Quartalszahlen: Klarna schreibt schwarze Zahlen und übertrifft Erwartungen

Klarna: Die Firma zählt zu den bekanntesten Zahlungsdienstleistern aus Europa. Foto: Bloomberg
Klarna schreibt schwarze Zahlen und übertrifft Analysten-Erwartungen
Der schwedische Finanzdienstleister Klarna hat mit seinem Gewinn im zweiten Quartal die Markterwartungen übertroffen. Das Unternehmen, das Konsumentenkredite für Online-Käufe anbietet, gab am Dienstag einen Quartalsgewinn von neun Millionen Dollar bekannt, verglichen mit einem Verlust von 53 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum und mittleren Analystenschätzungen von minus 17,4 Millionen Dollar. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auf 91 Millionen Dollar von 29 Millionen im Vorjahr, der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 1,04 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 993,8 Millionen Dollar.
Das Bruttowarenvolumen (GMV) als Maß der Geschäftstätigkeit stieg im Quartal um 18 Prozent auf 36,6 Milliarden Dollar, in den USA stieg das GMV sogar um 27 Prozent. Dennoch senkte das Unternehmen seine GMV-Prognose für das Gesamtjahr von zuvor über 155 Milliarden Dollar auf 149 bis 151 Milliarden Dollar und begründete dies mit „einer zurückhaltenderen Einschätzung vor allem der Umsätze in Deutschland, unserem volumenmäßig größten Markt“.
Heimwerker verhelfen US-Baumarktkette Home Depot zu überraschend guten Zahlen
Die US-Baumarktkette Home Depot hat dank des ungebrochenen Trends zu kleineren Reparatur- und Instandhaltungsprojekten im zweiten Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Der Umsatz stieg um 5,7 Prozent auf 47,86 Milliarden Dollar, wie der Branchenprimus am Dienstag mitteilte.
Anhaltend hohe Zinsen bremsen den US-Häusermarkt, weshalb viele Hausbesitzer auf größere Umbauten oder einen Umzug verzichten und stattdessen in kleinere Projekte wie Malerarbeiten oder Gartenpflege investieren. Für das Gesamtjahr bestätigte der weltgrößte Baumarktkonzern seine Prognose. Er rechne weiterhin mit einem vergleichbaren Umsatz, der im Vorjahresvergleich zwischen stagnierend und plus zwei Prozent liegt, sowie einem bereinigten Gewinn pro Aktie in einer Spanne von stagnierend bis plus vier Prozent.
Steigende Kosten verursachen Gewinneinbruch bei Xiaomi
Gestiegene Preise für Speicherchips und andere Komponenten brocken Xiaomi einen überraschend deutlichen Gewinneinbruch ein. Ein weiterer Belastungsfaktor sei der verschärfte Wettbewerb, teilte der chinesische Smartphone- und Elektroauto-Hersteller am Dienstag mit. Das Nettoergebnis sei im zweiten Quartal um 42,6 Prozent auf umgerechnet 794,2 Millionen Euro geschrumpft. Der Umsatz blieb mit 13,95 Milliarden Euro ebenfalls hinter den Markterwartungen zurück.
Xiaomi bietet vor allem preisgünstige Smartphones an, bei denen die Kosten für Speicherchips, deren Preise sich in den vergangenen zwölf Monaten vervielfacht haben, einen vergleichsweise hohen Anteil ausmachen. Weil das Unternehmen die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiterreichte, brach der Handy-Absatz im Berichtszeitraum um 26 Prozent auf 31,2 Millionen Geräte ein. Gleichzeitig sank die Gewinnmarge um etwa ein Viertel auf 8,5 Prozent.
Die relativ neue Elektroautosparte wuchs dagegen um knapp 16 Prozent. Sie verbuchte zusammen mit dem KI-Geschäft einen Verlust von 333 Millionen Euro. Ab dem kommenden Jahr will Xiaomi seine Fahrzeuge auch in Europa verkaufen.
