Gmunderin Anja Renner startet bei WM in Alabama – Hitze als Vorteil


Stand: 05.09.2026, 07:30 Uhr

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Rechnen sich Chancen aus: Anja Renner (hinten) und ihr Guide Antonia Milwosky wollen bei der Weltmeisterschaft einmal aufs Podest fahren.

Rechnen sich Chancen aus: Anja Renner (hinten) und ihr Guide Antonia Milowsky wollen bei der Weltmeisterschaft einmal aufs Podest fahren. © Drew Kaplan

Die 40-Jährige tritt an diesem Wochenende bei der Weltmeisterschaft im Para-Cycling in Huntsville an. Bei 32 Grad hofft sie, dass die Konkurrenz mehr Probleme mit den Temperaturen hat.

Gmund – Drückende Hitze, 32 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit: Die Bedingungen in Huntsville, Alabama, könnten besser sein. „Es ist sehr, sehr heiß“, sagt Anja Renner. Die Gmunderin startet an diesem Wochenende bei der Weltmeisterschaft im Para-Cycling. Die Hitze könnte ihr dabei zum Vorteil werden.

Ende August reiste Renner mit ihrem Guide Antonia Milowsky in die USA. „Wir akklimatisieren uns langsam.“ In der Hitze sieht die 40-Jährige nicht nur eine Belastung: „Ich glaube, dass uns die Temperaturen entgegenkommen. Wir stecken das relativ gut weg. Ich hoffe, dass die Konkurrenz, die mehr Probleme damit hat, vielleicht einen schwächeren Tag erwischt“, erklärt Renner.

Das Training in den vergangenen Wochen war intensiv: Renner hat sich nicht nur auf die anstehende Para-Cycling-WM vorbereitet, sondern auch auf die Triathlon-WM Ende September in Spanien. „Das war ein kleiner Balanceakt.“ Da hilft es, dass sich die Sportarten gut ergänzen. Nur einmal konnte sie zuvor mit Milowksy auf dem Tandem trainieren. In den USA holten sie sich in den vergangenen Tagen gemeinsam den „finalen Schliff“.

Im Training legte Renner Wert auf eine hohe Intensität. „Ich habe mich vor allem auf das Straßenrennen vorbereitet, das ist noch meine größte Schwäche.“ Anders als im Zeitfahren, bei dem die Athleten einzeln starten und das dem Radfahren im Triathlon stark ähnelt, werden im Straßenrennen viele Attacken gefahren. „Das ist eine ganz andere Dynamik. Diese Wattwerte bin ich noch nicht gewohnt.“ Auch im Triathlon tastete sie sich im Laufen und Freiwasserschwimmen an die Intensität eines Wettkampfes heran. Nachdem die Techniker des deutschen Teams Renners Tandem nach einem Defekt auf Vordermann gebracht haben, steht dem Rennen auch technisch nichts mehr im Weg.

So sieht sich Renner gut gerüstet für die beiden anstehenden Rennen. An diesem Samstag fährt sie im Zeitfahren zwei Runden à 14,6 Kilometer durch Huntsville. Am Montag, 7. September, folgt dann auf ähnlicher Strecke das Straßenrennen über 96,6 Kilometer.

Die besseren Chancen rechnet sich Renner im Zeitfahren aus. „Das ist berechenbarer. Die Gruppendynamik im Straßenrennen ist nicht planbar.“ Eine Top-drei-Platzierung im Zeitfahren ist deshalb das Ziel von Renner und Milowsky. „Top fünf ist realistisch.“ Auch im Straßenrennen rechnet Renner mit einer Platzierung unter den besten zehn. „Aber die Konkurrenz schläft nicht, und es sind mehr Athleten als im Triathlon.“