Landtagswahl Sachsen-Anhalt in Bildern: Die AfD strebt an die Macht


Stand: 08.08.2026, 14:01 Uhr

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Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Das Ergebnis könnte sich auch massiv auf die Politik im Bund auswirken. Impressionen aus dem Wahlkampf.

Landtagswahl Sachsen-Anhalt

1 / 25Am 6. September 2026 wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag – und die Wahl wird bundesweit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Erstmals könnte eine Partei, die in dem Bundesland vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, in Deutschland an die Macht kommen. In Umfragen liegt die AfD klar vorn und ist nur knapp von der absoluten Mehrheit entfernt. © Heiko Rebsch/dpa

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

2 / 25Die CDU regiert Sachsen-Anhalt seit der Landtagswahl 2002 ununterbrochen – mit Ausnahme von acht Jahren SPD-geführter Regierung insgesamt seit der Wiedervereinigung. Nach der Wahl 2021 bildete sie gemeinsam mit SPD und FDP eine sogenannte Deutschland-Koalition, die bis heute im Amt ist. In den Umfragen liegt sie klar abgeschlagen hinter der AfD auf Platz zwei. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Landtagswahl Sachsen-Anhalt

3 / 25Ministerpräsident Reiner Haseloff (links), der das Land knapp 15 Jahre regiert hatte, kündigte im Herbst 2025 seinen Rückzug an und übergab das Amt am 27. Januar 2026 an Sven Schulze. Der Schritt wurde als wahlkampftaktisches Manöver gewertet, um Schulze als amtierenden Regierungschef in den Wahlkampf zu schicken. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Ministerpräsident Sven Schulze

4 / 25CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze hat Wirtschaftsingenieurwesen studiert und war von 2014 bis 2021 Mitglied des Europäischen Parlaments. Ende 2016 schuf die CDU Sachsen-Anhalt die Position des Generalsekretärs neu und wählte Schulze in die Funktion. Er war sieben Jahre Mitglied des Europäischen Parlaments, im März 2021 wurde Schulze dann CDU-Landesvorsitzender. © Hendrik Schmidt/dpa

Sven schulze

5 / 25In einem Interview wollte Schulze (hier beim Empfang von 125 Königinnen aus 13 Bundesländern und Österreich aus Anlass des 9. Deutschen Königinnentages) nicht über eine mögliche Minderheitsregierung und potenzielle Mehrheitsbeschaffer spekulieren. „Es geht jetzt um die Frage: Sven Schulze oder die AfD. Das ist im Moment unser Thema. Nicht Spekulationen über mögliche Regierungen“, sagte er im August gegenüber t-online. © Peter Gercke/dpa

Ulrich Siegmund

6 / 25Wird er der neue Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt? AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ist 35 Jahre alt, gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann und hat einen Bachelor in BWL. Seit 2016 sitzt er im Landtag, seit 2022 führt er die AfD-Fraktion als Co-Vorsitzender. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

AfD Spitzenkandidat Siegmund

7 / 25Siegmund ist in der rechtsextremen Szene vernetzt: Er nahm 2023 am sogenannten Potsdamer Treffen teil, das das Recherchekollektiv Correctiv aufdeckte und auf dem unter anderem über die massenhafte Zwangsausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund diskutiert wurde. Dort warb er zudem um Spenden für seinen Wahlkampf. © Peter Gercke/dpa

AfD-Spitzenkandidat Siegmund

8 / 25Auf TikTok zählt Siegmund zu den erfolgreichsten Politikern Deutschlands: Knapp 660.000 Followerinnen und Follower sowie 13,4 Millionen Likes hat er auf der Plattform angesammelt. Gleichzeitig taucht er in einer Verwandtenaffäre auf: Medienrecherchen zeigten, dass mehrere AfD-Politiker im Landesverband Bürojobs systematisch an Familienangehörige der jeweils anderen vergaben – Siegmunds Vater war demnach im Bundestagsbüro eines AfD-Politikers aus dem Landesverband angestellt. © Peter Gercke/dpa

AfD-Spitzenkandidat Siegmund

9 / 25Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt wird seit 2023 vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Eine Klage dagegen zog die Partei zurück. Dennoch wird Spitzenkandidat Siegmund im Wahlkampf gefeiert wie ein Popstar. Er strebt nach eigenen Angaben eine Alleinregierung an. © Sebastian Willnow/dpa