Schwaches Werbegeschäft bremst Baidu – KI-Sparte als Lichtblick
Der chinesische Internetkonzern Baidu hat im zweiten Quartal trotz eines boomenden KI-Geschäfts die Umsatzerwartungen verfehlt. Die schwächelnde Konjunktur in China und die maue Konsumlaune hätten das Kerngeschäft mit Onlinewerbung belastet, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Gesamtumsatz sei um vier Prozent auf 31,33 Milliarden Yuan (umgerechnet 4,65 Milliarden Dollar) gesunken und habe damit die Analystenschätzungen verfehlt. Die Einnahmen aus der Onlinewerbung seien sogar um 19 Prozent eingebrochen.
Einen Lichtblick bot die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Sparte, deren Umsatz um 25 Prozent zulegte. Baidu hat die Investitionen in KI-Infrastruktur und Fachkräfte erhöht. Analysten zufolge droht Baidu im Rennen um die Entwicklung von KI-Technologien dennoch den Anschluss an Konkurrenten wie Bytedance und Alibaba zu verlieren. Das große Sprachmodell „Ernie“ hat seit Monaten kein größeres Update mehr erhalten, während die Konkurrenz kontinuierlich neuere Versionen ihrer Modelle auf den Markt bringt.
Einhell wächst dank hoher Nachfrage nach Akku-Geräten
Der Werkzeughersteller Einhell hat sich dank seiner starken Akku-Sparte im ersten Halbjahr wacker geschlagen. Trotz der allgemeinen Konjunkturflaute und der für das Gartengeschäft widrigen Wetterbedingungen konnte der Umsatz leicht auf 636,2 Millionen Euro gesteigert werden, wie die im Kleinwerteindex SDax gelistete Firma am Dienstag mitteilte.
Das Ergebnis blieb mit 62,6 Millionen Euro stabil. Zugpferd sei einmal mehr die Akku-Plattform Power X-Change gewesen, die ihren Anteil am Konzernumsatz auf 56 Prozent ausbaute. Der Vorstand bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr, die weiterhin einen Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro und eine Rendite von etwa neun Prozent vorsieht.
BHP steigert Gewinn um 30 Prozent – Kupfererlöse überholen erstmals Eisenerz
Der australische Rohstoffkonzern BHP hat im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich zugelegt: Der bereinigte Gewinn stieg in den zwölf Monaten auf 13,2 Milliarden Dollar und lag damit 30 Prozent über dem Vorjahreswert. Rückenwind kam von hohen Rohstoffpreisen und einer starken operativen Leistung. Zudem kündigte der Konzern eine Schlussdividende von 99 Cent an.
Bemerkenswert ist auch die Entwicklung auf der Umsatzseite: Die Erlöse aus Kupfer übertrafen im Gesamtjahr erstmals die aus Eisenerz – ein wichtiger Meilenstein für den weltgrößten Bergbaukonzern. Kupferpreise erreichten im Berichtszeitraum Rekordstände, während sich Eisenerz trotz der Belastungen durch Chinas Immobilienflaute robust hielt.
Finanzkonzern W&W stemmt sich gegen Bauspar-Flaute
Geringere Verluste im Bauspar- und Baufinanzierungs-Geschäft von Wüstenrot haben den Gewinn des Finanzkonzerns W&W nach oben getrieben. Im ersten Halbjahr schrieb die Wüstenrot & Württembergische (W&W) einen Nettogewinn von 105 (Vorjahr: 91) Millionen Euro, wie sie am Freitag in Kornwestheim bei Stuttgart mitteilte. Für das Gesamtjahr bleibt es bei der Prognose eines Gewinns von 120 bis 150 Millionen Euro. W&W intensiviere seine Effizienzsteigerungen insbesondere im Geschäftsfeld Wohnen und in der IT, um auf die anhaltende Schwäche an den Immobilienmärkten und die Herausforderungen an den Zinsmärkten sowie den allgemeinen Kostendruck zu reagieren, hieß es in der Mitteilung.
