Großangelegter Luftangriff: Ukrainische Drohnen treffen russische Raffinerien


Wichtige Updates

US-Senat stimmt für Gesetz zu Russland-Sanktionen

Selenskyj ordnet Operation gegen russische Rüstungsindustrie an

Gemüsehändler attackiert: Selenskyj wirft Russland Drohnen-„Safari“ vor

Polnische Jets fangen russischen Aufklärer ab – dritter Vorfall binnen weniger Tage

Patricia von Thien

Patricia von Thien

Selenskyj: Ukraine hat praktisch keine intakten Wärmekraftwerke mehr

Die Ukraine verfügt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj vor dem kommenden Winter über praktisch keine intakten Wärmekraftwerke mehr. Grund seien die nahezu täglichen russischen Angriffe, sagte Selenskyj am Samstag bei seinem ersten offiziellen Besuch in Serbien seit Beginn des Ukraine-Kriegs. Mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic habe er in Belgrad über die „Herausforderungen gesprochen, vor denen die Ukraine in diesem Winter stehen wird“.

Wärmekraftwerke erzeugen Strom durch die Verbrennung von Brennstoffen wie Kohle oder Gas. „Die russischen Raketen zielen ganz konkret darauf ab, das Leben der Ukrainer unerträglich zu machen“, sagte Selenskyj.

Duygu Ayrikcil

Ukrainische Drohnenangriffe treffen zwei Raffinerien

Das russische Militär meldet aus der Nacht einen großangelegten Drohnenangriff der Ukraine. Bis zum Morgen seien knapp 400 Drohnen abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Bis in die Vormittagsstunden seien weitere mehr als 80 feindliche Fluggeräte geortet und unschädlich gemacht worden. Solche Militärangaben sind nicht unabhängig überprüfbar, die genannte Zahl lässt aber auf einen intensiven Angriff schließen.

Berichten russischer und ukrainischer Telegramkanäle zufolge wurde die Ölraffinerie von Sysran an der Wolga im Gebiet Samara getroffen. Die Gebietsverwaltung bestätigte nur einen Brand in einem nicht genannten Industriebetrieb. Die Raffinerie von Sysran, Luftlinie mehr als 900 Kilometer von der Ukraine entfernt, ist schon mehrmals angegriffen und beschädigt worden. 

Einen zweiten Treffer gab es demnach auf die Raffinerie von Ilski im südrussischen Gebiet Krasnodar. Die Ukraine versucht mit den systematischen Angriffen auf die russische Ölindustrie den gegnerischen Treibstoffnachschub zu stören und den Kreml von seiner Haupteinnahmequelle abzuschneiden. 

Duygu Ayrikcil

Moskau spricht von Treffer auf Rüstungsfabrik Fire Point

Das russische Militär spricht nach dem nächtlichen Luftangriff auf Kiew von einem Schlag gegen den ukrainischen Rüstungshersteller Fire Point. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es sei eine Produktionsstätte getroffen worden, die Teile und Sprengköpfe für den ukrainischen Marschflugkörper FP-5 Flamingo herstelle. Außerdem sei ein Treibstofflager vernichtet worden, das die ukrainische Armee beliefere.

Belege für diese Darstellung lieferte die russische Seite nicht. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram von Berichten über brennende Öltanks im Stadtteil Obolon. Schwerpunkt des Luftangriffs mit Raketen und Kampfdrohnen war nach ukrainischen Angaben wie schon am Donnerstag der Vorort Browary mit seinen Logistikzentren. Drei Menschen wurden nach Behördenangaben getötet, aber nicht in Browary, sondern weit außerhalb im Dorf Puchiwka, wo eine Drohne das Wohnhaus einer Familie traf.

Fire Point ist mit dem Marschflugkörper Flamingo, der Langstreckendrohne FP-1 und der Mittelstreckendrohnen FP-2 einer der wichtigsten einheimischen Lieferanten der ukrainischen Armee.

