„Größter Transformationsplan in der Geschichte des Konzerns“ – VW-Chef beschwört Zusammenhalt


Stand: 23.08.2026, 12:14 Uhr

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Die IG-Metall-Chefin und VW-Aufsichtsrätin kritisiert die Renditeziele von Volkswagen-Chef Oliver Blume als unrealistisch. Werksschließungen lehnt sie kategorisch ab.

VW-Chef Oliver Blume schwört die Belegschaft auf harte Zeiten ein. (Archivbild) © Julian Stratenschulte/dpa

VW steckt in einer handfesten Krise. Chef Blume ruft die gesamte Belegschaft zur Geschlossenheit auf und kündigt den größten Umbauplan der Geschichte von VW an.

Der Volkswagen-Konzern (VW) steckt mitten in einer tiefgreifenden Krise – und Konzernchef Oliver Blume macht keinen Hehl daraus, wie ernst die Lage ist. In einem Interview mit der Bild am Sonntag rief er die gesamte Belegschaft zur Geschlossenheit auf. „Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen“, betonte Blume. „Wir haben den größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns aufgesetzt.“

VW in der „Mega-Krise“: Was steckt dahinter?

Als Ursachen für den massiven Spardruck nennt Blume ein grundlegend verändertes Marktumfeld. „Die weltweite Autoindustrie ist in einer Mega-Krise. Und der Volkswagen-Konzern ist mittendrin. Geopolitik, Handelsbarrieren, Regulatorik, schwache Märkte und massiver Wettbewerb fordern alle“, sagte er. Gleichzeitig appellierte er an den Kampfgeist der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – für die Beschäftigten, den Konzern und den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Die Lage hatte Blume bereits intern scharf umrissen: In einem Intranet-Interview bezeichnete er die Situation bei VW als „mehr als kritisch“ und mahnte dringenden Handlungsbedarf an. Die aktuelle Rendite von 3,8 Prozent sei zwar solide, reiche jedoch bei Weitem nicht aus, um dauerhaft genug Kapital für neue Technologien, Produkte und die Standorte zu sichern.

Volkswagen vor größtem Umbau seiner Geschichte: vier Werke und bis zu 50.000 Stellen gefährdet

Bereits im Frühjahr hatte Blume angekündigt, ein neues „Zielbild 2030“ zu erarbeiten und den Sparkurs dabei deutlich zu verschärfen. Seitdem herrscht Ungewissheit über die Zukunft von vier Werken und bis zu 50.000 Stellen. Konkrete Entscheidungen über Werksschließungen seien bislang aber nicht gefallen, so Blume.

Für die als gefährdet geltenden Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm zeichnet sich dennoch ein düsteres Bild: Für die 2030er-Jahre gebe es dort heute keine wettbewerbsfähige Auslastung, erklärte Blume.

VW in der Krise: Neun Betriebsversammlungen bis Ende August

Jetzt steht VW eine heiße Phase bevor. In den kommenden Tagen sind neun außerordentliche Betriebsversammlungen geplant – unter anderem in Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Dresden, Chemnitz und Kassel-Baunatal. Der Vorstand will sich dabei der Belegschaft stellen und Fragen beantworten.

Den Auftakt macht am 25. August Wolfsburg, einen Tag später folgen Emden und Zwickau. Den Abschluss bildet am 31. August Hannover. Die Arbeitnehmerseite hatte schon vor den Werksferien konkrete Informationen zu den Sparplänen eingefordert. „Die nächsten Jahre sind entscheidend, wer im Rennen bleibt und wer an die Spitze fährt“, machte Blume deutlich.