Bei der Bauspar-Tochter Wüstenrot, der Nummer zwei hinter Schwäbisch Hall, ging das abgeschlossene Neugeschäft um elf Prozent zurück, das eingelöste Neugeschäft wuchs aber um drei Prozent. Das Kredit-Neugeschäft sei aufgrund einer „noch stärker ertragsorientierten Annahmepolitik“ um elf Prozent gedrosselt worden. Der Bestand an Baudarlehen wuchs aber um 2,5 Prozent auf 30,9 Milliarden Euro. Der Verlust im Geschäftsfeld Wohnen sank auf zwölf (51) Millionen Euro.
Applied Materials übertrifft Erwartungen dank KI-Boom
Applied Materials hat mit seinem Ausblick für das laufende Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Der US-Anbieter von Anlagen für die Halbleiterproduktion wird von der anhaltend hohen Nachfrage nach Ausrüstung für die Fertigung von KI-Chips beflügelt. Für das vierte Quartal stellte das Unternehmen am Donnerstag einen Umsatz von rund 10,3 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten LSEG-Daten zufolge im Schnitt lediglich mit 9,5 Milliarden Dollar gerechnet. Im abgelaufenen dritten Quartal, das am 26. Juli endete, verzeichnete Applied Materials einen Umsatz von 9,1 Milliarden Dollar. Auch hier übertraf der Konzern die Schätzungen von knapp neun Milliarden Dollar.
Dennoch fiel die Aktie im nachbörslichen Handel um fünf Prozent. Analyst Brian Chin vom Finanzdienstleister Stifel erklärte dies mit den hohen Erwartungen der Investoren im Vorfeld der Zahlen. Konkurrenten wie Lam Research und KLA hatten starke Quartalsergebnisse und Wachstumsprognosen vorgelegt. Die Papiere von Applied Materials haben sich in diesem Jahr bereits mehr als verdoppelt.
Maue Konsumstimmung belastet JD.com - Erstes Umsatzminus seit Jahren
Die Konsumflaute in China hat dem Online-Händler JD.com sein erstes Umsatzminus in einem Quartal seit mehr als zehn Jahren beschert. Die Erlöse sanken in den drei Monaten bis Ende Juni um 2,9 Prozent auf 346,4 Milliarden Yuan (rund 45 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 345 Milliarden Yuan gerechnet, wie aus Daten der LSEG hervorgeht. Den Nettogewinn konnte der Konzern dagegen steigern. Die in den USA gelisteten Aktien gaben im vorbörslichen Handel um etwa zwei Prozent nach. Sorgen um Arbeitsplätze und die anhaltende Krise auf dem Immobilienmarkt belasten derzeit die Konsumstimmung in China.
In Europa will JD.com mit der Übernahme der Holding Ceconomy, der Muttergesellschaft der Elektronikhandelsketten MediaMarkt und Saturn, wachsen. Der Konzern würde durch den Zukauf Zugriff auf große Online-Shops, deren Daten und Technik sowie über 1000 Filialen erhalten. Doch die Pläne sind nicht in trockenen Tüchern: Die EU-Kommission verdächtigt den chinesischen Tech-Riesen, die Milliarden-Übernahme mit Hilfe staatlicher Beihilfen zu stemmen. Die vorläufige Frist für eine Entscheidung der Brüsseler Behörde läuft bis zum 2. Oktober 2026.
Boom bei Sandalen-Klassiker – Birkenstock hebt Prognose an
Dank der ungebrochen starken Nachfrage nach seinen bequemen Korksandalen hat der Schuhhersteller Birkenstock seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. 2026 werde nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 15 Prozent und ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) von mindestens 710 Millionen Euro erwartet, teilte das in New York börsennotierte Traditionsunternehmen am Donnerstag mit.
