Heißer Tanz ums Klima mit dem brennenden Känguru


Stand: 09.08.2026, 16:12 Uhr

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Das brennende Känguru des Karnevalskünstlers Jacques Tilly bei den Grünen.

Das brennende Känguru des Karnevalskünstlers Jacques Tilly bei den Grünen. © Rolf Oeser

Die Grünen informieren über Hitzeschutz – das Klima lässt sich nicht lumpen und dreht zur Begleitung voll auf.

Wie sich die Zeiten ändern. „Frankfurt wird heißer“ steht auf den Flugblättern, die die Grünen am Samstag in Bockenheim verteilen. Die Partyszene der 1980er Jahre hätte gejubelt. Die 2026er Bevölkerung ächzt – besonders am frühen Nachmittag auf heißem Pflaster. Da ändert auch das Begrünungsprojekt „Carlo“ nebenan zur World-Design-Capital-Kampagne nicht viel.

Die Grünen haben prominente Verstärkung dabei: Jacques Tillys bunte Känguruskulptur mit dem brennenden Schweif und der Aufschrift „Klima ist nicht verhandelbar“, bekannt von Demonstrationen der jüngeren Zeit. „Die Skulptur ist ein klares Symbol für das, was passiert“, sagt Burkhard Schwetje, Grünen-Kreisverbandssprecher, „gerade vor dem Hintergrund der vielen Waldbrände in Europa.“

„Eine Frage der sozialen Gerechtigkeit“

Mit ihrem Stand am Carlo-Schmid-Platz will die Partei über Auswirkungen extremer Hitze auf das Leben in Frankfurt informieren und zeigen, wie sich die Stadt auf steigende Temperaturen vorbereiten kann. Die grünen Windräder, die Kreisverbandssprecherin Tara Moradi an Passantinnen und Passanten verteilt, haben symbolische Wirkung. Wichtig ist den Grünen die Botschaft: „Das Anhalten des Klimawandels muss eine viel stärkere Stellung in der öffentlichen Diskussion bekommen.“ Und: „Wir müssen in Frankfurt entsiegeln und kühle Orte schaffen. Das ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.“

Für Reiche sei Hitzeschutz einfacher zu organisieren als für Leute mit wenig Geld. Schwetje: „Öffentlicher Hitzeschutz ist gelebte Sozialpolitik.“ Auch für die neue Mehrheit im Römer? „Ich sehe da eine Offenheit in den Koalitionsparteien.“ Eine Passantin fotografiert derweil begeistert das brennende Känguru. Mit der passenden Perspektive knabbert es sogar am Messeturm. „Das passt gut hier, in der Nähe von Senckenberg“, sagt die Frau, die in der Zeitung nur Silke heißen möchte. Ob sie unter der Hitze leidet? „Auf jeden Fall. Man flüchtet, aber man kann nicht mal mehr in die Wälder, weil sie zu trocken sind.“ Die große Politik drehe die falschen Stellschrauben, da gehe es nur um die Wirtschaft „und darum, persönlich gut dazustehen“. Silke war in Afrika. „Es entwickelt sich hier klimatisch in dieselbe Richtung.“

Heiße Aussichten. Da bemühen sich die Frankfurter Grünen um Abkühlung. „Wir wollen nicht immer nur die Katastrophenerzählung, sondern eine positive Zukunftserzählung“, sagt Burkhard Schwetje. Nicht nur das Känguru wäre sicher dankbar, wenn’s hinten nicht mehr brennt.