Simson-Tour mit AfD-Spitzenkandidat Siegmund

10 / 25Die AfD in Sachsen-Anhalt versucht ​im Wahlkampf, die Menschen auch mit einer DDR-Nostalgie anzusprechen. So hat sie etwa Sternfahrten mit ⁠den zu DDR-Zeiten beliebten Simson-Mopeds organisiert. Die Nachfahren der jüdischen Gründerfamilie des Unternehmens kritisieren dies scharf. © Sebastian Willnow/dpa

Ulrich Siegmund und Sven Schulze

11 / 25Im Wahlkampf setzen die Parteien auf unterschiedliche Strategien: Die CDU setzt ganz auf Ministerpräsident Schulze (hinten) und hält Abstand zur Bundespolitik. Das Wahlprogramm von Ulrich Siegmund (links) und der AfD gilt als radikal: Unter anderem wirbt die Partei mit einer „Abschiebe- und Remigrationsoffensive“. Zudem will sie die Rundfunkstaatsverträge kündigen und die Schulpflicht in eine Bildungspflicht umwandeln, Inklusion und Integration sieht sie nicht als Aufgabe von Schulen. Zudem sollen Vereine Fördermittel nur dann erhalten, wenn sie „ein glaubhaftes Bekenntnis zur demokratischen Ordnung und zu einer patriotischen Grundhaltung“ ablegen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Eva von Angern und Gregor Gysi

12 / 25Dritte Kraft in Sachsen-Anhalt sind die Linken. Anders als die AfD stellt Spitzenkandidatin Eva von Angern (hier mit Gregor Gysi im Schlepptau) die positive Seite von Migration in den Fokus. Es gehe darum, wie wertvoll Menschen mit Migrationshintergrund im Land seien, sagte sie im Interview des MDR. Von Angern sprach sich auch gegen mehr Abschiebungen aus. Das würde die Situation an keiner Stellen verbessern. © Peter Gercke/dpa

Silberlocken in Eisleben

13 / 25Was Karl Marx wohl zur Wahl in Sachsen-Anhalt sagen würde? Mehr als nur symbolische Unterstützung erhält Spitzenkandidatin Eva von Angern auf jeden Fall von den Silberlocken: Gregor Gysi (rechts), Bodo Ramelow (links) und Dietmar Bartsch (2. von links) wollen ihr im Wahlkampf Rückenwind verleihen. Fünfter im Bunde im Bild: der Parlamentarische Geschäftsführer Stefan Gebhardt. © Heiko Rebsch/dpa

Armin Willingmann

14 / 25Und die SPD? Spitzenkandidat Armin Willingmann spricht sich trotz schwacher Umfragen für eine erneute Regierungsbeteiligung der SPD aus. Dazu muss sie aber erst einmal den Sprung in den Landtag schaffen. Willingmann setzt sich für eine kostenlose Kita-Betreuung und eine stärkere Zuwanderung in den Arbeitsmarkt ein. Der Jurist ist erster stellvertretender Ministerpräsident. © Sebastian Willnow/dpa

Susan Sziborra-Seidlitz und Felix Banaszak

15 / 25Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz (neben dem Bundesvorsitzenden Felix Banaszak) wurde 1977 in Ost-Berlin geboren und arbeitete in Quedlinburg als Krankenschwester. Die Landesvorsitzende zeigt sich offen für eine Regierungsbeteiligung unter CDU-Führung. Der Einzug in den Landtag ist jedoch ungewiss: In Umfragen liegt die Partei bei vier bis fünf Prozent. © Sebastian Willnow/dpa

Lydia Hüskens, Wolfgang Kubicki, Andres Silbersack

16 / 25FDP-Spitzenkandidatin Lydia Hüskens (hier mit Parteichef Wolfgang Kubicki, links, und dem Fraktionsvorsitzenden Andres Silbersack) ist amtierende Ministerin für Infrastruktur und Digitales. Obwohl die FDP der Regierungskoalition angehört, liegt sie in Umfragen bei nur drei Prozent und könnte damit den Wiedereinzug in den Landtag klar verfehlen. © Sebastian Willnow/dpa