Im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal stieg der Umsatz währungsbereinigt um 15 Prozent auf 720 Millionen Euro. Der Nettogewinn sank zwar um 15 Prozent auf 110 Millionen Euro. Das lag jedoch an einmaligen Kosten im Zusammenhang mit einem Aktienrückkauf und einer Refinanzierung.
Hamburger Hafenkonzern HHLA setzt auf Modernisierung – Gewinn bricht ein
Die Modernisierung der Hamburger Containerterminals schlägt beim Hafen- und Logistikkonzern HHLA auf die Bilanz durch. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach im zweiten Quartal auf 20,8 Millionen Euro ein von 46,8 Millionen im selben Zeitraum 2025, wie am Donnerstag aus dem Halbjahresfinanzbericht hervorging. Umbauten und Arbeiten zur Automatisierung der Terminals führten auch mit dazu, dass der Umschlag in Hamburg fiel: Im ersten Halbjahr gingen mit rund 2,8 Millionen Standardcontainern (TEU) an den drei HHLA-Containerterminals 7,3 Prozent weniger Boxen über die Kaikanten.
„Die Modernisierung unserer Hamburger Containerterminals ist eine entscheidende Investition in die Zukunftsfähigkeit der HHLA“, erklärte HHLA-Chef Jeroen Eijsink. Gerade in einem schwierigen Marktumfeld müsse die Wettbewerbsfähigkeit langfristig gestärkt werden. „Von daher halten wir konsequent an unseren Zukunftsinvestitionen fest – auch wenn unsere Umbaumaßnahmen und die Infrastrukturarbeiten im deutschen Schienennetz unser operatives Geschäft derzeit beeinflussen.“
Lenovo dank KI-Boom mit Umsatzsprung – Aktie auf Rekordhoch
Der steigende Bedarf an KI-Servern für Rechenzentren beschert Lenovo einen überraschend deutlichen Wachstumsschub. Der Umsatz habe im zweiten Quartal um 43 Prozent auf 26,94 Milliarden Dollar zugelegt, teilte der weltgrößte Computerhersteller am Donnerstag mit. Dies sei der höchste Wert seit fünf Jahren. Der bereinigte Reingewinn verdoppelte sich auf rund eine Milliarde Dollar.
Die Lenovo-Aktie baute als Reaktion auf diese Zahlen ihre Gewinne aus und stieg um bis zu 22,1 Prozent auf ein Rekordhoch von 35,46 Hongkong-Dollar. Damit steuerte sie auf den größten Tagesgewinn seit der Finanzkrise von 2008 zu.
Trotz eines rückläufigen PC-Absatzes steigerte die Verbraucherelektronik-Sparte, die rund zwei Drittel zum Konzernumsatz beiträgt, die Erlöse um 27 Prozent. Lenovo hatte ebenso wie die Konkurrenten Dell und HP die Preise angehoben, um die rasant gestiegenen Kosten für Speicherchips abzufedern. Die Serversparte wuchs dank einer hohen Nachfrage von Cloud-Anbietern um 60 Prozent. Der Auftragseingang kletterte um fast 160 Prozent auf 54 Milliarden Dollar.
PNE trotzt Windkraft-Flaute mit Projektverkäufen
Der Wind- und Solarparkentwickler PNE hat im ersten Halbjahr dank des Verkaufs mehrerer Projekte operativ deutlich mehr verdient und ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sprang auf 27,4 Millionen Euro nach 4,7 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie PNE am Donnerstag mitteilte. Das Betriebsergebnis (Ebit) drehte mit 8,5 Millionen Euro ebenfalls ins Plus. Unter dem Strich stand jedoch weiterhin ein Verlust, der sich auf 0,23 Euro je Aktie summierte.
„Wir haben in einem herausfordernden Marktumfeld wichtige operative Erfolge erzielt“, erklärte PNE-Chef Heiko Wuttke. Zudem gebe es Fortschritte beim Kostensenkungs- und Transformationsprogramm. Insgesamt habe PNE acht Windenergie- und Photovoltaikprojekte veräußert. Die Prognose für das Gesamtjahr, die ein bereinigtes Ebitda zwischen 110 und 140 Millionen Euro vorsieht, bestätigte Wuttke.
