„Höchste Entschädigungssumme“: Anthropic zahlt an Autoren Milliardenstrafe
In San Francisco hat Bundesrichterin Araceli Martínez-Olguín die außergerichtliche Einigung von Anthropic mit zahlreichen Autorinnen und Autoren abgesegnet, das Unternehmen wird ihnen deshalb für Urheberrechtsverletzungen beim KI-Training insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar bezahlen. Das entspricht pro betroffenem Werk etwa 3000 US-Dollar, also das Vierfache der Mindeststrafe für eine vorsätzliche Rechtsverletzung, heißt es in der Entscheidung. Mehr als 91 Prozent der Betroffenen hätten auf ihren Anteil Anspruch erhoben, zitiert Reuters eine Stellungnahme von Anthropic. Von der zuständigen Anwaltskanzlei heißt es, es handle sich um „die höchste Entschädigungssumme, die je in einem Urheberrechtsverfahren zugesprochen wurde“.
Deutlich höhere Strafe möglich
Die Klage (Az. 3:24-cv-05417) war im August 2024 von drei Autoren eingereicht und später deutlich ausgeweitet worden. Die Klageschrift verwies unter anderem auf ein von Anthropic-Angestellten verfasstes Paper vom Dezember 2021, wonach 32 Prozent eines riesigen Trainingsdatensatzes aus „internet books“ bestehe, was ein Codewort für illegal aus dem Internet geladene Bücher sei. Die Folge war eines von zahlreichen Gerichtsverfahren, in denen es um die Praktiken beim Training von KI-Modellen ging. Den milliardenschweren Vergleichsvorschlag hat Anthropic vergangenen September vorgelegt, die Klagenden haben ihn damals angenommen. Bislang stand aber die Zustimmung des Gerichts aus.
In dem Verfahren in San Francisco befand der damals zuständige Richter zwar, dass die Nutzung urheberrechtlich geschützter Texte durch Anthropic an sich vom „Fair Use“-Grundsatz (faire Nutzung) gedeckt sein kann. Immerhin entstehe als Folge etwas Neues. Für das Herunterladen riesiger Bibliotheken urheberrechtswidrig zusammengestellter Werke galt das aus seiner Sicht aber nicht. Zudem kam der Richter zu dem Schluss, dass Anthropic wusste, dass die Datenbanken illegal erstellt worden waren. Damit könnten in einem Prozess Strafzahlungen von bis zu 150.000 Dollar pro Buch fällig werden, hieß es damals. Deshalb sah sich Anthropic unter Druck, einen Vergleich einzugehen.
(mho)