Duygu Ayrikcil

Drei Tote bei Luftangriffen auf Vorort von Kiew

Bei neuen russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und deren Umgebung sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und mehrere verletzt worden. Unter den drei Todesopfern im östlichen Vorort Browary sei auch ein Kind, schrieb das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent" unter Berufung auf Kiews Militärgouverneur Tymur Tkatschenko. Bei der Attacke seien auch zwei Erwachsene und ein Kind verletzt worden. 

Zudem wurden dem Bericht zufolge ein Wohnhaus, mehrere andere Gebäude und auch Autos beschädigt. Bei der nächtlichen Welle von Angriffen auf ukrainische Städte kamen demnach neben ballistischen Raketen auch Drohnen und Gleitbomben zum Einsatz. 

Duygu Ayrikcil

CDU-Sicherheitsexperte: Russland spielt Spiel ohne Regeln

Der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags, Marc Henrichmann (CDU), hält die Äußerung Russlands zu der Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle für nicht glaubwürdig. "Die Glaubwürdigkeit hat Russland schon lange verspielt, wenn man in die Ukraine blickt, wo ja vor völkerrechtswidrigen Angriffen man kaum mehr hinterherkommt", sagte er im ZDF-"heute journal update". "Und dass Russland da ein Spiel ohne Regeln spielt, das ist jetzt auch keine neue Erkenntnis."

Henrichmann sagte mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin: "Da ist jemand, der in der Ukraine sich festgefahren hat." Der russische Angriffskrieg stocke. "Und es ist schon lange prognostiziert, dass dann Ausweichbewegungen in Richtung Westen, in Richtung Nato, in Richtung EU erfolgen werden." Das geschehe jetzt. "Wir müssen wehrhaft sein und Russland da auch in die Schranken weisen", sagte Henrichmann. 

Tobias Köberlein

US-Senat stimmt für Gesetz zu Russland-Sanktionen

Der US-Senat hat nach langem Tauziehen für ein Sanktionsgesetz gestimmt, mit dem Russland wegen des Ukraine-Kriegs stärker unter Druck gesetzt werden soll. Die Senatoren votierten mit einer deutlichen Mehrheit von 86 zu 11 Stimmen für das Gesetz, das noch das Repräsentantenhaus als zweite Kongresskammer passieren muss.

Tobias Köberlein

Ukrainischer Drohnenangriff setzt Wildberries-Logistikzentrum in Brand

Ein ukrainischer Drohnenangriff hat in Jekaterinburg ein Logistikzentrum des größten russischen Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Aufgrund der Attacke sei ein Feuer ausgebrochen, teilte das Unternehmen mit. Mitarbeiter seien rechtzeitig evakuiert worden.

Drei Drohnen stürzten laut dem Gouverneur des Gebiets Swerdlowsk, Denis Pasler, auf das Dach eines Logistikzentrums, das aus Sicherheitsgründen geräumt worden sei. Feuerwehrleute seien zur Brandbekämpfung im Einsatz. Verletzte gebe es nicht.

In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die den Angriff und Rauchsäulen über einer Lagerhalle zeigen sollen. Bereits Ende Juli hatte die Ukraine ein Wildberries-Logistikzentrum in Jekaterinburg angegriffen. Das Unternehmen gab danach an, dass es keine Schäden gegeben habe.

Tobias Köberlein

Russische Rakete reißt Loch in Stadiondach in Odessa

In Odessa hat eine russische Attacke das Fußballstadion "Tschornomorez" des gleichnamigen Erstligisten im Zentrum der Hafenstadt getroffen. Einen Tag vor einem Pokalspiel wurde ein Loch ins Stadiondach gerissen, die Tribüne wurde beschädigt. Nach Angaben der Gebietsverwaltung wurde eine Frau verletzt.

Tobias Köberlein

Tote nach Raketenwerferbeschuss in Region Charkiw

Durch russischen Raketenbeschuss sind zwei Menschen in der Stadt Isjum in der Ostukraine getötet worden. Vier weitere seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Ein ausgebrochener Brand auf 400 Quadratmetern werde gelöscht. Das russische Militär setzte nach Angaben der Militärverwaltung von Isjum Mehrfachraketenwerfer mit der für Zivilisten besonders gefährlichen Streumunition ein.

