Eigenanteil für Pflegeheim in Hessen steigt weiter


Höher als Bundesdurchschnitt :

Eigenanteil für Pflegeheim in Hessen steigt weiter

14.07.2026, 12:59Lesezeit: 2 Min.

Pflege im Heim wird immer teurer

Pflege im Heim wird für viele Menschen auch in Hessen immer teurer. Binnen eines Jahres erhöhte sich der Eigenanteil um mehr als 400 Euro.

Der von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern selbst zu zahlende Anteil ist auch in Hessen weiter gestiegen. Im ersten Jahr im Heim mussten sie mit Stand zum 1. Juli 3431 Euro aus der eigenen Tasche zahlen, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek) ergab. Das waren 202 Euro mehr als zu Jahresbeginn und 405 Euro mehr als am 1. Juli des Vorjahres, wie aus Daten hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

In den Beträgen ist ein Eigenanteil nur für die reine Pflege und Betreuung enthalten, da die Pflegeversicherung anders als die Krankenversicherung nur einen Teil der Kosten trägt. Außerdem umfassen die Summen noch Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen und Umlagen für Ausbildungskosten.

Eigenanteil in Hessen höher als im Bundesschnitt

Im Bundesdurchschnitt lag der von den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst zu zahlende Anteil zum 1. Juli bei 3364 Euro im Monat. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind groß. Am höchsten war die monatliche Belastung im ersten Heimjahr zum gleichen Stichtag in Bremen mit durchschnittlich 3761 Euro. Am niedrigsten lag sie in Sachsen-Anhalt mit 2891 Euro.

Die Gesamtbelastung hängt von der Aufenthaltsdauer im Heim ab, weil sich danach die Entlastungszuschläge der Pflegekassen richten. Der Eigenanteil für die reine Pflege sinkt im ersten Jahr um 15 Prozent, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent. Auch mit dem höchsten Zuschlag stieg die Gesamtbelastung in Hessen ab dem vierten Jahr nun im Schnitt auf 2091 Euro. Das waren 175 Euro mehr als zum 1. Juli 2025.

Ausgewertet wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Ländern. Zum Ersatzkassenverband gehören etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.