Ausgebucht und keiner da: Neues Mietkonzept für's Grillen in Duisburg startet mit Fragezeichen.


"Die Buchungen waren alle fake", meint Anwohnerin Beatrix Blank. Sie beobachtet die Lage am Grill-Hotspot seit knapp 20 Jahren sehr genau. Eine Online-Petition für ein vorläufiges Grillverbot am Toeppersee hat sie selbst ins Leben gerufen.

Testphase startet mit Fake-Buchungen

Normalerweise kostet ein Verwarngeld bei Nicht-Buchung bis zu 55 Euro. Darauf habe das Ordnungsamt heute verzichtet. "Das neue Konzept ist noch viel zu unbekannt, hat der Ordnungsamtsmitarbeiter mir gesagt", erzählt uns Kerstin Zimmer, eine andere Anwohnerin. Warum heute alle 15 Grillplätze gebucht waren, aber keiner mit Buchung aufgeschlagen ist, darüber können alle nur rätseln.

Online geht´s, QR-Code vor Ort nicht

"Die Stadt kann es einfach nicht kontrollieren"

Als wir uns am Mittag mit Beatrix Blank auf einer leeren Grillwiese treffen, zweifelt sie am neuen Konzept. "Wir hätten lieber erstmal ein Grillverbot gehabt, um in Ruhe zu überlegen, wie man die Situation kontrolliert in den Griff kriegt." Der Stadtrat habe den Leuten aber nochmal eine Chance geben wollen, sagt sie.

Eine Frau wird mit einem WDR Mikrofon Interviewt.
"Der Städtische Außendienst hat uns vor Kurzem gesagt, dass sie gar nicht genug Mitarbeiter hätten, um dieses Konzept zu begleiten." Beatrix Blank - Anwohnerin

Sie ist sicher: Sobald das Ordnungsamt weg ist, werden die Leute weiter grillen, ohne sich an die Regeln zu halten. Zu den Regeln gehören seit Neuestem unter anderem: Grillen nur auf ausgewiesenen Plätzen, keine bodennahen Grills und das saubere Hinterlassen des Platzes. Gerade Letzteres sorgt zusammen mit starker Rauchentwicklung durch Brandbeschleuniger seit Jahren für Ärger.

Grillgut statt Glühwein: Testphase bis in den Winter

Bis zum Ende der Testphase am 31. Dezember ist die Buchung gebührenfrei. Danach soll sie fünfzehn Euro kosten. Dass das Konzept jetzt erst an den Start geht, findet Beatrix Blank ein bisschen zum Lachen. Aber: "Im Herbst grillen sie hier auch noch oft." Von daher könnte die Stadt noch ein paar Erfahrungswerte sammeln.

Die Initiative "Grillverbot am Toeppersee" plädiert jetzt für mehr Sicherheitspersonal neben dem Ordnungsamt. "Sobald das Ordnungsamt weg ist, wird es hier wieder Krawalle geben", glaubt sie.