Wordpress-Gründer wird von seiner eigenen Firma in Zwangsurlaub geschickt: Wie konnte es dazu kommen?
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Der Automattic-CEO äußerte sich in einem internen Slack-Channel überrascht. Der konkrete Auslöser der Entscheidung bleibt unklar, allerdings soll Mullenberg jahrelang für interne Spannungen gesorgt haben.
Von Noëlle Bölling
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Der Vorstand von Automattic hat CEO Matt Mullenweg zwangsbeurlaubt. Das Unternehmen, das als Mutterkonzern von WordPress bekannt ist, bestätigte diesen Schritt schriftlich gegenüber Techcrunch. In der Stellungnahme heißt es: „Mark Davies, der Finanzvorstand von Automattic, wird das Unternehmen als Interims-CEO leiten. Der Vorstand hat volles Vertrauen in Marks Führungsqualitäten und in die Fähigkeit des Teams, die Prioritäten des Unternehmens umzusetzen.“ Warum der Vorstand diese Entscheidung ausgerechnet jetzt getroffen hat, bleibt unklar.
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WordPress: Ex-CEO spricht von interner „Verschwörung“
Mullenweg soll in einem für alle Mitarbeiter:innen sichtbaren Slack-Kanal geschrieben haben, dass sich Mark Davies mit den anderen Vorstandsmitgliedern Ann Dunwoody, Toni Schneider und Sue Decker „verschworen“ habe, um für seine Beurlaubung zu stimmen. Er zeigte sich von diesem Schritt überrascht und betonte, dass dieser gegen seinen Willen entschieden worden sei. Er selbst sei erst kurz vor der Bekanntgabe informiert worden. Techcrunch konnte die betreffenden Slack-Nachrichten einsehen.
Eine weitere Nachricht der Projekt-Geschäftsführerin Mary Hubbard an die WordPress-Community habe ebenfalls Mullenwegs Statusänderung im kommerziellen Unternehmen bestätigt. Sie erklärte allerdings, dass das Open-Source-Projekt selbst nicht davon betroffen sei. „Matt bleibt der Leiter des WordPress-Projekts und ich bleibe Geschäftsführerin von WordPress. Unsere Teams, Prioritäten und unsere Arbeit laufen wie geplant weiter“, soll sie laut Techcrunch geschrieben haben. Auch 404 Media berichtet über die Zwangsbeurlaubung Mullenwegs.
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Beurlaubung folgt auf jahrelangen Rechtsstreit
Automattic wurde im Jahr 2003 von Mullenberg gegründet, nachdem er WordPress mitentwickelt hatte. Es verantwortet außerdem Marken wie Tumblr und Woocommerce. Die Entscheidung des Vorstands folgt auf einen turbulenten Rechtsstreit mit dem Konkurrenten WP Engine. Mullenberg warf dem Unternehmen vor, von WordPress zu profitieren, ohne der Community etwas zurückzugeben, und forderte acht Prozent des monatlichen Bruttoumsatzes als Lizenzgebühr. Darauf folgten weitere Klagen, in denen sich Automattic und WP Engine gegenseitig beschuldigten.
Unter Mullenwegs Führung hätten sich die Spannungen derart zugespitzt, dass er den Mitarbeiter:innen im Jahr 2024 riet, mit Abfindung zu kündigen, falls sie nicht seiner Meinung seien. 159 Team-Mitglieder seien dem nachgekommen. Im April 2025 entließ das Unternehmen zudem 16 Prozent seiner Belegschaft. Laut Techcrunch sorge die aktuelle Entscheidung innerhalb des Unternehmens für gemischte Gefühle. Einige Mitarbeiter:innen seien erleichtert angesichts Mullenbergs Beurlaubung, andere befürchten, dass dieser Schritt für interne Instabilität sorgen könnte. Dabei beruft sich Techcrunch auf die Informationen einer anonymen Quelle.
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