Hallo, was lesen Sie, Carmen Schwarz?
Album-Kolumne
Hallo, was lesen Sie, Carmen Schwarz?
Carmen Schwarz leitet die Rupertus Buchhandlung in der Stadt Salzburg
Kolumne
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Manfred Rebhandl
Sie ist gerade in Pritschitz am See auf Urlaub, nachdem sie die Wochen davor in der Rupertus Buchhandlung in der Salzburger Altstadt Einheimische und Gäste mit Büchern versorgt hat. Die Atmosphäre während dieser Zeit mag sie sehr: "Normal sind wir ein Kulturdorf, aber im Sommer sind wir der Nabel der Welt." Dann warten sie immer schon auf eine Stammkundin, die sie schlicht "Die Hutmacherin" nennen: Die Hamburger Modistin Susan Pieper, die seit 2015 Hunderte Hüte für Produktionen der Festspiele angefertigt hat. Oder auf Herrn Hinterhäuser, dessen Geschichte ja hinlänglich bekannt ist. Philipp Hochmair hingegen kam noch nie in die Buchhandlung.
Um selbst an günstige Karten für Premieren, die noch Hinterhäuser programmiert hat, zu kommen, verfolgte sie aufmerksam die Angebote auf der Homepage der Festspiele. Dort ergatterte sie auch welche für das neue Handke-Stück ("gefiel mir nicht so ...") und für das neue Jelinek-Stück. Von der bald 80‑jährigen Nobelpreisträgerin ist sie ein großer Fan: "Ihr Wortwitz kommt im neuen Buch Unter Tieren wieder großartig rüber, dabei ist es ein vergleichsweise leicht zugänglicher Text, der auch im Theater perfekt funktioniert. Ich mag ja grundsätzlich Autorinnen, die sich nichts scheren und ihre Finger in offene Wunden legen."
Ob hinter den Nobelpreisträgern auch Neues nachkommt? "Ich mochte Michaela Kohlhaas von Heike Geißler, in dem sie den Kleist-Kohlhaas aus weiblicher Sicht schreibt – sehr spannend!" Fragen, was ein Mensch wert ist, würden darin verhandelt, "und es liest sich trotzdem fast wie ein Märchen".
Das Buch eines ihrer Meinung nach kommenden Stars las sie mit Winterschlaf von Mario Petuzzi. "Ein Tiroler Autor, der einen sehr spannenden Roman über eine Mutter geschrieben hat, die sich im Herbst den Bauch vollfrisst und während der Wintermonate schläft. Danach wird sie aufgeweckt und erzählt den dafür extra Angereisten von ihren Träumen und Visionen." Eine Lesung im Literaturhaus Salzburg ist schon fixiert. Dort wird sie dann den Büchertisch machen. (Manfred Rebhandl, 29.8.2026)
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