Isjum ist etwa 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Stadt stand 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine für mehrere Monate unter russischer Kontrolle und wurde im September 2022 befreit. Im benachbarten Gebiet Sumy wurden bei einem Drohnenangriff auf einen Markt zehn Menschen verletzt.

Jonas Stein

Jonas Stein

Selenskyj ordnet Operation gegen russische Rüstungsindustrie an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einer Sitzung der militärischen und politischen Führung seines Landes spezielle Einsätze gegen Russlands Rüstungsindustrie angeordnet. Dabei gehe es um „bestimmte Unternehmen, die wir bereits identifiziert haben“, teilte Selenskyj auf Facebook mit. Alle Anwesenden bei der Sitzung hätten klare Aufgaben erhalten. „Ich erwarte, dass sie vollständig erfüllt werden.“ Russlands Militärindustrie müsse „spürbar eingeschränkt“ werden.

Details zu den bevorstehenden Einsätzen nannte Selenskyj nicht. Er beklagte, dass Moskau weiterhin Unterstützung sowie wichtige Komponenten für seine Kriegsführung aus dem Ausland erhalte. „Wir sehen, dass jede russische Rakete, jede Drohne und andere Waffen kritische Komponenten aus anderen Ländern enthalten, ohne die solche Waffen einfach nicht existieren könnten.“

Die Ukraine hat zuletzt die Erdölindustrie und auch die Rüstungswerke Russlands schwer getroffen. Dazu setzt Kiew Langstreckendrohnen ein, die mehrere Tausend Kilometer tief auf russisches Staatsgebiet, sogar bis Sibirien, vordringen können. 

Jonas Stein

Jonas Stein

Russische Angriffe: Tote und Verletzte in der Ostukraine

Durch russische Angriffe sind in den ukrainischen Gebieten Dnipropetrowsk und Charkiw mindestens sieben Menschen getötet worden. Mindestens zwei Tote habe es bei einer Attacke auf die Industriestadt Pawlohrad gegeben, teilte der Militärgouverneur der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Sieben Menschen seien dazu verletzt worden. Einen weiteren russischen Luftangriff mit drei Toten und drei Verletzten gab es den Angaben nach auf die Gemeinde Wyschnewe rund 70 Kilometer westlich der Gebietshauptstadt Dnipro.

Bei einer Drohnenattacke auf den Bahnhof in der Stadt Losowa im ostukrainischen Gebiet Charkiw kamen nach Behördenangaben zwei Männer ums Leben. Acht weitere Menschen seien verletzt worden. Nach Auskunft der ukrainischen Eisenbahn wurden bei dem Angriff das Bahnhofsgebäude, Oberleitungen und Waggons beschädigt. Acht weitere Verletzte gab es laut den Behörden zudem nach einem russischen Raketenschlag auf die Stadt Balaklija.

Jonas Stein

Jonas Stein

Umfrage: Ukrainer haben wenig Vertrauen in Selenskyj

Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj ist in einer Umfrage zum vertrauenswürdigsten Politiker seines Landes gekürt worden. Auf den Plätzen unmittelbar dahinter landeten der erst vor Kurzem entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow sowie der Kommandeur der ukrainischen Drohnen-Streitkräfte, Robert Browdy. Präsident Wolodymyr Selenskyj landete in der Umfrage des sozialen Umfrageinstituts „Sozis“ nur auf dem sechsten Rang, noch hinter dem neuen Armeechef Mychajlo Drapatyj und dem Leiter seiner Präsidialkanzlei, Kyryllo Budanow.

Die repräsentative Umfrage unter 2000 Ukrainern wurde nach Angaben von „Sozis“ zwischen dem 28. Juli und 2. August durchgeführt. Neben einer Reihe von Fragen zu möglichen Favoriten bei eventuellen Wahlen lautete die wichtigste Frage: „Inwieweit vertrauen sie den folgenden politischen Führern?“ Dabei schnitt Saluschnyj, inzwischen Botschafter in London, mit 27,8 Prozent „voll und ganz“ und 37,1 Prozent „eher ja“ am besten ab, ganz knapp vor Fedorow. 

Selenskyj konnte 18 Prozent der Befragten mit vollem Vertrauen hinter sich sehen, ein „eher ja“ erhielt der Präsident von 24,5 Prozent. Wenig Vertrauen in ihn hatten 17 Prozent, während 37 Prozent angaben, überhaupt kein Vertrauen in ihren Staatschef zu haben. 

Jonas Stein

Jonas Stein

Bald „konkrete Ergebnisse“: Selenskyj sieht Fortschritte bei eigenem Raketensystem

Die Ukraine macht nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj Fortschritte bei der Entwicklung ihres eigenen Systems zur Abwehr ballistischer Raketen. Nach einem Treffen mit Verteidigungs- und Sicherheitsexperten bei Telegram mit, dass er mit "konkreten Ergebnissen" rechne: „Wir können feststellen, dass auch unsere Waffenhersteller bereits das erforderliche Niveau erreicht haben“, so Selenskyj. Die Ukraine sei in der Lage, Raketen und Startrampen selbst zu produzieren. „Wir gehen davon aus, dass die Ukraine im Zeitraum 2026-2027 die angestrebten Ergebnisse erzielen wird“, sagte er.

Die Ukraine setzt auf ein eigenes Abwehrsystem mit dem Namen Freyja, weil sie den Angriffen durch russische ballistische Raketen beinahe schutzlos ausgeliefert ist. Selenskyj beklagt immer wieder, dass der Ukraine die wirksamen Patriot-Abwehrraketen fehlten. Er hat die Verbündeten wiederholt aufgefordert, eigene Bestände freizugeben. Parallel entwickelt das Land ein eigenes Abwehrsystem.

Nur eine kleine Zahl an Ländern sei in der Lage dazu, meinte Selenskyj. Die Ukrainer hätten die wissenschaftliche Basis und die Kompetenzen. Das Freyja-Programm komme voran. „Europa braucht eine gemeinsame und wirklich großangelegte Fähigkeit, um sich wirksam gegen jegliche ballistischen Bedrohungen verteidigen zu können“, betonte er.

Selenskyj hatte im Juli in Paris für die Schaffung eines neuen europäischen Flugabwehrsystems geworben. Freyja soll eine kostengünstige und leistungsfähige Alternative zum US-amerikanischen Patriot-System sein.

Philipp Luther

Philipp Luther

Ukrainer wegen Verdachts auf Agententätigkeit in U-Haft

Beamte des LKA Bayern und der Thüringischen Polizei haben am Sonntag einen 33-Jährigen festgenommen, dem Agententätigkeiten zur Sabotagezwecken vorgeworfen wird. Das geht aus einer Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft München und des bayerischen Landeskriminalamts hervor. Demnach befinde sich der Verdächtige in Untersuchungshaft.

Dem Mann wird konkret vorgeworfen, als "Low-Level-Agent" eines Nachrichtendienstes einer ausländischen Macht, ein Betriebsgelände einer nicht näher genannten bayerischen Rüstungsfirma ausspioniert zu haben. Er soll im Juni 2026 Aufnahmen des Geländes angefertigt und seinem Auftraggeber zur Verfügung gestellt haben. Für den Beschuldigten gelte die Unschuldsvermutung.

Philipp Luther

Philipp Luther

Russland greift Schiff in der Ukraine an – Toter und Verletzte

Bei einem neuen russischen Angriff auf ein Schiff in der Schwarzmeerregion Odessa sind nach ukrainischen Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. "Diesmal wurde ein unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrender Handelsfrachter getroffen, der mit ukrainischem Weizen beladen war", teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper bei Telegram mit. Der Rumpf des Schiffs sei beschädigt, die anderen Besatzungsmitglieder seien an Land gebracht worden.

"Der Feind greift weiterhin ununterbrochen zivile Schiffe im Schwarzmeerraum an", sagte Kiper. "Solche Angriffe zeigen einmal mehr die Systematik und den Zynismus des russischen Terrors sowie die Gefahr, die der Aggressor sowohl für das Leben der Zivilbevölkerung als auch für die weltweite Ernährungssicherheit insgesamt darstellt", sagte er. Die Ukraine gehört zu den großen Getreideexporteuren und nutzt dafür die Häfen um Odessa als Umschlagplatz. 

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