Grafikkarten-Knappheit: Zotac-Mutter warnt vor steigenden Preisen


PC Partner, der Mutterkonzern von Zotac, Inno3D und Manli, warnt vor einer weiteren Verschärfung der Grafikkarten-Knappheit. Steigende Kosten für Grafikspeicher sollen die Karten im zweiten Halbjahr 2026 verteuern. Vor allem im Einsteigersegment drohen Lieferengpässe.

Verfügbarkeit soll weiter sinken

Die Prognose stammt aus dem Halbjahresbericht von PC Partner. Demnach bleibt der PC-Markt aufgrund erheblicher Lieferengpässe und stark steigender Komponentenkosten „äußerst herausfordernd“. Die höheren Kosten würden zugleich die Nachfrage der Verbraucher bremsen.

Für die zweite Jahreshälfte rechnet der Konzern mit weiter steigenden Preisen für Grafikspeicher. In der Folge sollen sich die Kosten für Grafikkarten erheblich erhöhen. Gleichzeitig dürfte deren Verfügbarkeit gegenüber dem ersten Halbjahr nochmals sinken. Besonders deutlich fällt die Warnung für das Einstiegssegment aus: Dort erwartet PC Partner noch schwerwiegendere Engpässe und infolgedessen steigende durchschnittliche Verkaufspreise.

Welche konkreten GPU-Serien oder Grafikkarten betroffen sein werden, geht aus dem Bericht nicht hervor. PC Partner vertreibt über Zotac, Inno3D und Manli vorwiegend Grafikkarten mit Nvidia-GPUs, produziert darüber hinaus aber auch als ODM und OEM für andere Anbieter. Eine konkrete Ursache für die knappe Verfügbarkeit von GPUs und Grafikspeicher nennt das Unternehmen ebenfalls nicht.

Weniger Grafikkarten zu höheren Preisen verkauft

Die Engpässe schlagen sich bereits in den Geschäftszahlen nieder. PC Partner verkaufte im ersten Halbjahr 2026 über die eigenen Marken 18,4 Prozent weniger Grafikkarten als im Vorjahreszeitraum. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag gleichzeitig aber 10,7 Prozent höher.

Das gesamte Grafikkartengeschäft des Konzerns legte dennoch um 3,1 Prozent auf umgerechnet rund 655 Millionen Euro zu. Grund dafür waren deutlich mehr Aufträge für hochpreisige Grafikkarten, die PC Partner als Auftragsfertiger herstellt. In diesem Bereich sank die Stückzahl zwar um 38,4 Prozent, der durchschnittliche Verkaufspreis stieg aufgrund des stärkeren Fokus auf High-End-Modelle aber um 181 Prozent.

Auch CPUs, Arbeitsspeicher und weitere Komponenten seien von längeren Lieferzeiten betroffen. Dies habe unter anderem das Geschäft mit Mini-PCs belastet. Nach Einschätzung von PC Partner betreffen die Engpässe nicht nur den eigenen Konzern, sondern die gesamte Branche.

Bisherige Preiswarnungen werden konkreter

Damit erhält die bereits seit Monaten diskutierte Verteuerung der aktuellen Grafikkartengeneration weitere Nahrung. Schon im Juli hieß es, GeForce RTX 5000 könnten wegen hoher Speicherpreise teurer werden. Wenig später untermauerten Preislisten aus China Aufschläge von bis zu 20 Prozent für Händler.

PC Partner liefert nun konkrete Geschäftszahlen eines großen Boardpartners und verbindet sie mit einer ausdrücklichen Warnung für das zweite Halbjahr. Ob und in welchem Umfang die höheren Kosten im deutschen Handel ankommen bleibt offen.