt eine Vertraute der Familie von US-Präsident Donald Trump unter Druck. Kimberly Guilfoyle, heute US-Botschafterin in Griechenland, soll einen Spender um 100.000 Dollar (ca. 89.000 Euro) gebeten haben. Im Raum steht der Vorwurf, sie habe ihm zugleich Hilfe durch ihre Kontakte zur Regierung in Aussicht gestellt.
Die Zahlungsaufforderung soll kurz vor Guilfoyles Senatsanhörung im Juli 2025 erfolgt sein, berichtet das Wall Street Journal. Ihr Anwalt Jesse Binnall bestreitet gegenüber der Zeitung die Echtheit der Nachrichten, ohne konkrete Einzelheiten zu nennen. Zudem erklärt er, Guilfoyle hätten noch Zahlungen für frühere Veranstaltungsauftritte und Reisen zugestanden. Der beteiligte Trump-Spender Eric Deters widerspricht: Er habe ihr kein Geld geschuldet.
100.000 Dollar für American Express: Nachrichten belasten Trump-Vertraute Guilfoyle
Nach der Recherche des Wall Street Journal schickte Guilfoyle Deters am 3. Juli 2025 Zahlungsanweisungen für ein American-Express-Konto. „Schatz, bitte, du musst das heute für mich erledigen“, soll sie ihm über den Messenger Signal geschrieben haben. Die Zeitung berichtet, sie habe ihre Kreditkartenverbindlichkeiten noch vor der Anhörung begleichen wollen. Diese fand am 9. Juli 2025 statt, wie auch die Unterlagen des außenpolitischen Senatsausschusses belegen.
Besonders brisant ist eine weitere Nachricht, die das Wall Street Journal Guilfoyle zuordnet. Darin soll sie erklärt haben, eine direkte Überweisung an American Express werde nirgendwo auftauchen. Nach dem Bericht drängte sie Deters außerdem wiederholt, finanzielle Absprachen nicht schriftlich festzuhalten, weil dies ihren Botschafterposten gefährden könne. Diese Darstellung ist umstritten: Ihr Anwalt stellt die Authentizität der Nachrichten insgesamt infrage.
Trump-Spender wirft Botschafterin Geld gegen politischen Zugang vor
Deters erhob die Vorwürfe auch in einem eigenen Interview mit ABC News. Dort behauptete er, Guilfoyle habe ihm im Gegenzug für Geld Zugang zu hochrangigen Regierungsvertretern versprochen. Er übergab dem Sender Nachrichten, die nach seiner Darstellung aus dem Austausch mit ihr stammen. Die 100.000 Dollar habe er letztlich nicht gezahlt, sagte Deters.
Hinter dem Kontakt standen nach der Recherche des Wall Street Journal mehrere persönliche Anliegen des früheren Anwalts und republikanischen Kandidaten aus Kentucky. Deters wollte unter anderem Unterstützung bei einem Steuerstreit und bei der Auslieferung eines nach Pakistan geflohenen Arztes. Guilfoyle soll sich für ihn an den damaligen Chef der Steuerbehörde IRS, Billy Long, gewandt haben. Die Zeitung berichtet außerdem, Deters habe ihr eine Million Dollar für die Vermittlung eines Interviews mit Tucker Carlson angeboten. Ein solches Interview kam demnach nicht zustande.
Guilfoyles Anwalt widerspricht – US-Botschaft verteidigt sie
Guilfoyle war früher mit Donald Trump Jr. verlobt und gehört seit Jahren zum politischen Umfeld des Präsidenten. Die frühere Fox-News-Moderatorin trat bei Veranstaltungen des Trump-Lagers auf. Nach Angaben von Deters gegenüber dem Wall Street Journal zahlte er ihr über mehrere Jahre insgesamt 300.000 Dollar für Auftritte. Gerade über angeblich noch offene Honorare gehen die Darstellungen der beiden Seiten auseinander.
Binnall begründet mögliche Zahlungsansprüche mit Guilfoyles Reisen und Unterstützung bei Veranstaltungen vor ihrer Nominierung. Deters bestreitet solche offenen Forderungen, wie sowohl das Wall Street Journal als auch ABC News berichten. Die US-Botschaft erklärte gegenüber dem Journal, Guilfoyle sei überprüft und vom Senat bestätigt worden. Sie vertrete die amerikanische Bevölkerung mit Engagement und Integrität, hieß es in der Stellungnahme.
Rubio hält sich zurück – Vance kritisiert Verkauf von Kontakten
US-Außenminister Marco Rubio wollte die neuen Vorwürfe am Donnerstag (8. Oktober) bei seiner Abreise aus Griechenland nicht bewerten. „Ich weiß nicht einmal, ob es wahr ist oder nicht“, erklärte er laut ABC News. Bereits am Vortag hatte Rubio die Arbeit der Botschaft und Guilfoyles Amtsführung gelobt, berichtet die Nachrichtenagentur AP.
Vizepräsident JD Vance äußerte sich am Donnerstag grundsätzlich kritisch über Geschäfte mit politischem Zugang. Er lehne es ab, wenn jemand Zugang zu anderen Regierungsvertretern verkaufe, sagte er laut ABC News. Eine Bewertung des konkreten Falls nahm er jedoch nicht vor. Vance betonte, er kenne die Einzelheiten nicht ausreichend.
Demokraten verlangen bereits Aufklärung zu früheren Vorwürfen
Unabhängig von der neuen Kreditkartenrecherche beschäftigen sich führende Demokraten bereits mit Guilfoyles Verhalten im Amt. Der Abgeordnete Gregory Meeks verlangte in einem am 1. Oktober veröffentlichten Schreiben Antworten zu Berichten über ihre Unterstützung für private Geschäftsinteressen und den Zugang eines Lobbyisten zu diplomatischen Treffen. Sollten diese früheren Vorwürfe zutreffen, fordert Meeks ihre Abberufung.
Auch Senatorin Jeanne Shaheen drängt auf eine Überprüfung durch das Außenministerium. Ihr am 6. Oktober veröffentlichtes Schreiben fragt unter anderem nach möglichen Interessenkonflikten und der Teilnahme eines Firmenlobbyisten an offiziellen Regierungstreffen. Beide parlamentarischen Vorstöße gingen der neuen Recherche zur angeblichen Forderung über 100.000 Dollar voraus. Ob das Außenministerium darüber hinaus eine Untersuchung zu dieser Zahlungsaufforderung einleitet, ließ Rubio laut AP offen. (Quellen: Wall Street Journal, ABC News, AP, außenpolitische Ausschüsse von US-Senat und Repräsentantenhaus) (chnnn)