Gewaltiger Felssturz in Italiens Alpen: Hubschrauber rückt auf Vermisstensuche aus


Gewaltiger Felssturz am Eckpfeiler von Italiens Hochalpen: Hubschrauber rückt auf Vermisstensuche aus

Stand: 04.09.2026, 13:25 Uhr

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Crissolo – Der Monviso (auch: Monte Viso) ist mit 3841 Metern der höchste Gipfel der Cottischen Alpen im Nordwesten Italiens nahe der Grenze zu Frankreich. Der Monte Viso ist für seine pyramidenartige Form bekannt. Da er seine benachbarten Gipfel um etwa 500 Meter überragt, ist er aus großer Entfernung sichtbar, so bei klarem Wetter vom Mailänder Dom, bei extrem guter Sicht sogar von der anderen Seite des ligurischen Meers in der Toskana aus. Die anspruchsvolle Tour auf den Berg ist bei Alpinisten sehr beliebt. Mitten in der Bergsteigersaison donnerte jetzt eine mächtige Schotterlawine von der Wand des Berges.

Die gigantische Staubwolke ging an der nordöstlichen Wand des Monviso nieder.

Die gigantische Staubwolke ging an der nordöstlichen Wand des Monviso nieder.  © Montage Parco del Monviso/Imago Roberto Moiola

Am Monviso, einem der eindrucksvollsten Gipfel der italienischen Alpen, donnerte eine Lawine aus Staub und Geröll ins Tal. Hubschrauber rückten nachts zur Vermisstensuche aus.

„Erst ein lautes Donnern, dann eine Staubwolke“: Nachthubschrauber sucht nach Felssturz Vermissten

„Gegen 20 Uhr heute Abend, Dienstag, 1. September, löste sich ein großer Erdrutsch vom Monviso und stürzte mit einem lauten Donnern, das auch von den anderen Berghütten in der Umgebung deutlich zu hören war, Gesteinsmaterial in die Umgebung der Quintino-Sella-Hütte, woraufhin sich eine ausgedehnte Rauchwolke bildete.“ So berichtet das Team des Naturparks Monviso bei Facebook über die beängstigende Szenerie, die sich nahe der Quintino-Sella-Hütte ereignete, die als Stützpunkt der Gipfelstürmer des Monviso dient. In einer Höhe von etwa 3500 Metern löste sich eine große Menge Gestein, das offenbar von einem Felssturz herrührte, und ging nahe der Hütte nieder. Der Weg, der nach Pian del Re führt, wurde von der riesigen Staub- und Geröllwolke getroffen, berichtet das Portal ilfattoquotidiano.it.

Unmittelbar nach der Meldung des Einsturzes gegen 20 Uhr startete ein Hubschrauber der Bergrettung im Nachtmodus und flog zum Unglücksgebiet. Aufgrund der dichten Staubwolken konnte er die Einsatzkräfte jedoch nicht absetzen. In der Nacht wurde nach einem ausländischen Wanderer gesucht, der als vermisst gemeldet worden war, da er nicht zur Schutzhütte zurückgekehrt und unauffindbar war.

Am Morgen wurde der Alarm aufgehoben, nachdem die Untersuchungen der Bergrettung jegliche menschliche Beteiligung an dem Unglück ausgeschlossen hatten. Die Gemeinde Crissolo, die Präfektur, der Bergrettungsdienst und die Hüttenbetreiber sperrten das vom Felssturz betroffene Gebiet. Das Areal nordöstlich des Monviso gilt seit jeher als sehr instabil und ist für seine Steinschlagereignisse bekannt.

Häufung von Felsstürzen in den Alpen – Gletscherschmelze gibt Vergessenes frei

Kürzlich hatte erst ein Felssturz in den Dolomiten vor den Augen der Touristen am Sellajoch für Aufsehen gesorgt. Eine Familie geriet an einer anderen Stelle in der Nachbarregion in Friaul in Not, weil der Weg, den sie ins Tal nehmen wollten, durch einen Steinschlag weggerissen worden war. Die hohen Temperaturen des Sommers können den bislang gefrorenen Fels zum Absturz bringen. Viele Gletscher schmelzen und bringen nach Jahrzehnten vermisste Bergsteiger oder historischen Alpinisten-Müll ans Tageslicht.