BSW zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt

17 / 25Das BSW tritt erstmals bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an und schickt ein Spitzenduo ins Rennen: Claudia Wittig, Historikerin an der Universität Halle, und Thomas Schulze, Justizvollzugsbeamter und ehrenamtlicher Fußballtrainer. Der Landesverband wurde erst im September 2024 gegründet und gilt als intern gespalten. Ob das BSW den Sprung in den Landtag schafft, ist offen. © Peter Gercke/dpa

Wahlarena - Sachsen-Anhalt

18 / 25Für eine Alleinregierung benötigt die AfD nicht die absolute Mehrheit der Stimmen, sondern die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag. Wie viele Sitze ihr zufallen, hängt auch davon ab, wie viele Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwinden – je mehr Parteien einziehen, desto unwahrscheinlicher wird eine absolute Mehrheit für die AfD. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Eva von Angern und Sven schulze

19 / 25Eine Regierung zusammen mit der AfD schließen alle anderen voraussichtlich im Landtag vertretenen Parteien aus. Die CDU unter Sven Schulze lehnt zudem Koalitionen mit der Linken und Spitzenkandidatin Eva von Angern (im Bild) ab – was die Regierungsbildung erheblich erschwert. Dagegen zeigt sich Eva von Angern trotz konträrer Positionen für eine Zusammenarbeit mit der CDU offen. „Als Linke sind wir bereit, alles dafür zu tun, die AfD von den Hebeln der Macht fernzuhalten“, sagte sie dem MDR. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau

20 / 25Auch zwei Kabarettisten mischen den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt auf. Den Anfang machte Uwe Steimle (rechts). AfD-Co-Chef Tino Chrupalla (Mitte) hatte am 14. Juli in Dessau-Roßlau zum Ende einer Podiumsdiskussion dazu aufgerufen, die deutsche Nationalhymne zu singen. Steimle, der als Gast geladen war, stimmte daraufhin die DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“ an. Chrupalla und AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (links) lächelten zunächst und sangen schließlich ebenfalls zumindest Teile der Hymne mit. © Jan Woitas/dpa

AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau

21 / 25Und dann gab Steimle noch Folgendes zum Besten: „Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal, wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht.“ Das brachte einen Enkel des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf. „Ich bin sprachlos. Das ist Geschichtsklitterung par excellence“, sagte Karl Graf von Stauffenberg der Bild. „Mein Großvater wird in den Schmutz gezogen - es ist ganz grauenhaft.“ © Jan Woitas/dpa

Dieter Hallervorden unterstützt Sven Schulze

22 / 25Wenige Wochen später startete dann Dieter Hallervorden durch. Der Schauspieler unterstützt CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt, weil er nach eigenen Aussagen eine absolute Mehrheit der AfD in dem Bundesland verhindern will. Er nutzte die Bühne dabei für scharfe Kritik am Kurs von CDU und SPD in der Bundesregierung. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Hallervorden und Schulze

23 / 25Bei dem Gesprächsformat mit dem Titel „Kultur braucht Freiheit“ standen Hallervorden und Schulze gemeinsam mit einer Moderatorin auf der Bühne. Dabei ging es um den persönlichen Begriff von Freiheit, was eine lebendige Demokratie benötigt und welche Rolle Kunst, Meinungsfreiheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt spielen. © Hendrik Schmidt/dpa

Hallervorden und Schulze

24 / 25Hallervorden brachte musikalische Beiträge mit und legte den Fokus stark auf Frieden. Auch auf die von ihm bereits früher kritisierte Israel-Politik nahm er Bezug: In einem Hintergrundvideo zu einer Gesangseinlage von ihm war kurz ein Foto einer Demonstration mit dem Schriftzug „Stoppt den Völkermord in Gaza“ zu sehen. © Hendrik Schmidt/dpa

Landtag von Sachsen-Anhalt

25 / 25Sachsen-Anhalt gilt seit Jahrzehnten als Versuchslabor für neue Koalitionsmodelle: Das Land erprobte das „Magdeburger Modell“ einer SPD-geführten Minderheitsregierung mit PDS-Tolerierung ab 1994 und die damals bundesweit neue „Kenia-Koalition“ aus CDU, SPD und Grünen nach 2016. Bund und Länder bereiten sich bereits auf eine mögliche AfD-Regierung vor und wollen auf mehreren Ebenen verhindern, dass eine radikale Landesregierung die föderale Struktur aus den Angeln hebt. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa