Gladbach souverän weiter : DFB-Pokal: Union rettet sich spät, Mainz feiert Schützenfest
Gladbach souverän weiter
DFB-Pokal: Union rettet sich spät, Mainz feiert Schützenfest
00:00
/
07:32
23.08.2026 | 17:33 Uhr
In der ersten Runde des DFB-Pokals liegt Union Berlin bei Zweitligist Braunschweig gleich zweimal zurück. Doch die Eisernen schaffen es, die Partie zu drehen. Die Liga-Konkurrenz gibt sich bei unterklassigen Klubs dagegen keine Blöße
Eintracht Braunschweig - Union Berlin 2:4 (1:1)
Fußball-Bundesligist Union Berlin hat seinem Trainer Mauro Lustrinelli mit Mühe ein erfolgreiches Debüt beschert. Die Berliner meisterten im ersten Pflichtspiel unter dem Schweizer die Auftakthürde im DFB-Pokal und zogen mit einem 4:2 (1:1) beim Zweitligisten Eintracht Braunschweig in die zweite Runde ein.
Neuzugang Zeno van den Bosch (31.), Tom Rothe (63.) und der eingewechselte Marin Ljubicic (72./90+4.) trafen für den Favoriten, der sich gegen den mutig aufspielenden Underdog jedoch schwertat. Dennoch können die Köpenicker mit einem Erfolg im Rücken am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky und bei ntv.de im Liveticker) gegen Eintracht Frankfurt in die Bundesliga-Saison starten.
Der Doppelpack von Max Marie (11./54.) reichte Braunschweig nicht, um erstmals seit der Saison 2022/23 die erste Runde zu überstehen. In den vergangenen Jahren waren die Niedersachsen in Duellen mit dem VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt an Erstligisten gescheitert.
TSV Schott Mainz - Borussia Mönchengladbach 0:5 (0:2)
Borussia Mönchengladbach hat seine vielversprechende Frühform auch im ersten Pflichtspiel bestätigt und die erste Hürde des DFB-Pokals locker übersprungen. Nach sieben Siegen in sieben Testspielen gewann Borussia problemlos mit 5:0 (2:0) beim Fünftligisten TSV Schott Mainz.
Hugo Bolin überzeugte mit einem Doppelpack (22./48.), auch Daiki Hashioka (25.), Lukas Ullrich (61.) und der Teenager Wael Mohya (67.) trafen. Letztmals war Gladbach in der Saison 2013/14 in der ersten Pokalrunde gescheitert, damals mit 4:5 nach Elfmeterschießen gegen den SV Darmstadt.
1 /
66
66
Die größten Blamagen der ersten DFB-Pokal-Runde
Derlei dunkle Erinnerungen ließ der dreimalige Titelträger am Sonntag zu keinem Zeitpunkt zu. "Wir wollen zeigen, warum wir Favorit sind, das Spiel sehr professionell und mit Demut angehen und trotzdem mit einer gewissen Freude", hatte Trainer Eugen Polanski vorgegeben.
VfB Krieschow - FSV Mainz 05 0:9 (0:5)
FSV Mainz 05 ist derweil souverän in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Im 560 Einwohner kleinen Krieschow besiegte die Mannschaft von Mainz-Trainer Urs Fischer vor 4000 Zuschauern im ausverkauften Sportpark den ansässigen VfB mit 9:0 (5:0). Gegen den vier Klassen tiefer spielenden Oberligisten sorgte ein früher Hattrick von Philipp Tietz (16., 26., 32.) für eine schnelle Vorentscheidung.
Mainz-Trainer Fischer setzte bei den Brandenburgern, die mit viel ehrenamtlicher Arbeit die Stadionkapazität von ursprünglich .000 auf 4000 Zuschauer erhöht hatten und auch rund um das Spiel die Anforderungen des DFB mehr als erfüllten, auf die Anfangsformation vom 2:1-Sieg bei der Generalprobe gegen den Premier-League-Vertreter AFC Bournemouth vom vergangenen Wochenende. Die Gäste dominierten von Beginn an das Spiel, die ersten beiden großen Chancen hatten aber die Gastgeber. Miguel Pereira Rodrigues setzte den Ball von der Strafraumgrenze nur knapp neben den rechten Pfosten (7. Minute), Luis Bürger scheiterte frei vor dem Mainzer Schlussmann Robin Zentner (13.).
Besser machte es Tietz, der in der 19. Minute eine Flanke von Phillipp Mwene per Kopf einnetzte, sieben Minuten später den zweiten Treffer nachlegte und kurz darauf den Hattrick vollendete (32.). Den vierten Treffer besorgte Kapitän Nadiem Amiri, der von Jae-Sung Lee bedient wurde und den Ball nur noch ins leere Tor einschieben musste (39.).
