Haushalt 2025 nachträglich schlechter – Geldsegen steht bevor


Stand: 26.09.2026, 13:11 Uhr

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Vereidigung: Stadtverordnetenvorsteher Claus Hamp (links) nahm dem neuen Magistratsmitglied Klaus Gogolla (rechts) im Beisein von Bürgermeister Nicola-Alexander Ferl den Eid ab. Den zweiten neuen Sitz nimmt Marc Cebulla ein.

Vereidigung: Stadtverordnetenvorsteher Claus Hamp (links) nahm dem neuen Magistratsmitglied Klaus Gogolla (rechts) im Beisein von Bürgermeister Nicola-Alexander Ferl den Eid ab. Den zweiten neuen Sitz nimmt Marc Cebulla ein. © Tobias Stück

Der vorläufige Jahresabschluss fällt rund 800.000 Euro schlechter aus als geplant. Gleichzeitig stehen der Stadt 7,1 Millionen Euro aus dem Bundesinfrastrukturpaket zu.

Eschwege – Das Jahresergebnis 2025 ist noch schlechter ausgefallen, als zunächst angenommen. Statt der ursprünglichen Planung mit einem Minus von knapp 4,2 Millionen Euro weist der vorläufige Jahresabschluss für das vergangene Jahr ein Defizit von 4,98 Millionen Euro aus. Das gab Bürgermeister Nicola-Alexander Ferl am Donnerstagabend bekannt.

Haushalt 2025

Zwar sind die Erträge seit der Aufstellung des Haushalts Anfang 2025 gestiegen, die Ausgaben aber in noch höherem Maß. Statt 58,2 Millionen Euro hat die Stadt Eschwege 62,6 Millionen Euro eingenommen. Laut Ferl ist das zu einem guten Teil der Gewerbesteuer zu verdanken, die auf 9,36 Millionen Euro angestiegen ist (der Höchststand hier lag 2023 übrigens bei rund zwölf Millionen Euro). Der Anteil an Einkommens- und Umsatzsteuer ist in etwa gleich geblieben. Vom Land Hessen gab es eine Einmalzahlung von rund 613.000 Euro.

Bei den Ausgaben sind die Aufwendungen um rund viereinhalb Millionen Euro gestiegen. Zwei Millionen Euro muss die Stadt mehr an Versorgungsaufwendungen aufbringen, eine Million mehr für Sach- und Dienstleistungen. „Hier schlagen insbesondere die Energiepreise zu Buche“, sagt Ferl. Die Personalkosten sind um 170.000 Euro gestiegen. Außerdem musste Eschwege mehr als zwei Millionen Euro für die Konzessionsabgabe Wasser (wir berichteten) aufbringen.

Der 2025er Haushalt ist der erste seit Jahren in Eschwege gewesen, der keinen Überschuss aufweist. Bürgermeister Ferl ordnete diese Entwicklung ein: „Ein negativer Haushalt ist kein Grund zur Panik, wir müssen aber erkennen, dass die finanziellen Spielräume enger werden.“ Das Defizit wird zunächst aus den eigenen Rücklagen gedeckt. Für 2026 ist aber ebenfalls ein Minus von rund fünf Millionen Euro vorgesehen.

Infrastrukturpaket

Nach der Hiobsbotschaft hatte Ferl aber auch gute Nachrichten zu verkünden. Aus dem Infrastrukturpaket des Bundes stehen der Kreisstadt 7,1 Millionen Euro zu. Darüber setzte Ferl die Mandatsträger in Kenntnis. Man müsse sich jetzt Zeit nehmen, um über die Verwendung zu entscheiden. Die Fraktionen hatten sich offenbar schon Gedanken gemacht. Es sei naheliegend, das Geld für die neue Feuerwache zu verwenden. Sie entspreche dem Verwendungszweck des Infrastrukturpakets. SPD-Sprecher Alexander Feiertag plädierte nicht dafür, mit dem Geld Haushaltslöcher zu stopfen. Es müsse in die Weiterentwicklung Eschweges investiert werden. Seiner Fraktion schweben Maßnahmen für die Innenstadt vor.

Gewerbegebiet

Die Stadt Eschwege braucht neue Gewerbeflächen. Die letzten freien Flächen an der Eisenacher Straße gehen zur Neige. Im Januar hatten deswegen deswegen CDU, FDP und FWG einen Antrag eingebracht, der Magistrat solle bis zum 30. Juni Vorschläge erarbeiten und dann berichten. Die SPD schlug jetzt einen Standort zwischen Eltmannshausen und Niddawitzhausen vor. Die Flächen des früheren Sägewerks sollten geprüft werden. Direkt an der B 27 und nahe der A 44 seien sie attraktiv gelegen. Außerdem würden sie zur positiven Entwicklung von Eltmannshausen und Niddawitzhausen beitragen, sagte Fraktionsvorsitzender Knut John. CDU-Sprecher Jörg Rüppel plädierte dafür, erstmal den ursprünglichen Auftrag abzuarbeiten. Der SPD-Vorschlag könne eine Möglichkeit im Gesamtkonzept sein. Gemeinsam verständigte sich die Stadtverordnetenversammlung, im Ausschuss weiter darüber zu beraten.

Magistrat

Die Vergrößerung des Magistrats ist jetzt auch personell abgeschlossen. Klaus Gogolla (Grüne) und Marc Cebulla (SPD) besetzen die neuen Posten. Auf Wunsch der Koalition wurde der Magistrat von acht auf zehn Mitglieder erhöht. Die Neuberechnung ergab folgende Sitzverteilung: CDU+FWG: 5, SPD: 4, Grüne: 1.