Hapag-Lloyd spürt hohe Kosten für Krisenmanagement in Nahost
Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd bekommt die Folgen der Schifffahrtskrise im Nahen Osten finanziell zu spüren. Allein im zweiten Quartal beliefen sich die Kosten infolge der schwierigen Sicherheitslage rund um den Persischen Golf und das Rote Meer auf rund 600 Millionen Dollar, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Die Belastung wurde demnach aber gedämpft durch deutlich höhere Transportmengen und Spotraten. Dahinter stehen laut dem Hamburger Unternehmen starke Exporte aus Asien und eine verbesserte Nachfrage in den USA. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Millionen auf 150 Millionen Euro.
„Das zweite Quartal war besser als das erste und getrieben durch deutlich höhere Spotraten und eine robuste Nachfrage“, erklärte Konzernchef Rolf Habben Jansen. „Im zweiten Halbjahr 2026 werden wir auf das Wachstum in der Linienschifffahrt und im Terminalbereich fokussiert bleiben und zugleich an strikter Kostendisziplin festhalten, um unsere finanzielle Leistungsfähigkeit weiter zu verbessern.“
Der Umsatz stieg im zweiten Vierteljahr um 8,4 Prozent auf etwas über fünf Milliarden Euro. Die Frachtrate lag demnach bei durchschnittlich 1475 Dollar je Standardcontainer (TEU) nach 1354 Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Transportmenge erhöhte sich um 3,5 Prozent auf fast 3,5 Millionen TEU.
Prothesenhersteller Ottobock wird etwas optimistischer
Beim weltgrößten Prothesenhersteller Ottobock wächst nach dem ersten Halbjahr die Zuversicht. Das Unternehmen aus Duderstadt erwartet für 2026 nun ein organisches Umsatzwachstum im Kerngeschäft von sechs bis acht (bisher fünf bis acht) Prozent, die um Sondereffekte bereinigte operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) soll mindestens 27 (bisher mindestens 26,5) Prozent erreichen, wie Ottobock am Donnerstag mitteilte. Das trieb die im SDax notierte Aktie vorbörslich um 3,2 Prozent nach oben. „Wir blicken auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück, in dem wir uns durch starkes organisches Wachstum schneller als der Markt entwickelt haben“, sagte Vorstandschef Oliver Jakobi.
Der Umsatz stieg – ohne die zum Verkauf stehenden Unternehmensbereiche – von Januar bis Juni um knapp acht Prozent auf 818,5 Millionen Euro. Das organische Wachstum - ohne Zukäufe – belief sich auf 6,7 Prozent. Am stärksten wuchs Ottobock in Europa, wo der Krieg in der Ukraine das Geschäft treibt. In Amerika ging der Umsatz dagegen aufgrund des schwachen Dollar um fünf Prozent zurück. Das bereinigte Ebitda kletterte im Konzern um 18 Prozent auf 207,0 Millionen Euro, die Ebitda-Marge verbesserte sich damit auf 25,3 (23,1) Prozent. Unter dem Strich blieb ein mehr als verdoppelter Gewinn von 67,3 (28,0) Millionen Euro.
Boom bei Digitalwerbung beschert Ströer Gewinnplus
Der Außenwerbekonzern Ströer hat dank eines florierenden Geschäfts mit digitalen Werbeflächen im ersten Halbjahr mehr verdient. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) stieg um drei Prozent auf 273 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Konzernumsatz legte organisch um 2,7 Prozent auf 1,037 Milliarden Euro zu. Wachstumstreiber sei das Kerngeschäft mit Außenwerbung (OoH) gewesen, das um acht Prozent zulegte, während die Sparte für digitale Dienstleistungen und E-Commerce schwächelte.
