Heidrichhof verliert 2600 Hühner und 35.000 Eier
Stand: 24.09.2026, 07:58 Uhr
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Der Heidrichhof in Frohnloh hat keine Hühner mehr. Alle 2600 Tiere und ihre 35.000 Eier sind weg. Das Vorgehen des Veterinäramts schlägt Wellen bis in die Oberpfalz.
Frohnloh – Die Tage, in denen die Hühner auf dem Heidrichhof in Frohnloh gackernd mit den Ziegen über die saftige grüne Wiese liefen, sind vorbei. „Das wird es in dieser Form nicht mehr geben“, sagt Landwirt Rudolf Heidrich (71). Auf Anordnung des Veterinäramts in Starnberg haben er und sein Sohn Thomas Heidrich (36) gerade ihre 2600 Hühner schlachten lassen müssen. Dazu mussten sie 35.000 unverkäufliche Eier entsorgen.
Im Mist einer Gruppe Tiere waren bei einer von Heidrichs selbst durchgeführten Routineprobe Salmonellen gefunden worden, was eine B-Probe nicht bestätigte. Das Veterinäramt sah keine Veranlassung, ebenfalls eine weitere Probe zu nehmen (wir berichteten), damit galt der ursprüngliche Befund, und alle Tiere und Eier mussten weg. Jetzt sind Ställe und Wiese in Frohnloh leer.
Rudolf Heidrich bedauert vor allem, dass 2600 Tiere sterben mussten, und schätzt den entstandenen finanziellen Schaden auf bis zu 40.000 Euro, den Ertragsausfall nicht eingerechnet.
Vor Ostern werde der Hof keine eigenen Hühner haben können, die Eier legen. Dennoch plant er, weiter Eier zu verkaufen, sowohl aus Freiland- wie aus Bodenhaltung. Bereits seit drei Wochen verkauft er Eier von Kollegen. Dem Risiko, Salmonellen zu bekommen, seien seine Kunden daher zu keinem Zeitpunkt ausgesetzt gewesen.
„Die Kunden bekommen von uns weiter hochwertige Ware“, versichert er. Der Landwirt weiß, dass der Heidrichhof von einem idyllischen Bild lebt, das es jetzt nicht mehr gibt. Er hofft, dass die Kunden nicht ausbleiben. Die Qualität stimme weiterhin.
Zuspruch von den Kunden
In den zurückliegenden Tagen haben er und sein Sohn Aufklärungsarbeit bei den Kunden geleistet und viel Zuspruch bekommen. Anrufe habe er einige erhalten. „Die wenigsten haben Verständnis für die Überregulierung“, sagt er. Selbst aus der Oberpfalz meldete sich jemand, der sein Schicksal teilt.
Rudolf Heidrich ist nach wie vor überzeugt, dass das Veterinäramt Spielraum gehabt hätte, eine weitere Testung durchzuführen. Aber die eigentlich Verantwortlichen sieht er in Berlin und Brüssel.
Heidrich will einen Strich unter die Sache ziehen und sagt: „Wir müssen nach vorne schauen.“ Deshalb wollen er und sein Sohn jetzt die Ställe reinigen und sich diese vom Amt wieder freigeben lassen. Dann wollen sie überlegen, wie sie weitermachen. „Das sind Einschnitte, die man nicht so schnell verdaut.“
Kartoffeln werden weiter angebaut, die stünden nicht auf dem Prüfstand. „Freilandhühner wird es bei uns nicht mehr geben, solange die Rechtslage so ausgelegt wird“, sagt Heidrich. Im Freiland sei auch das Risiko zu hoch, dass man sich etwas in den Stall reinhole.
Ob sein Sohn wieder eigene Eier aus Bodenhaltung anbieten wird, sei dessen Entscheidung. Heidrich senior wird im Herbst 72. Aktuell, sagt er, arbeite er noch bis zu 80 Prozent. „Das funktioniert mittelfristig nicht.“
Zu bedenken gibt der Senior, dass der Hof über relativ neue Stallungen verfügt – keine ist älter als zehn Jahre. „Die kann man noch 15 bis 20 Jahre nutzen.“ Gleichzeitig sei es attraktiv, zugekaufte Eier anzubieten. „Man hat nicht die gleiche Gewinnspanne, aber auch nicht die Arbeit.“ Die Entscheidungsfindung wird Zeit in Anspruch nehmen. Rudolf Heidrich sagt: „Man muss das als Chance sehen. Man darf sich nicht verrückt machen lassen.“