Gegen Krisen gewappnet: Werra-Meißner-Kreis wird Teil des Resilienzprogramms


Stand: 05.10.2026, 08:00 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Übergabe des KOMPASS-Resilienz-Schildes an Landrätin Nicole Rathgeber durch Herrn Professor Dr. Roman Poseck, Hessischer Minister des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz

Ins Resilienzprogramm „Kompass“ des Landes Hessen aufgenommen: Innenminister Roman Poseck übergibt das entsprechende Hinweisschild an Landrätin Nicole Rathgeber. © Foto: Werra-Meißner-Kreis

Der Werra-Meißner-Kreis möchte besser auf Krisen vorbereitet sein. Die Städte und Gemeinden sollen wissen, was beispielsweise bei Dürren oder Energiemangellagen zu tun ist.

Der Werra-Meißner-Kreis möchte besser auf Krisen vorbereitet sein. Die Städte und Gemeinden sollen wissen, was beispielsweise bei Dürren oder Energiemangellagen zu tun ist. Dafür hat die Kreisverwaltung in den vergangenen Monaten Vorkehrungen getroffen. Damit nimmt der Werra-Meißner-Kreis eine Vorreiterrolle in Hessen ein. Er ist ab sofort vierter Teilnehmer im hessenweiten Resilienzprogramm „Kompass“. Es ist der erste Landkreis, der dem Programm komplett beitritt.

Um die örtlich entsprechend begrenzten personellen und planerischen Ressourcen hier sinnvoll einzusetzen, hat sich der Flächenlandkreis mit knapp 100.000 Einwohnern in 16 Kommunen für eine übergeordnete Zentralisierung seiner sogenannten Resilienzstrategie entschieden. Das ist ein langfristiger Handlungsplan, mit dem eine Stadt oder Gemeinde ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen, Veränderungen und Belastungen stärkt. Ziel ist es, auch bei schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben, sich möglichst schnell zu erholen und sich an neue Herausforderungen anzupassen.

Schon vor der Bewerbung wurden in der Kreisverwaltung zusätzliche Stellen im örtlichen Katastrophenschutz sowie für die zivile Verteidigung und Alarmplanung geschaffen. Neben der Ertüchtigung der Kreisverwaltung – mitunter durch gezielte Schulungen – wurde zudem ein Notstromerzeuger beschafft. Zum Resilienzbeauftragten wurde Marco Federau benannt.

Innenminister Roman Poseck begrüßte bei der Aufnahme in das Programm das vorausschauende Engagement des Werra-Meißner-Kreises und betonte die Bedeutung guter Vorbereitung: Resilienz sei zu einem Schlüsselbegriff moderner Sicherheitspolitik sowohl staatlicher als auch privater Sicherheitsvorsorge geworden. „Im Krisenfall sind die Menschen ganz akut vor Ort in unseren Kommunen betroffen. Hier findet die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Hilfsorganisationen statt; es werden Krisen bewältigt und kritische Infrastruktur betrieben.“ Das habe für das Gemeinwesen vor Ort eine herausgehobene Bedeutung. „Umso wichtiger ist es, diese Infrastruktur wehrhaft zu machen, damit sie dann verlässlich funktioniert, wenn es darauf ankommt.“ Poseck lobte besonders die Sicherstellung einer flächendeckenden Notstromversorgung für die im Kreis vorhandenen Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshäuser.

Für die nächste Zeit sind Aus- und Fortbildungen von Verwaltungs- und Katastrophenschutzstab vorgesehen. Im Zeichen der Zentralisierung steht dabei auch die Anschaffung einer einheitlichen Software und damit auch die digitale Anbindung ans Land Hessen. Die Gründung eines kreisweiten Resilienzrates ist in Planung. Der Kreis schafft dadurch Einheitlichkeit, Verlässlichkeit und Handlungsfähigkeit über Gemeindegrenzen hinweg.