„Die Zahlen des ersten Halbjahres 2026 bestätigen unsere operative Stärke und wir entwickeln uns wie geplant“, erklärte Firmenchef Udo Müller. „Besonders OoH Media entwickelte sich nachhaltig positiv und Digital Out of Home ist mit einem Umsatzplus von 19 Prozent zentraler Wachstumstreiber unseres Kerngeschäfts.“ Damit könne Ströer die vergleichbar schwächere Dynamik in Nicht-Kerngeschäftsbereichen kompensieren. Für das Gesamtjahr bestätigte Müller seine Prognose, die ein Umsatzwachstum um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz vorsieht. Das bereinigte Ebitda soll sich analog dazu entwickeln.
Schwache Nachfrage macht Hello Fresh vorsichtiger
Die sinkende Nachfrage macht Hello Fresh weiterhin zu schaffen. Der Essenslieferant gab am Donnerstag einen Umsatz- und Gewinnrückgang bekannt. Zudem äußerte er sich zurückhaltend zum Ausblick für das Gesamtjahr: „Der erwartete Umsatz entwickelt sich in Richtung des unteren Endes der Prognose von währungsbereinigt minus drei bis minus sechs Prozent.“ Die Vorhersage eines operativen Gewinns zwischen 375 und 425 Millionen Euro tastete das Unternehmen nicht an. Als Reaktion auf die Zahlen gab die HelloFresh-Aktie im vorbörslichen Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate 2,2 Prozent nach.
Im zweiten Quartal schrumpften die Erlöse währungsbereinigt um knapp neun Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis brach um rund 24 Prozent auf 121,1 Millionen Euro ein. Wie in den vorangegangenen Quartalen fiel der Rückgang der Bestellungen in der Sparte Kochboxen, die alle Zutaten für ein bestimmtes Gericht enthalten, überdurchschnittlich aus. Das margenstärkere Geschäft mit Fertiggerichten, auf das HelloFresh seine Hoffnungen setzt, kämpft mit technischen Problemen.
Sondereffekte verhelfen SMA zu Gewinnsprung
Düsseldorf, 13. Aug (Reuters) - Der Solartechnikkonzern SMA Solar ist im ersten Halbjahr dank Sondereffekten und eines starken Privatkundengeschäfts in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das operative Ergebnis (Ebit) drehte unter anderem dank der US-Zollrückerstattungen auf 62,4 Millionen Euro nach einem Minus von 19,0 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie der Hersteller von Wechselrichtern am Donnerstag mitteilte. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 72,8 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 42,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Umsatz stagnierte mit 686,6 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.
Zu dem Ergebnissprung trugen neben dem Verkauf zuvor wertberichtigter Vorräte (22,4 Millionen Euro) vor allem die erfolgswirksam verbuchten US-Zollrückerstattungen in Höhe von 18,6 Millionen Euro bei. Während das Geschäft mit Großprojekten umsatzseitig unter diesem Zolleffekt litt, zog die Nachfrage in der Sparte für Haus- und Gewerbeanlagen um fast ein Viertel an. „Mit einem Umsatz von rund 709 Millionen Euro vor Zollrückerstattungen und einem Auftragsbestand von 1,75 Milliarden Euro haben wir uns in diesem Umfeld gut behauptet“, erklärte Vorstandschef Jürgen Reinert. Gleichzeitig hätten sich wesentliche Risiken seit Jahresbeginn deutlich reduziert. Daher erwarte er für die zweite Jahreshälfte eine verbesserte operative Leistung. Reinert hatte daher bereits im Juli seine Jahresziele nach oben geschraubt und erwartet nun einen Umsatz von 1,625 bis 1,725 Milliarden Euro und ein Ebitda zwischen 180 und 230 Millionen Euro.
