Hofheimer Radbrücke gestoppt: Stadt muss 125.000 Euro zurückzahlen
Stand: 24.08.2026, 20:00 Uhr
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Die Stadt Hofheim streicht die geplante Fahrradbrücke von den Brühlwiesen aufs Hochfeld. Die bereits erhaltenen Planungszuschüsse müssen sofort überwiesen werden.
Hofheim – Der Bau einer Fahrradbrücke von den Brühlwiesen auf das Hochfeld ist vom Tisch. Mit 21,2 Millionen Euro waren die Kosten für die geplante Fuß- und Radwegebrücke vom Hochfeld in die Brühlwiesen zuletzt angegeben worden. Selbst wenn das Land eine Förderung in Höhe von 60 Prozent verbindlich zugesagt hatte, so glaubten doch viele nicht daran, dass Hofheim je in der Lage sein würde, die restlichen 8,5 Millionen Euro aufzubringen. Zumal keiner die Hand dafür ins Feuer legen kann, dass es bei diesen Zahlen bleiben würde.
Diese waren schon weitgehend bedeutungslos geworden, als im vergangenen Dezember der Umfang der Hofheimer Finanzkrise öffentlich wurde. Jedem war sofort klar, dass die Brücke diese Krise nicht überstehen würde. Und jetzt ist auch formal Schluss: Auf Antrag des Magistrats beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Stopp des Projektes. Viele Worte wurden dazu nicht mehr verloren.
Rückzahlung nicht aufzuschieben
Bitter ist, dass die Stadt Hofheim Zuschüsse in Höhe von rund 125.000 Euro zurückzahlen muss, die sie vom Land für die Planung schon bekommen hat. Im Haupt- und Finanzausschuss wurde zwar die Frage aufgeworfen, ob wegen der Liquiditätsprobleme die Rückzahlung noch verschoben werden kann. Ein Blick in die Unterlagen zeigte aber schnell, dass die Überweisung gleich nach der Absage vorgenommen werden muss. Erster Stadtrat Daniel Philipp äußerte außerdem die Befürchtung, dass die Stadt bei einer verspäteten Rückzahlung den Betrag noch verzinsen müsse.
Die Absage ist ein Rückschlag für die städtebaulichen Ambitionen der Stadt weit über diese Brücke hinaus. Sie sollte den Weg in die Innenstadt für Fußgänger und Radfahrer gerade auch aus dem geplanten Neubaugebiet in den Römerwiesen sicherer machen und somit einen Beitrag dazu leisten, dass das Neubaugebiet nicht übermäßig viel Autoverkehr erzeugt. Dieser Mechanismus fällt nun weg – allerdings steht bekanntlich auch die Zukunft des Baugebietes in den Sternen.
Das Brückenprojekt wird auch keineswegs aus städtebaulichen oder verkehrspolitischen Gründen abgesagt, sondern nur aus finanziellen. Der Magistrat weist in der Vorlage darauf hin, dass die Vorgaben des Landes bedeuten, dass die Planung bis November 2028 so weit abgeschlossen sein müsste, dass gebaut werden kann. Vor einigen Monaten hatten die Planer noch im Bauausschuss erklärt, Ziel sei ein Baubeginn im Jahre 2028. Ob dies erreicht werden könnte, wenn ausreichend Geld da wäre, ist eine rein hypothetische Frage. Das Land verlangt aber auch noch einen Finanzierungsnachweis bis Juni 2029. Das aber ist völlig illusorisch – wahrscheinlicher ist, dass die Stadt noch einmal die Grundsteuer erhöhen muss, nur um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Ein neues Millionenprojekt wäre daher nicht zu rechtfertigen.
Neubau an der Rheingaubrücke?
Sowohl im Haupt- und Finanzausschuss als auch im Bauausschuss wurde über den Stopp des Vorhabens gar nicht mehr groß diskutiert. „Es wäre auch in guten Zeiten eine Nummer zu groß“, erinnerte der FWG-Stadtverordnete André Seuberth daran, dass das Projekt auch vor der Hofheimer Finanzkrise umstritten war. Mit einer hohen Überquerung über die Bahngleise und einer großen gewundenen Auffahrt in den Brühlwiesen wäre die Brücke auf jeden Fall auch ein städtebaulich auffälliges Vorhaben.
Die Frage ist, ob es andere Möglichkeiten gibt, den Weg für die Radler in die Innenstadt sicherer zu machen. Im Raum steht auch ein Neubau der Rheingaubrücke – für den Fall nämlich, dass sich die bereits festgestellten Schäden als so gravierend erweisen, dass die vorhandene Brücke nicht bleiben kann. Die Stadt hat vor Monaten die Einschätzung vertreten, in einen möglichen Brückenneubau lasse sich ein separater Radweg nicht integrieren. Die Frage ist, ob dies nicht im Lichte der jetzigen Entwicklung noch einmal genauer geprüft werden sollte.