Größte Proteste in Syrien seit Sturz von Assad
Fordern niedrigere Preise
Größte Proteste in Syrien seit Sturz von Assad
Demonstranten setzten Reifen in Brand und blockierten wichtige Verkehrsverbindungen. Grund sind die hohen Treibstoffpreise
Aleppo – Stark gestiegene Treibstoffpreise haben in Syrien die landesweit größten Proteste seit dem Sturz von Machthaber Bashar al-Assad vor fast zwei Jahren ausgelöst. Demonstranten setzten Reifen in Brand und blockierten wichtige Verkehrsverbindungen, nachdem die Regierung am Samstag den Preis für Diesel um 40 Prozent auf 175 syrische Pfund (etwa 1,32 Dollar) pro Liter angehoben hatte. Zudem stiegen die Preise für Benzin und Gas.
Demonstranten blockierten unter anderem die Autobahn zwischen der Hauptstadt Damaskus und der Industriemetropole Aleppo. Sie behinderten auch Rohöltanker auf dem Weg zu Raffinerien und forderten den Rücktritt des Energie- und des Wirtschaftsministers. "Wir wollen keine höheren Löhne. Alles, was wir wollen, sind niedrigere Preise für Diesel und andere Kraftstoffe", sagte ein Demonstrant in Aleppo der Nachrichtenagentur Reuters.
Das Energieministerium teilte am Sonntag mit, die Preiserhöhungen seien eine vorübergehende Maßnahme, die durch gestiegene weltweite Beschaffungskosten und die starke Importabhängigkeit nötig geworden sei. Syrien importierte in diesem Jahr rund 60.000 Barrel Rohöl pro Tag aus Russland. Diese Lieferungen gerieten zuletzt unter Druck, da ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien die dortige Produktion drosselten und die Regierung in Moskau die Exporte einschränkte. Zudem ist die größte syrische Raffinerie in Banijas wegen Wartungsarbeiten für drei Monate geschlossen. Dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen zufolge leben inzwischen 90 Prozent der syrischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze. (Reuters, red, 14.9.2026)
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