Pfandbriefbank kommt bei Umbau voran – Ziele bestätigt
Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) kommt mit ihrem Umbau nach dem Rückzug aus den USA langsam voran. Im ersten Halbjahr schrieb sie mit 16 Millionen Euro vor Steuern schwarze Zahlen, nachdem Abschreibungen auf faule Kredite sie ein Jahr zuvor mit 249 Millionen Euro in die Verlustzone gedrückt hatten. Zwischen Januar und Juni musste sie nur noch 13 (323) Millionen Euro für drohende Verluste zurückstellen. Das Neugeschäft wuchs unterdessen um 18 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro, wobei nur noch ein Drittel auf Verlängerungen bestehender Kredite entfiel.
„Unser Neugeschäft wächst weiter deutlich und profitabel“, sagte Vorstandschef Kay Wolf. Knapp ein Viertel davon entfalle auf die Bereiche, mit denen die pbb das wegfallende US-Geschäft wettmachen will: Hotels, Altenheime und Studentenwohnungen. Wolf sprach von einem „soliden Halbjahresergebnis“. An den Prognosen für das Gesamtjahr hält die pbb fest: Mit einem Neugeschäft zwischen 7,5 und 8,5 (2025: 6,3) Milliarden Euro soll das Immobilien-Finanzierungsvolumen zwischen 27 und 28 (27,3) Milliarden Euro liegen. Ende Juni waren es aber erst 26,8 Milliarden Euro. Der Nettogewinn soll wie geplant zwischen 30 und 40 Millionen Euro erreichen.
Mittelmeergeschäft verhilft Sixt zu Rekordumsatz im Frühjahr
Der Münchner Autovermieter Sixt hat dank einer starken Nachfrage von Mittelmeer-Urlaubern Umsatz und Gewinn gesteigert. Die Erlöse legten im zweiten Quartal um 9,9 Prozent zu auf knapp 1,2 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Vor Steuern verdiente Sixt mit 123 Millionen Euro 14,6 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Sixt-Finanzchef Franz Weinberger sagte, die Investitionen der vergangenen Jahre in Spanien und Italien zahlten sich aus. Auch in Deutschland habe das Geschäft zugelegt.
In den USA sei das Wachstum dagegen schwächer ausgefallen. Weinberger verwies auf das schwächere Konsumklima. „Die USA sind insgesamt derzeit ein unsicherer Markt“, sagte er. Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada habe an einzelnen Tagen sicherlich zu einer höheren Auslastung geführt, sei für das Geschäftsquartal insgesamt aber irrelevant. An der Prognose für das Gesamtjahr hält Sixt fest und rechnet weiter mit einem Umsatz zwischen 4,45 und 4,6 Milliarden Euro bei einer Rendite im Bereich von zehn Prozent. In der gesamten ersten Jahreshälfte lag diese Kennziffer bei 5,9 Prozent. Traditionell ist das laufende Sommerquartal für Autovermieter das umsatzstärkste und profitabelste Vierteljahr.
Stahlsparte schiebt Thyssenkrupp an
Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat im vergangenen Quartal auch dank Zuwächsen im konjunkturanfälligen Stahlgeschäft seinen operativen Gewinn gesteigert. Das bereinigte Ebit sei im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26(per Ende September) um 18 Prozent auf 183 Millionen Euro gestiegen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Analysten hatten nach einer von Thyssenkrupp veröffentlichten Erhebung von Vara Research im Schnitt mit 207 Millionen Euro gerechnet.
Die Sparte Steel Europe verbesserte ihr Ergebnis auf 73 Millionen Euro nach 31 Millionen Euro vor Jahresfrist. Im Gesamtjahr erwarte der Konzern nun operativ ein Ergebnis zwischen 600 und 900 Millionen Euro nach bislang 500 bis 900 Millionen Euro. „Die Zahlen zeigen: Unsere Maßnahmen zur Performance-Steigerung wirken“, sagte Finanzchef Axel Hamann. Die Eingrenzung der Prognose für das bereinigte Ebit nach oben unterstreiche dies.
Rekordergebnis macht Cisco optimistisch für 2026/2027
Der Netzwerkausrüster Cisco hat dank einer starken Nachfrage Geschäftszahlen über den Markterwartungen vorgelegt. Umsatz und Gewinn des vergangenen Quartals hätten Rekordwerte erreicht, sagte Finanzchef Mark Patterson am Mittwoch. Die Produktivität sei so hoch wie seit 30 Jahren nicht. Dieser Trend werde sich voraussichtlich fortsetzen. Cisco profitiert stark vom aktuellen Bauboom bei Rechenzentren.
Für das angelaufene Geschäftsjahr 2026/2027 peilt der US-Konzern Erlöse von 72,2 bis 73,4 Milliarden Dollar an. Das sind rund fünf Milliarden Dollar mehr als von Analysten bislang erwartet. Ein wichtiger Wachstumstreiber sind die Aufträge der sogenannten Hyperscaler. Die drei weltgrößten Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS), Google und Microsoft werden in den kommenden Monaten voraussichtlich etwa zehn Prozent zum Cisco-Umsatz beitragen. Bislang war das Unternehmen von sechs Milliarden Dollar ausgegangen. Bei Anlegern kamen diese Aussichten gut an. Die Aktie des Konzerns stieg im nachbörslichen Handel an der Wall Street um drei Prozent.
KI-Kosten bremsen Gewinnwachstum von Internetkonzern Tencent
Die wachsenden Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) trüben erneut die Bilanz von Tencent. Der chinesische Technologiekonzern musste im zweiten Quartal trotz eines überraschend deutlichen Umsatzwachstums ein mageres Gewinnplus hinnehmen. Das Nettoergebnis stieg um 0,7 Prozent auf umgerechnet 7,19 Milliarden Euro, teilte der weltgrößte Videospiele-Entwickler am Mittwoch mit. Analysten hatten mit 7,94 Milliarden Euro gerechnet. Der Umsatz legte im Berichtszeitraum um elf Prozent auf 26,3 Milliarden Euro zu.
ABN Amro übertrifft Gewinnerwartungen
ABN Amro hat die Gewinnerwartungen im zweiten Quartal deutlich übertroffen. Zwischen April und Juni erzielte die niederländische Großbank einen Nettogewinn von 780 Millionen Euro (900 Millionen US-Dollar). Der Nettozinsertrag wuchs um elf Prozent, die Gebühreneinnahmen um 25 Prozent. Bei der Kapitalausstattung verbesserte sich die CET1-Quote auf 15,9 Prozent. Die Rendite auf das Eigenkapital (RoTE), eine der wichtigsten Kennzahlen für Rentabilität, stieg auf 12,1 Prozent.
Das Institut hob gleichzeitig seinen Nettozinsertrag für das laufende Jahr an, von 6,4 auf 6,8 Milliarden Euro. ABN Amro profitiert unter anderem davon, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen im Euro-Raum erhöht hat und womöglich noch weitere Schritte folgen lässt.
Norwegens Staatsfonds mit Rekordgewinnen
Norwegens Staatsfonds hat im ersten Halbjahr so viel verdient wie noch nie. Der Gewinn stieg auf fast 185 Milliarden Dollar (1,75 Billionen norwegische Kronen), die Rendite auf 9,4 Prozent. Grund dafür waren vor allem Kursgewinne bei umfangreichen Beteiligungen an Technologieunternehmen aus den USA und aus Asien. Die Rendite des Referensindex sei um 22 Basispunkte übertroffen worden. Der Marktwert des Fonds belief sich Ende Juni auf knapp 2,4 Billionen US-Dollar.
Norwegens Staatsfonds investiert die Einnahmen des Landes aus dem Öl- und Gasgeschäft. Nvidia war zum Ende des ersten Halbjahres weiterhin die größte Position im Fonds, gefolgt von Microsoft und Apple. Aktien erzielten insgesamt eine Rendite von 13 Prozent, festverzinsliche Wertpapiere 0,9 Prozent.

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