Nach dem 5:0 durch Sheraldo Becker (43.) wollte der Stadionsprecher seine Mannschaft noch zur Sensation motivieren: "Wir hatten eh vor, sechs Tore zu schießen." Doch ein Traumtor von Amiri mit einem Freistoß aus rund 25 Metern beendete schon drei Minuten nach dem Seitenwechsel etwaige Ambitionen. Gegen die nie aufgebenden, aber kräftemäßig nachlassenden Gastgeber schraubten Tietz (57.), Ransford-Yeboah Königsdörffer (74.) und William Bøving (88.) das Ergebnis in die Höhe. Krieschows Aaron Stephan vergab sieben Minuten vor Schluss aus acht Metern die große Chance auf den Ehrentreffer für den tapfer kämpfenden Oberligisten.
Carl Zeiss Jena - Darmstadt 98 1:2 (1:2)
Der SV Darmstadt 98 hat nach einem schwachen Start in die 2. Bundesliga seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Beim Viertligisten Carl Zeiss Jena gewann die Mannschaft von Trainer Florian Kohlfeldt ein umkämpftes Erstrundenspiel im DFB-Pokal 2:1 (2:1). In den beiden vergangenen Jahren hatten die Hessen, mit nur einem Punkt aus den ersten beiden Ligaspielen angereist, jeweils das Achtelfinale erreicht.
Jena, das zuletzt in der Saison 2015/2016 die zweite Runde erreicht hatte, hielt zunächst gut mit, geriet durch Milan Smit dennoch früh in Rückstand (11.). Dem unerwarteten Ausgleich der Thüringer durch einen 35-Meter-Schuss von Elias Löder (39.) folgte prompt der zweite Treffer der zunehmend überlegenen Lilien durch Lance Duijvestijn (41.).
Darmstadt tat danach wenig für die Offensive, die Gäste verwalteten lieber ihren knappen Vorsprung. Beim Bemühen um den erneuten Ausgleich gelang Jena nach der Pause allerdings auch kaum eine erfolgversprechende Aktion. Die beste Chance zum erneuten Ausgleich besaß der eingewechselte Tristan Teuber, der den Ball jedoch knapp neben das Tor lenkte (80.).
Westfalia Rhynern - Dynamo Dresden 0:6 (0:5)
Dynamo Dresden hat die Pflichtaufgabe in der ersten Runde des DFB-Pokals souverän gelöst. Der Zweitligist setzte sich mit 6:0 (5:0) beim Regionalligisten Westfalia Ryhnern durch und verhinderte, anders als in der Vorsaison, ein Pokal-Aus bereits in Runde eins. Für den Viertligisten Rhynern dagegen war es die erste DFB-Pokal-Teilnahme überhaupt - und zugleich eine sportliche Lehrstunde.
Die Dresdener bestimmten von Anfang an die Partie, dominierten mit viel Spielfreude und waren dazu effizient im Abschluss: Jonas Sterner (8. Minute), Niklas Hauptmann (17.), Vincent Vermeij (30.), Ben Bobzien (34.) und Kaan Inanoglu (39.) sorgten schon zur Pause für die Entscheidung.
Kurz nach dem Seitenwechsel markierte Robert Wagner (54.) mit seinem ersten Tor in einem Pokalspiel den sechsten Treffer in einer einseitigen Partie. Zwar nahmen die Gäste anschließend etwas Tempo aus dem Spiel, behielten aber mit viel Ruhe weiterhin die Kontrolle. Die Rhynerner Mannschaft mit Ex-Bundesligaprofi Marco Stiepermann auf der Trainerbank hatte im gesamten Spiel nur ganz Ballbesitz und konnten sich keine echte Torchance erspielen.
Bahlinger SC - 1. FC Magdeburg 0:4 (0:3)
Der 1. FC Magdeburg ist mühelos in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Beim Oberligisten Bahlinger SC siegte der Fußball-Zweitligist 4:0 (3:0). Torjäger Mateusz Zukowski (5. und 44. Minute) sowie Falko Michel (31./77.) erzielten die Tore für die Mannschaft von Trainer Petrik Sander vor 3545 Zuschauern im Kaiserstuhlstadion.
Der südbadische Pokalsieger war ein guter Gastgeber. Erst spielte die Stadionregie "Heja, heja - Wir sind vom FCM" ein, rund 800 Magdeburger Fans sangen vergnügt mit. Danach verteilte Bahlingens Innenverteidiger Laurin Tost auch auf dem holprigen Rasen ein Geschenk, als er nach fünf Spielminuten am Ball vorbeischlug. Der hinter ihm lauernde Zukowski vollendete dankend.
Verwendete Quellen: ntv.de, lme/sid/dpa