Merz in der Diskussion - CSU-Chef Söder stützt Kurs des Kanzlers


Nach parteiinterner Kritik am CDU-Vorsitzenden Merz bekommt der Bundeskanzler Unterstützung aus der CSU. Natürlich werde über Personen und Parteien geredet, sagte CSU-Chef Söder der "Bild am Sonntag" mit Blick auf das schlechte Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Aber Merz stehe nach wie vor zu den geplanten Reformen und die CDU tue gut ‌daran, zusammenzustehen und sich nicht durch die AfD auseinanderbringen zu lassen.

13.09.2026

München: Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, nimmt nach der Sitzung des CSU-Vorstands, an einer Pressekonferenz in der CSU-Landesleitung teil.

Söder (CSU) stützt den CDU-Vorsitzenden Merz (Sven Hoppe / dpa / Sven Hoppe)

Die Abstimmung vor einer Woche bezeichnete Söder als größte Denkzettelwahl der deutschen Geschichte. Als Konsequenz daraus forderte der bayerische Ministerpräsident mehr Tempo bei den Reformen. Berlin müsse einen deutlichen Zacken zulegen, sagte Söder.

Arbeitnehmerflügel CDA kritisiert Merz

Der Chef des Arbeitnehmerflügels, Radtke, rechnete in einem Schreiben an die CDA-Mitglieder mit Merz ab. Man habe "in den vergangenen Monaten erlebt, dass die Vorstellung von 'CDU pur' nicht funktioniert", schrieb Radtke in dem Brief, der der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Dem "Focus" sagte er, wenn die Union immer wieder Diskussionen lostrete, ob die Leute faul seien und alle nur das System ausnutzten, dann habe sie "schlicht nicht verstanden", worum es gehe. Er sei dafür, das Augenmerk voll auf Wachstum zu legen. Dabei gehe es aber nicht primär um Debatten über Krankheitstage oder Arbeitszeiten. Gebraucht würden Planungssicherheit für die Unternehmen, weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungsverfahren und niedrigere Energiepreise.

CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern erteilt Wahl-Auftritten von Merz eine Absage

Auch vom Landesverband in Mecklenburg-Vorpommern kam Kritik am Kanzler. Der CDU-Spitzenkandidat für die anstehende Landtagswahl, Peters, sagte dem Sender Welt TV: "Die Bundespolitik steht tatsächlich absolut in der Kritik hier in Mecklenburg-Vorpommern". Dies werde er nach Berlin kommunizieren. Peters erklärte, es werde in dem Bundesland keine Auftritte von Merz vor der Wahl mehr geben.

Aus dem Deutschlandfunk-Programm:

Diese Nachricht wurde am 13.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.