Gelb oder Gelb-Rot? Hätte Chemie-Angreifer Kühn gegen Zwickau runter gemusst?
Fußball | Regionalliga
Stand: 13.09.2026 14:18 Uhr
Diskussionen nach dem Regionalliga-Remis zwischen Chemie Leipzig und dem FSV Zwickau. Denn BSG-Doppelpacker Kühn sah zweimal Gelb und durfte die Partie dennoch zu Ende spielen. SPORT IM OSTEN klärt die Szenen auf.
von Dirk Hofmeister
Kuriose Szene im Regionalliga-Spiel Chemie Leipzig gegen den FSV Zwickau (2:2): BSG-Doppeltorschütze Philipp Kühn sah in der 88. Minute von Referee Benjamin Strebinger die Gelbe Karte - für eine Schwalbe im Strafraum. Aber das war nicht das Kuriose, sondern nachvollziehbar.
Ende
12.09.2026 14:30 Uhr
2:2(0:2)
Aufstellung
Chemie Leipzig
M. Bergmann - M. Enke (72. L. Hollenbach), T. Hoops, R. Lisinski, D. Pfeil (36. J. Hoffmann), D. Silic, P. Wendt - E. Kratzer, W. Reincke - P. Kühn, M. Sanogo (62. T. Profis)
FSV Zwickau
L. Hiemann - O. Fobassam, B. Moritz, S. Sengersdorf, S. Ziemer (46. E. Kaizer) - T. Hannemann (70. V. Dobruna), D. Haubner, F. Seidel (70. J. von Baer) - P. Besong (70. L. Albert), P. Harant (70. J. Putze), T. Martens
Weitere Daten zum Spiel
Fußball, Regionalliga Nordost (M)
Ergebnisse und Tabelle
Hatte Kühn schon Gelb?
Aber: Hatte Kühn nicht bereits in der 27. Minute Gelb fürs Drüberhalten bekommen? War das nicht damit die zweite Verwarnung für den Chemie-Angreifer? Muss der jetzt nicht mit Ampelkarte runter?
Video: Kurioses Remis zwischen Chemie Leipzig und FSV Zwickau (4 Min)
Kühn: "Aus irgendwelchen Gründen"
Nein. "Am Anfang die Gelbe Karte wurde Malick gegeben", erklärte Kühn, dass Teamkollege Sanogo statt er selbst verwarnt wurde. Und das ist zumindest seltsam, denn Kühn war klar der Foulspieler. "Aus irgendwelchen Gründen, die ich selbst nicht verstehe. Ich habe gesagt, ich war's. Aber er hat gesagt, ich habe keine Gelbe Karte", so Kühn am Mikrofon von SPORT IM OSTEN.
Expertin Kunick: "Pflicht-Gelbe-Karte"
Nach Ansicht von SPORT-IM-OSTEN-Schiedsrichter-Expertin Anja Kunick eine Fehlentscheidung des jungen Schiedsrichters Strebinger: "Das war eine Pflicht-Gelbe-Karte", bewertet die 51-Jährige das Einsteigen Kühns gegen Zwickaus Daniel Haubner. Und Strebinger, so legen es die TV-Bilder nahe, gab Kühn den Karton ja zunächst auch. "Aus unerklärlichen Gründen hat der die Karte wieder zurückgenommen", vermutet Kunick.
Kühn: "Er hat seinen Fehler eingesehen"
Angreifer Kühn erklärt, dass er zur Pause sogar mit dem Referee Kontakt aufgenommen habe. "Wir haben in der Halbzeit gesprochen, er hat auch seinen Fehler eingesehen. Aber zum Glück ist niemand mit Gelb-Rot vom Platz geflogen."
Das hätte Kühn allerdings gemusst, nachdem der BSG-Angreifer in der 88. Minute zur Schwalbe angesetzt hatte. Kurz zuvor hatte der frühere Berliner den Leutzschern mit seinen Toren um 1:2 (79.) und 2:2 (85.) zu einem nicht mehr für möglich gehaltenen Comeback verholfen. Kühn erklärte auch, dass er mit dem Wissen einer Verwarnung in 88. Minute nicht zur Schwalbe angesetzt hätte.
Kunick: "Das überstrahlt den Gesamt-Eindruck"
So blieb er der Chemie-Matchwinner, der die BSG zum dritten Punkt der Saison köpfte. Ein letztlich etwas glücklicher Punkt. In Unterzahl hätte es nochmal spannend werden können. SPORT-IM-OSTEN-Expertin Kunick sieht übrigens im ebenfalls von Strebinger in der Nachspielzeit zurückgenommenen 3:2-Siegtreffer der Zwickauer "keine klare Fehlentscheidung." Allerdings, so erklärt die Leipzigerin mit Verweis auf die zurückgenommene Gelbe Karte aus der 1. Halbzeit: "So eine Fehlentscheidung überstrahlt natürlich den Gesamt-Eindruck."
Video: Sport im Osten vom 12. September (154 Min)
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