Baden, ruhen, hecheln: Wie Wildtiere auf die Hitze reagieren
Hitzetricks im Tierreich So clever schützen sich Wildtiere vor Überhitzung
Bären, Wölfe oder Wildschweine passen ihr Verhalten der Hitze an. Wer welchen Kniff anwendet – und wie das aussieht.
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Die Schweiz schwitzt. Dem einen oder anderen mag dies zwar unangenehm sein – Schwitzen ist aber ein wichtiger Mechanismus, um den menschlichen Körper vor Überhitzung zu schützen. Wildtiere wenden auch andere Strategien an, um sich abzukühlen. Dies zeigt ein Blick in den Natur- und Tierpark Goldau.
Die Schlammschicht schützt Wildschweine zugleich vor Sonne und Insekten.
Natur- und Tierpark Goldau
Wildschweinen beispielsweise hilft unter anderem Schlamm. Denn funktionstüchtige Schweissdrüsen? Sie sind bei Wildschweinen Mangelware. «Daher können sie überschüssige Wärme nur sehr begrenzt über die Haut abgeben», sagt Pascal Marty, zoologischer Leiter des Natur- und Tierparks Goldau. Ein Bad im Matsch dagegen kühlt sie ab.
Luchse kühlen ihren Körper vor allem durch Hecheln.
Shutterstock/Schame
Schlechte Schwitzer sind auch Wölfe und Luchse. «Sie besitzen zwar Schweissdrüsen an den Fussballen, für die Regulierung der Körpertemperatur spielen diese jedoch kaum eine Rolle», sagt Pascal Marty. «Dafür ist die Oberfläche zu klein.» Daher setzen Wölfe und Luchse aufs Hecheln. «Über die Schleimhäute der Zunge, Maulhöhle und oberen Atemwege verdunstet Wasser und führt so Wärme ab.»
Hecheln hilft auch Wölfen, die Hitze gut zu ertragen.
Natur- und Tierpark Goldau
Rothirsche, Steinböcke oder Mufflons könnten zwar schwitzen. «Aber nicht alle gleich effizient», sagt Pascal Marty. Die Huftiere passen ihren Rhythmus daher der Hitze an. Heisst: Während der Mittagszeit ist Siesta angesagt. «Huftiere verlegen das Äsen – also die Nahrungsaufnahme – in die Nacht oder die kühleren Morgen- und Abendstunden.»
Im Wildpark steht den Tieren jederzeit frisches Wasser zur Verfügung.
Natur- und Tierpark Goldau
Auch der Syrische Braunbär passt bei hohen Temperaturen sein Verhalten an. Dazu gehören Ruhepausen in kühleren Bereichen oder ein Sprung ins Wasser. Das Fell des Bären gleicht moderner Multifunktionskleidung: Im Winter schützt es vor Kälte. «Und im Sommer wirkt es isolierend. So heizt sich der Körper in der Sonne nicht zu schnell auf», sagt der Leiter Zoologie im Tierpark Goldau.
Kein Freund grosser Hitze: der Syrische Braunbär Takis.
Natur- und Tierpark Goldau
Am meisten macht die Hitze jenen Tieren zu schaffen, die sonst hoch oben in den Bergen zu Hause sind. Im Tierpark betrifft das die Murmeltiere. «Sie sind sich die aktuelle Hitze nicht gewöhnt», sagt Pascal Marty. «Murmeltiere ziehen sich daher in ihren Bau zurück und finden weit unter dem Boden jene Kühle, die sie brauchen.»
Verkriechen sich tagsüber in ihrem Bau: die Murmeltiere.
Keystone/Sigi Tischler
Generell gelte: Für die Tiere im Tierpark seien keine besonderen Kühlmassnahmen nötig. «Sie kommen mit den sommerlichen Temperaturen gut zurecht», so Pascal Marty. Trotzdem: Zu einem Futter-Glace sagen auch die Wildtiere nicht nein. Die mit Nüssen, Fischen oder Äpfeln gefüllten Eisblöcke bringen eine willkommene Abkühlung. «Wobei dies eher ein schöner Nebeneffekt ist», sagt Marty. «Vor allem geht es darum, dass sich die Tiere anstrengen müssen, um ans Futter zu kommen.» Spassfaktor inklusive.
An besonders heissen Tagen erhalten unter anderem die Wildschweine, Fischotter oder Braunbären sogenannte Futter-Glacés.
Natur- und Tierpark Goldau
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Regionaljournal Zentralschweiz, 6.8.2026, 17:30 Uhr ; fise;gygm;liea